Die Testspiel-Niederlage gegen England führt erneut vor Augen, dass das deutsche Nationaleam keine gefestigte Mannschaft ist.

Die Enttäuschung ist immer dann am größten, wenn hohe Erwartungen geweckt werden und dann nicht erfüllt werden.

So gesehen waren der Frust und Ärger der deutschen Anhänger und das Pfeifkonzert nach dem bitteren 1:2 gegen England mehr als verständlich.

Schließlich ist den Fußball-Fans in den letzten Monaten und vor allem Wochen suggeriert worden, dass die Nationalmannschaft zu den besten der Welt gehört ? auch ohne Michael Ballack und Torsten Frings.

Doch nach wie vor ist die DFB-Auswahl ein labiles Gebilde, die zwar zu Topleistungen auf höchstem Niveau fähig ist, an einem schlechten Tag aber auch auftritt wie zu Zeiten des Rumpel-Fußballs.

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Das hat das Jahr 2008 deutlich gezeigt: Es gab glänzende Auftritte wie bei der EM gegen Portugal oder zumindest in der ersten Halbzeit des WM-Qualifikationsspiels gegen Russland.

Und es gab kurz davor oder danach Vorstellungen voller Unsicherheiten, anfängerhafter Fehler und taktischer Schwächen ? etwa bei der EM gegen Kroatien, phasenweise in Finnland und sicherlich auch am Mittwoch gegen England.

So positiv sich die vielen Alternativen im DFB-Kader und der neue Konkurrenzkampf auf die Leistungsfähigkeit auswirken, so wenig gefestigt ist diese junge Mannschaft noch.

Und deshalb waren die Abwesenden Ballack, Frings und natürlich auch Philipp Lahm die Punktsieger des Abends von Berlin.

Denn auf die Ausstrahlung, Routine und Siegermentalität vor allem von Ballack kann die Mannschaft offenkundig (noch) nicht verzichten.

Unterm Strich bleibt zudem die Erkenntnis, dass mit Blick auf die hohen Ziele bei der WM 2010 noch viel Arbeit bleibt.

Aber vielleicht ist eine solch realistische Perspektive besser als wenn Unzulänglichkeiten durch erfolgreichen Ergebnis-Fußball übertüncht werden. Dann hätte die Pleite gegen England auch etwas Gutes.

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