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Arne Friedrich (l.) steht vor seinem 80., Mats Hummels vor seinem vierten Länderspiel © imago

Gegen Australien verteidigen Arne Friedrich und Mats Hummels. Für den Platz neben Per Mertersacker gibt es mehrere Kandidaten.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Düsseldorf - Neues Spiel, neues Glück.

Gegen Australien (Di., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) wird die deutsche Nationalmannschaft mit einer neu formierten Innenverteidigung antreten.

Arne Friedrich und Mats Hummels bekommen ihre Chance, nachdem beide beim 4:0-Sieg gegen Kasachstan noch zum Zugucken verdammt waren.

Friedrich saß auf der Bank, Hummels stand nicht einmal im Kader. Doch gegen die "Socceroos" werden beide über 90 Minuten ihre Klasse zeigen können.

Friedrich, der nach seinen starken Leistungen bei der WM vom Verletzungspech getroffen wurde, brennt auf seine Rückkehr ins DFB-Team.

"Es geht mir körperlich super"

"Für mich ist es etwas dumm gelaufen, aber jetzt geht es mir körperlich super", sagt Friedrich, der bei der WM neben Per Mertesacker eine feste Größe im Abwehrzentrum war, sich dann aber einen Bandscheibenvorfall zuzog.

"Es ist klar, dass ich mich jetzt erst ein Stück weit hinten anstellen muss", sagt der Routinier, der im Sommer von Hertha BSC zum VfL Wolfsburg gewechselt war.

"Aber ich warte auf meine Chance, und wenn ich sie bekomme, werde ich sie nutzen. Ich freue mich, dass ich mein 80. Länderspiel machen kann."

Letzter DFB-Einsatz vor acht Monaten

Vor acht Monaten trug Friedrich zum letzten Mal das Nationaltrikot. Für das Testspiel gegen Italien nominierte Bundestrainer Joachim Löw den 31-Jährigen wieder, doch zu einem Einsatz reichte es noch nicht.

Nun ist er wieder topfit. "Arne Friedrich habe ich in dieser Woche wieder in WM-Form gesehen", sagte Löw schon vor dem Kasachstan-Spiel.

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Lob für "Härtefall" Hummels

Als "sehr aggressiv, konzentriert und effektiv" beschrieb Löw seinen "Mister Zuverlässig".

An Friedrichs Seite wird Hummels sein viertes Ländespiel machen. Der Dortmunder erntet ebenfalls lobende Worte von Löw.

"Ich sehe, dass Mats Hummels in der Bundesliga eine sehr, sehr gute Saison spielt und sich enorm entwickelt hat", so der Bundestrainer.

Auf die SPORT1-Frage, warum Hummels dann gegen Kasachstan nicht einmal im Kader stand, antwortete Löws Co-Trainer Hansi Flick am Montag:

"Wir sind von Mats überzeugt, aber wir haben gegen Kasachstan eher über die Offensive nachgedacht."

Er und Löw seien "froh, ihn zu haben", aber es gebe immer Härtefälle und "dieses Mal hat es ihn getroffen", erklärte Flick und ergänzte: "Er wird spielen und zeigen, dass er das umsetzen kann, was wir von ihm erwarten."

[kaltura id="0_afufi6tg" class="full_size" title="Mit B-Elf gegen die "Socceroos""]

Löw nimmt auch Höwedes in Boot

Löw hatte am Freitag betont, seinen Weg in die Nationalmannschaft müsse Hummels trotz starker Leistungen im Verein "aber noch machen."

Holger Badstuber, der in allen fünf Pflichtspielen seit der WM und auch im Test gegen Italien anstelle von Friedrich links neben Mertesacker verteidigte, hat dies bereits geschafft.

Badstuber habe "nach der WM mit sehr, sehr guten Leistungen aufgewartet", so die Einschätzung des Bundestrainers.

Obwohl er bei Bayern die Belastungen wohl nicht immer leicht wegstecken könne, sei Badstuber "ein Spieler von hoher Qualität."

Generell könne er in der Innenverteidigung "alle vier Kandidaten spielen lassen", stellte Löw fest und erwähnte auch noch den Namen Benedikt Höwedes.

"Das höre ich jetzt zum ersten Mal", sagte Höwedes am Montag zu SPORT1.

Auswahl an Verteidigern "komfortabel"

Wenn es denn so sei, dann höre er das natürlich gerne, aber für ihn sei es "zunächst wichtig, dass ich bei Schalke meine Leistung bringe. Wenn die gut seien, könne man vielleicht auf eine Nominierung hoffen."

Auch Freiburgs Ömer Toprak, der vom türkischen Verband umworben wird, der momentan am Meniskus verletzte Jerome Boateng, Linksverteidiger Dennis Aogo, HSV-Kapitän Heiko Westermann und Stuttgarts WM-Teilnehmer Serdar Tasci zählen zum Kreis der Anwärter.

Löw kann aus dem Vollen schöpfen. "Die Situation in der Abwehr" sei, so der Bundestrainer, "völlig komfortabel".

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