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Ilkay Gündogan hat bisher für die U 21 zwei Tore erzielt © imago

Sieg verschenkt - Erkenntnisse gewonnen. U21 zieht positive Bilanz. Für die EM-Qualifikation sieht sich das Team gut gerüstet.

Kassel - Gelernt hat Ilkay Gündogan in den vergangenen Tagen wahrlich schon genug.

Für die Schule, versteht sich:

"Erst gestern hatte ich Abiturprüfung. Mathe-LK, Kurvendiskussion. Zum Glück ist das geschafft", sagte der U-21-Nationalspieler am Dienstagabend in Kassel.

Da hatte er gerade eine weitere Lehrstunde erhalten. Diesmal allerdings auf dem Fußball-Platz.

2:0 führte der DFB-Nachwuchs bereits gegen Rekord-Europameister Italien, hatte Chancen für fünf oder sechs Tore.

Sieg aus der Hand gegeben

Doch in der letzten Viertelstunde gab das junge Team den schon sicher geglaubten Sieg aus der Hand, am Ende hieß es 2:2 (1:0).

"Es sollte irgendwie nicht sein", sagte Abiturient Gündogan und benutzte dann wieder seine aktuelle Lieblings-Vokabel: "Von so einem Spiel können wir alle nur lernen."

Das freilich gilt auch für die Kollegen, die die Schulbank bereits hinter sich gelassen haben.

Kapitän Lewis Holtby etwa, der mit seinem Doppelpack (14., 59.) zum Mann des Spiels wurde, aber auch zahlreiche Chancen ungenutzt ließ.

"Wäre es heute um Punkte gegangen, wäre das richtig bitter. Jetzt wissen wir zumindest, wie es ist, ein 2:0 zu verspielen", sagte der Mainzer über den Lerneffekt eines kuriosen Spiels.

[kaltura id="0_ek6clk77" class="full_size" title="Bitteres Remis gegen Italien"]

Aufwärtstrend unverkennbar

Immerhin: Der Aufwärtstrend der U 21 ist nach dem peinlichen Scheitern in der EM-Qualifikation an Island unverkennbar.

Zum siebten Mal in Folge blieb das Team von DFB-Trainer Rainer Adrion ungeschlagen und scheint gerüstet für die nächste Aufgabe: Ab August geht es um das Ticket für die EM 2013 in Israel.

"Am Ende stimmte die Zuordnung nicht mehr"

"Wir haben gegen die Niederlande und heute zwei richtig gute Spiele gemacht", sagte auch Adrion, der gegen Italien gleich 17 Akteure brachte. Mit entscheidenden Folgen:

"Am Ende stimmte die Zuordnung bei den Standards nicht mehr. Das ist schon schade, denn im Fußball geht es nun mal ums Gewinnen", sagte der Coach, dem vor August nur noch ein Test Ende Mai in Portugal bleibt.

Kirchhoff: "Gefühlte Niederlage"

Innenverteidiger Jan Kirchhoff empfand das Remis derweil als eine "gefühlte Niederlage". Doch auch bei dem Mainzer überwogen am Ende die positiven Eindrücke der vergangenen Monate.

"Die spielerische Entwicklung der Mannschaft ist sehr gut. Man sieht die Philosophie. So können wir die EM-Qualifikation erfolgreich bestreiten", sagte der 20-Jährige.

Gymnasiast Gündogan dachte da schon wieder an die Schule.

Gündogan: Erst Abi, dann Karriere

Denn fertig ist er noch nicht mit dem Abitur, noch steht die mündliche Prüfung in Ethik aus.

"Das fällt mir aber nicht schwer. Mündlich hab ich es drauf", sagte der Mittelfeldspieler des 1. FC Nürnberg, der auch "ein bisschen stolz" darauf ist, Abitur und Fußball unter einen Hut zu bekommen.

Wenn die Reifeprüfung dann endlich absolviert ist, darf Gündogan sich endlich mit vollem Einsatz ins Abenteuer Profifußball stürzen.

"ch hoffe, dass für mich dann noch ein paar Schritte folgen", sagte der Ballkünstler: "Ich bin jedenfalls äußerst lernhungrig."

Das freilich hat er in den vergangenen Tagen des Öfteren bewiesen.

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