Das Interesse mehrerer Klubs hätte Löw bewegen können, mit der Verlängerung abzuwarten. Doch er hat das offenbar nicht nötig.

Man hat Joachim Löw in den vergangenen Monaten, speziell in der Diskussion um Michael Ballack, immer wieder vorgeworfen, Dinge einfach auszusitzen.

Für den Fall seiner überraschenden Vertragsverlängerung bis zur WM 2014 gilt das nicht. Im Gegenteil.

Denn der Bundestrainer hätte allen Grund gehabt, noch ein wenig abzuwarten.

Selten waren so viele Trainersessel bei Top-Klubs in der Bundesliga frei wie im Moment.

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So galt Löw spätestens nach Vertragsende im Sommer 2012 als Top-Kandidat beim FC Bayern.

Beim Hamburger SV oder dem VfL Wolfsburg war er schon früher gehandelt worden, Spekulationen über Schalke wären wohl als nächstes gekommen. Ganz abgesehen vom fortwährend kolportierten Interesse aus dem Ausland.

Der Badener hätte sich das alles von seinem Wohnort Freiburg aus gemütlich anschauen können, was seinen Marktwert nur noch weiter gesteigert hätte.

Zudem hätte er ein glänzendes Faustpfand gegen allzu kritische Geister im DFB gehabt, die ihn ja schon vor der WM in Südafrika fast vergrault hätten.

Doch offenkundig hat Löw all das nicht nötig - weil er mit seinem Job vollauf zufrieden ist.

Und dann spricht in der Tat nichts gegen die Verlängerung bis zur WM 2014. Denn die EM-Teilnahme hat die DFB-Auswahl praktisch sicher.

Außerdem weiß Löw selber, dass er bei einem Vorrunden-Aus bei der EURO 2012 nicht mehr tragbar wäre und würde daher unabhängig vom Vertrag den Weg frei machen.

Danach sieht es momentan aber nicht aus. Vielmehr hat der Bundestrainer ein stetig größer werdendes Reservoir an jungen hochtalentierten Spielern zur Verfügung, mit denen ein Titelgewinn im nächsten Jahr durchaus möglich ist.

Diese glänzende Perspektive war wohl der Hauptgrund für seinen Entschluss zur Verlängerung. Denn die Entwicklung der Mannschaft dürfte ja bei der EM in Polen und der Ukraine noch lange nicht abgeschlossen sein.

Deshalb zieht Löw die ruhige und kontinuierliche Arbeit als Bundestrainer dem vermutlich besser bezahlten Alltagsstress in der Bundesliga vor.

Dass am Ende von ihm allerdings auch beim DFB ein Titel erwartet wird, weiß er selber.

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