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Hatte gegen England einen unglücklichen Tag erwischt: Rene Adler © getty

Die deutsche Mannschaft erreicht durch die Bank nicht ihre Leistungsstärke. Positive Ausnahmen im Team gibt es nur wenige.

München/Berlin - Eine schwache erste Halbzeit und nur ein kurzes Aufbäumen im zweiten Durchgang: Die DFB-Elf verliert folgerichtig gegen England.

Ein Manko war das Mittelfeld, das viel zu wenig Ideen entwickelte.

Auch die Zweikampfstärke der Deutschen konnte nicht mit den "Three Lions" konkurrieren.

Bastian Schweinsteiger lenkte nicht wie gewollt das Spiel und der Hamburger Piotr Trochowski besaß gleichfalls nicht die Gefährlichkeit, wie man sie aus den WM-Qualifikationsspielen kennt.

Nationaltorhüter Rene Adler unterlief ein ungewöhnlicher Patzer.

Die Einzelkritik:

Rene Adler: Der Leverkusener parierte nach zwei Minuten gegen den freistehenden Defoe glänzend, verschätzte sich dann aber bei der Flanke vor dem 0:1. Räumte nach der Pause das Tor für Debütant Wiese.

Arne Friedrich: Der Rechtsverteidiger blieb wie so oft blass. Strahlte in der Defensive selten Sicherheit aus und beteiligte sich auch nicht an Offensivaktionen.

Per Mertesacker: Der 24-Jährige verteidigte in seinem 52. Länderspiel zumeist gewohnt kompromisslos. Der Bremer spielte zwar nicht überragend, war aber neben Schweinsteiger einziger deutscher Spieler mit Normalform.

Heiko Westermann: Der Schalker sah im Luftkampf mit Defoe vor dem 0:1 nicht gut aus, hatte auch ansonsten Stellungsprobleme. Vor dem 1:2 verlor er erneut das entscheidende Kopfballduell gegen Terry. Muss sich mit Blick auf das kommende Jahr deutlich steigern.

Marvin Compper: Der 20. Debütant in der Ära von Bundestrainer Löw zeigte eine gute Vorstellung, auch wenn ihm nicht alles gelang. Er erledigte seine Arbeit passabel und ließ sich die Anfangsnervosität kaum anmerken.

Bastian Schweinsteiger: Der Münchner versuchte immer weider das Spiel der DFB-Auswahl anzukurbeln, blieb bei seinen Aktionen aber glücklos. Übernahm nach der Pause die Kapitänsbinde von Klose und rückte ins zentrale Mittelfeld. Dort allerdings schwächer als im ersten Durchgang auf der rechten Seite.

Jermaine Jones: Der Schalker leistete sich in seinem ersten Länderspiel von Beginn an zu viele Ballverluste und Abspielfehler. In dieser Form keine Alternative zu Kapitän Michael Ballack. Musste zur Halbzeit folgerichtig in der Kabine bleiben.

Simon Rolfes: Fand nur schwer ins Spiel und konnte im Duell mit Torsten Frings um die Position im zentralen Mittelfeld nicht punkten. Vor allem im Spiel nach vorne mit vielen Fehlpässen, aber auch in der Defensive oft unsicher.

Piotr Trochowski: Der Hamburger tauchte auf der linken Seite im Mittelfeld über weite Strecken unter. Der 24-Jährige konnte nicht an die zuletzt guten Leistungen in der WM-Qualifikation anknüpfen.

Miroslav Klose: Gegen England Kapitän, aber kein Anführer. Der Münchner gewann im Angriff kaum einen Zweikampf, kam auch zu keiner nennenswerten Chance und wurde zur Halbzeit ausgewechselt.

Mario Gomez: Der Stuttgarter läuft im Nationalteam weiter seiner Form hinterher. Nach schwacher Leistung von Löw kurz nach der Pause vom Feld genommen.

Tim Wiese: Kam in der 46. Minute zu seinem Länderspieldebüt. Der Bremer konnte sich bei einem Freistoß von Downing und im Zweikampf mit Bent auszeichnen.

Patrick Helmes: Der Leverkusener kam nach der Pause für Klose und stellte kurz darauf seine Torjägerqualitäten unter Beweis. Düpierte bei seinem Tor zum 1:1 Weltklasse-Verteidiger Terry und Keeper Carson.

Marko Marin: Nach der Pause für Jones eingewechselt, scheiterte der Gladbacher in der 75. Minute mit einem sehenswerten Schuss an England-Keeper Carson. Steigerte sich mit zunehmender Spieldauer.

Lukas Podolski: In der 57. Minute für Gomez eingewechselt und von den Fans jubelnd empfangen. Der Münchner erspielte sich in seinem 60. Länderspiel aber keine Torchance mehr.

Serdar Tasci: Der Stuttgarter kam in der 68. Minute für Rechtsverteidiger Friedrich, rückte aber in die Innenverteidigung, damit sich Westermann in die Angriffe einschalten konnte.

Marcel Schäfer: In der 77. Minute eingewechselt, feierte der Wolfsburger wie zuvor Compper und Wiese sein Länderspiel-Debüt.

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