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Joachim Löw (M.) ist seit 2006 Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft © imago

Vor der EM-Quali gegen Kasachstan verzichtet der Bundestrainer auf die übliche Vorbereitung. Nur eine Position ist offen.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Mainz - Als Joachim Löw und Philipp Lahm im Leibniz-Saal des Kurfürstlichen Schlosses in der abschließenden Pressekonferenz vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan (Sa., ab 19.30 Uhr im LIVE-TICKER) auf dem Podium saßen, war noch nicht offiziell, dass Jupp Heynckes in der kommenden Saison den FC Bayern trainiert.

Der Bundestrainer und der Nationalmannschaftskapitän wollten sich auch gar nicht zur Frage eines Journalisten äußern, ob Heynckes denn die perfekte Lösung für den Rekordmeister aus München sei.

"Es ist nicht meine Aufgabe zu sagen, ob Jupp Heynckes ein guter Trainer für den FC Bayern ist", sagte Löw und Lahm.

Und er betonte: "Die Vereine zählen hier nicht, hier zählt die Nationalmannschaft."

DFB-Team will weiße Weste wahren

Schließlich habe man ein wichtiges Spiel vor der Brust und wolle in Kaiserslautern "drei wichtige Punkte einfahren".

Im ersten Pflichtspiel des Jahres will das DFB-Team gegen den Underdog aus Osteuropa seine weiße Weste wahren und den Vorsprung auf die Verfolger ausbauen oder halten.

Löw ist so überzeugt von seiner Mannschaft, dass er sogar auf eine Video-Analyse des Gegners verzichtete.

Keine Video-Analyse notwendig

"Ich war der Meinung, dass es dieses Mal nicht von Nöten ist, uns zu viel mit dem Gegner zu beschäftigen", erklärte der Bundestrainer.

Man habe sich "das Spiel gegen Italien angesehen, obwohl Kasachstan ein anderer Gegner sein wird." Die Frage sei aber nicht: "Wie gut ist Kasachstan?", sondern einzig: "Wie gut sind wir?" (Joachim Löw im SPORT1-Interview - Teil eins)

Ein Sieg allein reiche nicht. "Wir können aus dem Vollen schöpfen und sind bestens vorbereitet. Wir wollen die Spielweise zeigen, die uns bei der WM so stark gemacht hat."

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Klose wohl von Beginn an

Schließlich stellte der Bundestrainer fest: "Wenn wir unsere Leistung abrufen, wird Kasachstan keine Chance haben!"

Dafür soll vor allem die deutsche Offensivabteilung mit Miroslav Klose als Sturmspitze sorgen. "Es ist zu erwarten, dass Miro das Spiel beginnt", verkündete Löw.

Klose, der am 24. März 2001, damals ebenfalls in Kaiserslautern, sein erstes Länderspiel absolvierte, will gegen die Kasachen sein Tor-Konto im DFB-Team erhöhen.

Müllers Rekord wackelt

Mit 59 Treffern fehlen ihm nur noch neun zum Rekord von Gerd Müller. "Als Zentrumsspieler war er bei der WM unheimlich stark und hat das auch zuletzt gegen Italien bewiesen", hatte Löw zuletzt im SPORT1-Interview erklärt.

Er sei "aber auch froh, dass Mario Gomez wieder in einer Form ist, in der er in den letzten zwei Jahren nicht immer war." Gomez, der beim FC Bayern als Sturmspitze klar vor Klose gesetzt ist, verfüge über "unglaubliche Qualität, eine tolle Dynamik und großes Selbstbewusstsein", meinte Löw.

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Schürrle auf der Bank

Wie Gomez muss sich auch Andre Schürrle gegen Kasachstan allerdings mit einem Platz auf der Ersatzbank begnügen.

"Er wird morgen nicht von Anfang an spielen", sagte Löw, kündigte aber an, dem Mainzer am Dienstag (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) gegen Australien einen Platz in der Startelf zu geben.

Als "Pfälzer Bub" hätte Schürrle in Kaiserslautern gerne gespielt. "Ich komme aus Ludwigshafen, aber darum geht es nicht", sagte der zukünftige Leverkusener. "Ich will hier zeigen, was ich kann. Den Rest muss der Bundestrainer entscheiden."

Podolski erhält den Vorzug

Löw hat sich dafür entschieden, statt Schürrle gegen Kasachstan Lukas Podolski spielen zu lassen.

In der Schaltzentrale wird Mesut Özil die Fäden ziehen.

"Wenn er am Ball ist, kann er immer etwas Herausragendes und Außergewöhnliches tun", schwärmte Löw von dem Mittelfeldstar von Real Madrid (Sami Khedira im SPORT1-Interview - Teil zwei).

Alle werden "90-Minuten-Einsatz bekommen"

In der Abwehr wird Löw voraussichtlich neben Lahm auf Per Mertesacker und Mats Hummels vertrauen.

Aber auch Holger Badstuber und Arne Friedrich stellte Löw einen Einsatz in Aussicht.

"Alle Spieler werden entweder am Samstag oder am Dienstag gegen Australien einen 90-Minuten-Einsatz bekommen", verriet er.

Eine Position noch offen

Wer auf der Position des Linksverteidigers spielen werde, ließ der Bundestrainer noch offen.

Dennis Aogo sei ein Spieler "mit großen technischen Fähigkeiten", Marcel Schmelzer lebe von seiner Dynamik und sei "auch auf einem sehr guten Weg."

Kapitän Lahm gab die Marschrichtung gegen die Kasachen vor: "Wir wissen, dass wir den Gegner lange bearbeiten mussten. Wir haben große Qualität, und das müssen wir zeigen."

Die voraussichtliche Aufstellung:

Deutschand: Neuer - Lahm, Mertesacker, Hummels (Badstuber), Aogo (Schmelzer) - Khedira, Schweinsteiger - Müller , Özil, Podolski - Klose

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