Die 1:2-Niederlage im Testspiel gegen Australien schmerzt die DFB-Spieler und die Zuschauer. Die ärgern sich zu Recht.

Testspiele, Freundschaftsspiele, wie immer sie man auch nennen mag, sind nicht die Sache der deutschen Nationalmannschaft.

Das hat das 1:2 gegen Australien wieder bestätigt.

Wenn es sportlich um nichts geht, tut sich die DFB-Auswahl meistens sehr schwer und/oder präsentiert sich in schwacher Verfassung.

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So auch im vergangenen November beim 0:0 in Schweden, beim 2:2 im August 2010 in Dänemark, oder beim 0:1 im Februar vergangenen Jahres gegen Norwegen. Lediglich im Prestigeduell gegen Italien kamen Fachleute und Fans auf ihre Kosten.

Schon Ende März 2007 bot Bundestrainer Joachim Löw beim 0:1 gegen Dänemark, ebenfalls zwischen EM-Qualifikation und Bundesliga-Endphase ein B-Team auf.

Von den Spielern, die damals in Duisburg zum Einsatz kamen, stand jetzt in den beiden Spielen gegen Kasachstan und Australien niemand mehr im Kader.

Verlierer sind häufig die Spieler - und die Zuschauer.

Wozu also all die Testerei, wenn später doch niemand den Durchbruch schafft oder schnell wieder in Vergessenheit gerät und die Fans sauer sind, könnte man zynisch fragen.

Doch die meisten der jungen Kicker, die gegen Australien verloren, können durchaus auf eine erfolgreiche Zukunft in der Nationalmannschaft hoffen.

Nur sollte sie der Bundestrainer nicht nur vorwiegend in belanglosen Tests einsetzen, in denen Spieler in einer Mannschaft auflaufen, die vermutlich nie wieder in dieser Formation antreten werden.

In der Halbzeit des Kasachstan-Spiels wäre beim Stand von 3:0 die Möglichkeit gewesen, etwas unter, wenn auch unter - oder gerade wegen der - erleichterten Wettkampfbedingungen auszuprobieren. Doch Löw wechselte die jungen Mario Götze und Toni Kroos erst zwölf Minuten vor dem Ende ein.

Ein früherer Tausch hätte Bastian Schweinsteiger, der momentan ohnehin weit von seiner Bestform entfernt ist, vielleicht auch die Pfiffe der Fans in Kaiserslautern erspart.

Apropos Zuschauer: Der Borussia Park in Mönchengladbach war nur zu zwei Dritteln gefüllt. Man sollte beim DFB darüber nachdenken, Testspiele in kleineren Stadien mit niedrigeren Ticketpreisen auszutragen.

Dann kommen hauptsächlich Anhänger, für die es wirklich etwas Seltenes oder Besonderes ist, zur Nationalelf zu gehen.

Und dann ist am Ende vielleicht die Enttäuschung nicht ganz so groß.

Spanien, Welt- und Europameister, hat übrigens sein EM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien in Granada ausgetragen. Das Stadion "Nuevo Los Carmenes" fasst zwar nur 16.200 Zuschauer, aber es war ausverkauft.

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