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Klose (l.) hat nach seinem Doppelpack gegen Kasachstan nun 61 DFB-Tore erzielt © getty

Mit zwei Doppelpacks sorgen die Bayern-Stürmer für klare Verhältnisse und bauen den Vorsprung in der EM-Qualifikation aus.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Kaiserslautern - Die deutsche Nationalmannschaft stürmt weiter mit großen Schritten der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine entgegen.

Im EM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan kam der WM-Dritte von 2010 am Samstagabend zu einem überzeugenden 4:0 (3:0) und führt die Gruppe A mit der Maximalausbeute von 15 Punkten souverän vor Österreich und Belgien (je 7) an. (DATENCENTER: Gruppe A)

Miroslav Klose (3., 88.) und Thomas Müller (25. und 43.) erzielten die Tore für die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw, der im 65. Länderspiel unter seiner Regie den 44. Sieg feierte.

"Die erste Halbzeit war gut. Da hatten wir ein paar Chancen und gute Abschlüsse gegen einen defensiven Gegner. In der zweiten Halbzeit haben wir das hohe Tempo vermissen lassen und ein bisschen viel quer gespielt", sagte Löw. (AKTUELL: Die Stimmen zum Spiel)

"In der zweiten Hälfte war das zu wenig"

Seine Spieler sahen es ähnlich.

"Es war für uns nicht einfach, weil sich Kasachstan hinten reingestellt hat. Es war auch für die Zuschauer nicht immer schön anzusehen, es gab viel Ballgeschiebe. Wichtig war, dass wir den Schwung von der WM mitnehmen konnten. Dass es nicht so spektakulär wurde, lag am Gegner", meinte Müller.

"Es war ein schweres Spiel, von dem wir wussten, dass wir es gewinnen werden. Am Ende haben die Kräfte ein wenig nachgelassen, aber wir haben verdient gewonnen", sagte Mesut Özil.

Kapitän Philipp Lahm, war nur "mit der ersten Halbzeit zufrieden". "In der zweiten Hälfte, das war zu wenig. Aber es ist schwer, wenn man schon deutlich führt und der Gegner steht immer noch hinten drin. Ich vertraue auf die Qualität der Mannschaft, und ich bin sicher, dass wir die Qualifikation schaffen werden."

Badstuber beginnt

Die deutsche Mannschaft, in der Löw etwas überraschend Holger Badstuber in der Innenverteidigung neben Per Mertesacker aufgestellt hatte, kontrollierte das Geschehen vor 47.849 Zuschauern im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion von Beginn an nach Belieben.

Gerade einmal drei Minuten waren gespielt, als Klose die DFB-Auswahl in Führung brachte.

Nach einem Freistoß von der linken Seite von Bastian Schweinsteiger drückte der Bayern-Stürmer den Ball freistehend aus drei Metern flach in die rechte Torecke.

Druckvoller Beginn

Für den 32-Jährigen, der am 24. März 2001 an gleicher Stelle sein Debüt im DFB-Team gefeiert hatte, war es in seinem 107. Länderspiel sein 60. Tor.

Nur fünf Minuten später kam Lukas Podolski nach einem Zuspiel von Mesut Özil an der linken Strafraumecke zum Schuss, doch der Kölner schoss über den Kasten von Torhüter David Loria.

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Das DFB-Team, in dem Dennis Aogo auf der linken Abwehrseite den Vorzug gegenüber Marcel Schmelzer bekommen hatte, hielt den Druck hoch.

Lahm sorgt für Gefahr

In der 15. Minute hätte die nächste Bayern-Koproduktion beinahe zum 2:0 geführt. Nach Vorarbeit von Müller kam Philipp Lahm auf der rechten Strafraumseite frei zum Schuss, setzte den Ball aber über das Tor.

Kurz darauf wehrte Loria einen Podolski-Schuss nach Müller-Pass mit den Fäusten ab.

Neben Müller, Podolski und dem immer wieder aufrückenden Rechtsverteidiger Lahm sorgte vor allem Özil mit feinen Pässen immer wieder für Lücken in der Gästeabwehr.

Kasachstan überfordert

In der 21. Minute bediente Podolski mit einem Traumpass von der Mittellinie Klose, doch der ehemalige Lauterer legte sich den Ball bei der Mitnahme etwas zu weit vor.

Die Kasachen waren in allen Mannschaftsteilen überfordert. Nach 24 Minuten wusste sich Farkhadbek Irismetov nur mit einem plumpen Foul an Lahm zu helfen und sah die erste Gelbe Karte des Spiels.

Özils Freistoß von der rechten Seite beförderte Müller per Kopf zum 2:0 ins Tor (25.).

Deutschland ließ nicht locker und hatte in der 28. nach Vorarbeit von Podolski die nächste Großchance.

Nichts zu tun für Neuer

Der Kölner, von Bastian Schweinsteiger mit einem schönen Pass in den Strafraum eingesetzt, legte den Ball von der linken Seite zurück zu Klose, doch der schoss Loria an und brachte auch den Abpraller nicht im Netz unter.

Die Kasachen, bei denen Sturmspitze Sergey Khizhnichenko bei Mertesacker und Badstuber in besten Händen war, kamen kaum über die Mittellinie und schossen erst in der 33. Minute zum ersten Mal auf das Tor von Manuel Neuer.

Der Schalker kam so immerhin zu seiner ersten ernsthaften Ballberührung.

Sein ehemaliger Vereinskollege Özil leitete zehn Minuten später mit einer schönen Vorlage Müllers zweiten Treffer (43.) ein.

Schwache zweite Hälfte

Nach dem Wechsel verflachte die Partie total. Die deutsche Mannschaft schaltete mindestens zwei Gänge runter.

Müller tauchte völlig ab, Schweinsteiger leistete sich reihenweise Fehlpässe, von Podolski war kaum noch etwas zu sehen und auch Özil wirkte zunehmend lustlos.

In der 65. Minute kam Mario Gomez für Podolski als zweite Sturmspitze ins Spiel. Özil übernahm Podolskis Part im linken Mittelfeld.

Drei Minuten später hatte Gomez das 4:0 nach einer Lahm-Hereingabe auf dem Fuß, traf den Ball aber nur mit der Außenseite.

Kukkeev mit der besten Chance

In der 71. Minute hatten die in der EM-Qualifikation noch punkt- und torlosen Kasachen ihre beste Aktion: Kukkeev zog auf dem linken Flügel an Lahm vorbei, zog ab, doch sein Schuss aus spitzen Winkel verfehlte das Tor knapp.

In der 78. Minute hatte Löw ein Einsehen: Er nahm Schweinsteiger vom Platz und ersetzte ihn im defensiven Mittelfeld durch Toni Kroos. Für Müller kam Mario Götze.

Der Dortmunder fand sofort ins Spiel und legte von der rechten Strafraumseite für Klose auf, der sich den Ball aber wieder zu weit vorlegte und die Chance vergab.

Gomez, der beim FC Bayern vor Klose die klare Nummer eins im Sturm ist, wirkte bei seinen Angriffsbemühungen glücklos.

Klose rückt immer näher an Müller heran

In der 88. Minute erzielte Klose nach Vorarbeit des ansonsten unauffälligen Khedira das 4:0 und erhöhte sein Torkonto im DFB-Dress auf 61.

Damit fehlen dem "Pfälzer Bub" nur noch sieben Treffer zum Rekord von Gerd Müller.

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