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Im Herbst 2008 kommt es fast zum Bruch mit Bundestrainer Joachim Löw: Ballack kritisiert in einem Zeitungsinterview den Umgang des Bundestrainers mit altgedienten Spielern heftig, es wird über gravierende Konsequenzen bis hin zum Rauswurf aus dem DFB-Team diskutiert. Aber Ballack ist Löw zu wichtig
Michael Ballack (l.) spielte bislang 98 Mal für Deutschland © Getty Images

Der Abschied des "Capitano" aus der DFB-Elf scheint beschlossen. Löw plant ohne Ballack. Zwanziger bringt eine Abschiedsidee auf.

Frankfurt/Main - Eine Ära geht zu Ende: DFB-Kapitän Michael Ballack hat in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft offenbar keine Zukunft mehr.

Der 34 Jahre alte Mittelfeldspieler wird von Bundestrainer Joachim Löw aller Voraussicht nach nicht für das anstehende EM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan in Kaiserslautern am 26. März sowie für das Länderspiel gegen Australien in Mönchengladbach am 29. März nominiert.

Dafür soll der "Capitano" nach Informationen der "Bild" beim Länderspiel gegen Brasilien am 10. August in Stuttgart verabschiedet werden.

Damit würde Ballacks Karriere nach 99 Länderspielen zu Ende gehen.

Vom Verband war vorerst keine Reaktion zu erhalten.

Löw hält sich bedeckt

Bundestrainer Joachim Löw in der Causa Ballack derzeit noch bedeckt.

Der 51-Jährige will in der kommenden Woche zunächst noch ein Perspektivgespräch mit Ballack führen, ehe eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des 98-maligen Nationalspielers fällt.

"Ich kann mich da immer nur wiederholen: Erst mal ist es wichtig, dass Michael wieder topfit ist", sagte Löw zuletzt.

"Wir haben keine Informationen"

Allerdings wird Ballack wohl auch im Europa-League-Spiel seines Klubs Bayer Leverkusen gegen den spanischen Vertreter FC Villarreal erneut nicht zum Kader gehören und damit keine Spielpraxis sammeln können.

Von einem angeblichen Plan zur Verabschiedung von Ballack ist bei dessen Arbeitgeber derweil nichts bekannt.

[kaltura id="0_e7th8tln" class="full_size" title="Ballack im Abseits"]

"Dazu haben wir keine Informationen. Das Wesen eines Geheimplans ist ja, dass er geheim ist", sagte Bayer-Chef Wolfgang Holzhäuser der "dpa".

"Es ist die Entscheidung des Bundestrainers"

"Unabhängig davon, ob Michael mit dem 99. oder 125 Länderspiel aufhört - er wird immer ein großer Spieler sein", zieht DFB-Präsident eine erste Bilanz.

"Ich habe die letzten Monate mit sehr viel Bedauern verfolgt und großes Mitgefühl für Michael Ballack. Ich wünsche ihm, dass er seine Karriere fortsetzen kann. Auch in der Nationalmannschaft."

"Aber das ist allein die Entscheidung des Bundestrainers, da mische ich mich nicht ein. Und Joachim Löw wird, da bin ich überzeugt, auch in dieser Angelegenheit wieder die richtige Entscheidung treffen", sagte Theo Zwanziger.

DFB-Präsident hält zu Ballack

Er untermauerte derweil, welch hohe Meinung er noch immer von Ballack hat.

"Insbesondere in den Jahren, in denen wir bei der Nationalmannschaft nicht so gut aufgestellt waren, war Michael immer die Lichtgestalt. Zudem hat er einen hervorragenden Charakter. Ich werde niemals vergessen, wie er nach dem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel in Russland mit einem unglaublich dicken Knöchel in der Kabine saß."

Für ihn sei es "unfassbar", wie Ballack mit diesem Knöchel überhaupt die komplette zweite Halbzeit habe spielen können, erinnerte sich Zwanziger und folgert:

"Michael Ballack hat immer alles gegeben."

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