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In 106 Spiel für die Nationalelf hat Miro Klose 59 Treffer erzielt © getty

Genau vor zehn Jahren machte Miroslav Klose sein erstes Länderspiel. Ans Aufhören denkt der 32-Jährige aber noch lange nicht.

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch und Marco Wiefel

Mainz - Selbstsicher, mit fester Stimme, aber auch locker und zum Scherzen aufgelegt. Das ist der Miroslav Klose von heute.

Zurückhaltend, leise, fast kleinlaut, das war Miroslav Klose, als er auf den Tag genau vor zehn Jahren sein erstes Länderspiel absolvierte.

"Es ist eine Riesenfreude, wenn ich daran zurückdenke. Es waren eine fazinierende Zeit und eine riesige Erfahrung", sagt der 32-Jährige im Rückblick.

Am 24. März 2001 feierte Klose in Leverkusen sein Debüt im DFB-Team im WM-Qualifikationsspiel gegen Albanien und erzielte als Einwechselspieler den 2:1-Siegtreffer.

"Es war wie ein Traum"

"Erstes Länderspiel, erstes Tor - es war wie im Traum, wie im Märchen", erinnert sich der Pfälzer an seinen gelungenen Einstand.

"Damit fing ja alles an", sagt der 32-Jährige, der bei drei Weltmeisterschaften insgesamt 14 Tore erzielte, und nennt den ersten Treffer deshalb den wichtigsten seiner Karriere.

Und erinnert sich daran, dass viele seiner damaligen DFB-Teamkollegen fast in Vergessenheit geraten sind.

Und der heutige Teammanager Oliver Bierhoff war seinerzeit Kapitän der Mannschaft.

"Herr Bierhoff hat mir gratuliert. Das hat mich gefreut", sagte Klose damals schüchtern.

Müllers Rekord als großes Ziel

Mittlerweile ist Klose ein Garant für Erfolg.

Er ist der zweitbeste Torschütze in der WM-Geschichte und mit 59 Treffern der zweitbeste Torjäger in der Historie der deutschen Nationalmannschaft.

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Nur noch neun Treffer fehlen ihm zur Bestmarke von "Bomber" Gerd Müller.

"Der Rekord ist mein großes Ziel. Vielleicht klappt es ja schon zur EM 2012", sagt Klose.

Rückkehr nach Kaiserslautern

Am Samstag gegen Kasachstan (Sa., ab 19.30 Uhr im LIVE-TICKER) kehrt Klose nach Kaiserslautern zurück - den Ort, an dem seine Profi-Karriere begann.

"Das ist schon etwas Besonderes, dass mein Jubiläumsspiel auf dem Betzenberg stattfindet. Dort bin ich groß rausgekommen", sagt er auf SPORT1-Nachfrage und schließt auch eine Rückkehr zum FCK keinesfalls aus:

"Der Verein ist ein Teil meines Herzens. Die Hütte ist voll, die Hälfte der Karten habe ich gekauft. Ich bin sicher, dass die Stimmung gut sein wird."

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Vertrauen der Trainer wichtig

Obwohl der ehemalige Lauterer und Bremer beim FC Bayern hinter Mario Gomez nur zweite Wahl ist, wird ihn Bundestrainer Joachim Löw, anders als sein Vor-Vorgänger Rudi Völler vor zehn Jahren, wohl kaum als Joker einplanen.

Denn Klose, der in der EM-Qualifikation in vier Spielen sechsmal traf, ist bei Löw im Angriff gesetzt. Wie er es auch später unter Völler und dann bei Jürgen Klinsmann war.

"Rudi Völler, Jürgen Klinsmann, jetzt Joachim Löw - alles Top-Trainer. Und alle haben mir immer das Vertrauen geschenkt, das ist am wichtigsten", erklärt Klose, der das Vertrauen stets mit Leistung - und Toren - zurückzahlte.

"Als Zentrumsspieler war er bei der WM unheimlich stark und hat das auch zuletzt gegen Italien bewiesen", sagt Löw im SPORT1-Interview. Auch beim 1:1 gegen den Weltmeister von 2006 traf Klose ins Schwarze.

Im DFB-Team weiter vor Gomez

Gomez, der beim FC Bayern unter Trainer Louis van Gaal klar die Nummer eins vor Klose (erst ein Saisontor) ist und die Bundesliga-Schützenliste mit 19 Treffern anführt, muss im DFB-Team vorerst weiter die Bank drücken.

"Mario ist noch viel jünger und Miro wird nicht mehr so viele Jahre spielen", meint Löw.

Doch Klose, über den es zuletzt oft hieß, er werde wohl nach der EM in seinem Geburtsland Polen seine Karriere beenden, denkt noch längst nicht ans Aufhören.

EM 2012 nur als Zwischenziel?

"Ich will so lange in der Nationalmannschaft spielen, wie es geht. Und wenn ich 2012 nach der EM noch gesund bin, würde ich gerne weiter machen. Eine WM 2014 in Brasilien, das wäre ein Anreiz", sagte der WM-Torschützenkönig von 2006 der "Bild".

Und auf der Pressekonferenz am Donnerstag ergänzt er:

"Ich fühle mich fit und muss einfach von Jahr zu Jahr sehen, wie weit mein Körper das noch mitmacht. Aber ich habe ja bei Bayern praktisch eineinhalb Jahre ausgesetzt. Also kann ich die hinten dranhängen."

Denn nach der Vizeweltmeisterschaft in Japan und Südkorea, Platz zwei bei der EM 2008 und zweimal Platz drei bei den WM-Endrunden 2006 und 2010 würde Klose allzu gern mit der Nationalelf einen Titel gewinnen, bevor er abtritt.

"Bayern ist mein erster Ansprechpartner"

Wie es im Verein weitergeht, für den er zum letzten Mal im September von Beginn an auflief, "das hängt auch vom neuen Trainer ab", meint er.

"Ich habe immer betont, dass Bayer mein erster Ansprechpartner ist. Denn auch wenn ich momentan nur Ersatz bin: Ein ganz Blinder kann ich ja nicht sein."

Sein Vertrag endet am 30. Juni, doch unter dem künftigen Trainer Jupp Heynckes könnte Klose vielleicht eine neue Chance bekommen.

Er könne sich "alles vorstellen", sagt er: "Verlängern, Wechsel in der Liga oder ins Ausland."

Doch zuerst will er am Samstag weiter an seiner Erfolgsgeschichte in der Nationalelf schreiben.

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