Ein Interview mit Broich endet abrupt, setzt sich aber im Taxi fort. Dort erinnert sich "Mozart" an Kickversuche eines SPORT1-Redakteurs.

Düsseldorf, Medienhafen: Die Pressekonferenz der Nationalmannschaft ist vorbei, der aktuelle Text verschickt. Zeit für ein kurzes Telefonat.

Ich sitze in der Sonne, wähle die Nummer und bin gespannt, ob sie noch stimmt.

Thomas Broichs Nummer hat mir mein SPORT1-Kollege Andreas Kloo gegeben, der einst zusammen mit Thomas in der F-und E-Jugend kickte. Andreas als rechter Verteidiger, Thomas, selbstverständlich, als Spielmacher.

"Als er zu uns kam, dachte ich, aus dem wird nie was. Wir mussten ihm erstmal sagen, dass er die Hand nicht benutzen darf", erinnert sich Andreas, den wir in der Redaktion immer als "Voralpen-Maradona" belächeln.

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"Aber dann wurde Thomas besser. Ich habe ihm sogar mal zwei Tore vorgelegt. Frag ihn mal, ob er sich daran erinnert", gibt mir Andreas mit auf den Weg.

Freizeichen, dann nimmt jemand ab. "Hallo Thomas?" "Ja?" "Hier ist Thorsten Mesch von SPORT1. Haben Sie kurz Zeit für ein kleines Interview?"

Thomas, der einst von Mitspieler Stefan Reisinger und dann von den Medien wegen seiner Liebe zur klassischen Musik den Beinamen "Mozart" verpasst bekam, hat Zeit. Er erzählt von seiner Karriere in Deutschland, und er berichtet von seinem Neuanfang in Australien.

Dann muss er das Gespräch beenden. Er muss einen Zug erwischen - nach Mönchengladbach, zur Präsentation des Fimls "Tom meets Zizou - kein Sommermärchen".

Ich fahre auch sofort nach Gladbach, um mir vor der Filmaufführung die Pressekonferenz der Australier anzusehen. Nachdem die beendet ist, gehe ich durch die Katakomben des Borussia-Parks - und treffe Thomas!

Wir plaudern ein wenig und sprechen über seinen Film. Er muss zum Kino, besser gesagt zum Kulturzentrum Sonnenberg. Da will ich auch hin.

Thomas lädt mich ein, mit ihm im Taxi zu fahren und wir "ratschen" über Australien, die Menschen dort und den Fußball. In Australien werde jedes Wochenende ein Topspiel der Bundesliga im Fernsehen gezeigt, erzählt er.

Schließlich frage ich ihn, ob er sich noch an Andreas, meinen Kollegen und seinen ehemaligen Mitspieler erinnert.

"Andreas? Ja klar, aber das ist lange her", sagt Thomas. Von 1987 bis 1993 spielte Thomas beim ASV Rott am Inn, dann wechselte er zum TSV 1860 Rosenheim und 1996 zur SpVgg Unterhaching, ehe er die große Fußballbühne betrat.

Burghausen, Mönchengladbach, Köln, Nürnberg, und jetzt Brisbane in Australien, wo er auf Anhieb Meister wurde und Zweiter bei der Wahl zum Fußballer des Jahres.

Aus Oberbayern nach "Down under". Thomas Broich ist viel rumgekommen. Aber er hat seine Wurzeln nicht vergessen.

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