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DFB-Kapitän Bastian Schweinsteiger im Duell mit Australiens Jedniak © getty

Die "Socceroos" setzen sich gegen die deutsche B-Elf dank eines Doppelpacks durch. Die DFB-Auswahl enttäuscht größtenteils.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Mönchengladbach - Der zweite Anzug sitzt noch nicht.

Drei Tage nach dem 4:0-Sieg gegen Kasachstan in der EM-Qualifikation verlor die Nationalmannschaft von Bundestrainer Joachim Löw ihr Testspiel gegen Australien 1:2 (1:0).

Es war die erste Pleite seit dem 0:1 im WM-Halbfinale im vergangenen Juli gegen Spanien.

Löw, der im 66. Länderspiel unter seiner Regie die zehnte Niederlage hinnehmen musste, hatte die Starformationen gegenüber dem Kasachstan-Spiel auf acht Positionen verändert.

"Das ist ein bisschen schade. In der ersten Halbzeit haben wir es eigentlich ganz gut gemacht, auch die jungen Spieler. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel aus der Hand gegeben", sagte Löw.

Im vierten Spiel gegen Australien war es die erste Niederlage für das DFB-Team. Die deutsche Mannschaft war bei der WM 1974, beim Confederation Cup 2005 und bei der WM 2010 auf die "Socceroos" getroffen und hatte jeweils gewonnen.

Wiese steht im Tor

Wie bereits am Vortag von Co-Trainer Hansi Flick angekündigt, stand Tim Wiese anstelle von Manuel Neuer im Tor.

Die Vierer-Abwehrkette bildeten Christian Träsch, Mats Hummels, Arne Friedrich und Marcel Schmelzer, der auf der linken Abwehrseite Dennis Aogo ersetzte.

Bastian Schweinsteiger, der gegen Kasachstan bei seiner Auswechslung in der zweiten Halbzeit ausgepfiffen worden war, führte die DFB-Elf als Kapitän aufs Feld.

Bender debütiert

Neben Schweinsteiger hatten nur Thomas Müller und Lukas Podolski gegen Kasachstan von Beginn an auf dem Platz gestanden.

Im defensiven Mittelfeld feierte der Dortmunder Sven Bender sein Debüt im A-Team, im rechten offensiven Mittelfeld spielte erstmals der Mainzer Andre Schürrle von Anfang an.

Im Sturm begann Gomez, Miroslav Klose saß zunächst auf der Ersatzbank.

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Schleppender Beginn

Vor 30.152 Zuschauern im Gladbacher Borussia-Park, unter Ihnen auch Michael Ballack, entwickelte sich die Partie gegen den vom deutschen Trainer Holger Osieck trainierten Vize-Asienmeister schleppend.

Lediglich eine scharfe Hereingabe von Podolski auf Müller sorgte für etwas Unruhe im Strafraum der Gäste.

In der 15. Minute sorgte Gomez nicht durch eine Torchance für Aufsehen, sondern weil er vom Platz humpelte. Er kehrte jedoch sofort auf den Rasen zurück.

Zwei Minuten später blieb Träsch nach einem Zusammenprall liegen, aber auch der Stuttgarter blieb unverletzt.

Gomez trifft in den Winkel

Den ersten gefährlichen Torschuss gaben die Gäste ab. In der 19. Minute kam Brett Holman auf der linken Strafraumseite zum Schuss, doch der Australier schoss den Ball volley rechts am Tor vorbei.

Löws Elf hatte die erste Chance durch einen Podolski-Freistoß (24.), der knapp am Tor von Mark Schwarzer vorbeisegelte.

Zwei Minuten später zielte Gomez genauer. Nach einem Pass von Schweinsteiger legte Schürrle den Ball im Strafraum zurück, und Gomez zirkelte die Kugel von der Strafraumgrenze mit einem Rechtsschuss in den linken Winkel.

Für den Bayern-Profi war es das 15. Tor im 43.Länderspiel.

Bis zur Halbzeit tat sich nicht viel. Wiese bekam etwas Arbeit durch Kopfbälle von Brett Emerton (29.) und Mile Jedinak, hatte aber beide Male keine Mühe.

Gute Chance für Podolski

Nach der Pause kamen beide Teams unverändert aus den Kabinen.

Kurz nach dem Wiederanpfiff hätte Podolski auf 2:0 erhöhen können, doch der Kölner flankte uneigennützig zu Müller. Podolski kam wieder an den Ball, köpfte aber knapp am Tor vorbei.

Ballack hatte auf der Tribüne den Torschrei schon auf den Lippen.

In der 58. Minute wurde ein Flachschuss von Podolski aus zwölf Metern kurz vor der Linie zur Ecke geblockt.

Drei Minuten später glich Carney nach einem Solo durch zwei Abwehrspieler hindurch aus. Es war im 845. Länderspiel das 1000. Gegentor für die DFB-Auswahl.

Träsch verursacht Elfmeter

In der 64. Minute entschied der französische Schiedsrichter Stephane Lannoy nach einem Foul von Träsch auf Strafstoß. Harry Kewell war im Duell mit dem Stuttgarter gefallen, die Entscheidung war zumindest fragwürdig.

Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Luke Wilshire zum 1:2.

Löw wechselte sofort: Für Schweinsteiger kam sein Münchner Vereinskollege Toni Kroos, für Müller brachte er mit Mario Götze, den vierten Dortmunder.

Nur vier Minuten später glänzte Götze mit einem Pass auf Schürrle, der aber den Ball genau auf Schwarzer schoss.

In der 73. Minute schallte Jubel durch das Stadion, obwohl überhaupt gar kein Tor gefallen war. Klose wurde für Gomez unter dem Beifall der Fans eingewechselt und kam so zu seinem 108.Länderspiel.

In der ewigen Bestenliste zog der 32-Jährige dadurch mit Jürgen Klinsmann gleich und kletterte auf Platz zwei hinter Lothar Matthäus.

Klose zieht mit Klinsmann gleich

Fünf Minuten später hatte Klose sein 62. Länderspieltor auf dem Fuß, als er frei auf Schwarzer zulief. Doch er setzte den Ball knapp rechts am Gästetor vorbei.

Bei den Australiern brachte Coach Osieck zehn Minuten vor dem Ende der Neu-Düsseldorfer Robbie Kruse ins Spiel.

In der 89. Minute sah Klose nach einer vermeintlichen Schwalbe im Strafraum Gelb. "Es war eine Berührung da. Das hat auch der Gegenspieler zugegeben", ärgerte sich Klose.

Am Ende feierten die Australier einen etwas glücklichen, aber nicht unverdienten Sieg.

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