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Matthias Sammer, Europas Fußballer des Jahres 1996, verlängert beim DFB bis 2016 © getty

Der Sportdirektor des DFB verlängert seinen Vertrag vorzeitig um weitere drei Jahre. Präsident Zwanziger zeigt sich hocherfreut.

Frankfurt/Main - Kontinuität statt Konfrontation:

Nach dem Burgfrieden mit Bundestrainer Joachim Löw hat Sportdirektor Matthias Sammer seinen Vertrag beim DFB bis 2016 verlängert.

Am Freitag einigten sich der Verband und der zuletzt von mehreren Bundesligisten umworbene Europameister von 1996 auf eine vorzeitige Verlängerung des bis 2013 laufenden Kontrakts um weitere drei Jahre.

Sammer ist seit April 2006 Sportdirektor beim DFB und dabei hauptverantwortlich für die Teams unterhalb der U 21 (DATENCENTER: EM-Qualifikation).

Sammer zuversichtlich für die Zukunft

"Mit der Vertragsverlängerung und der daraus resultierenden Kontinuität auf der Position des Sportdirektors dokumentieren wir die gestiegene Bedeutung der Nachwuchsarbeit für den deutschen Fußball", sagte Sammer nach der Vertragsunterzeichnung in Frankfurt.

Und weiter: "Dadurch schaffen wir gemeinsam mit vielen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern die Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung unserer Eliteförderung. Diese Arbeit ist der Schlüssel, den deutschen Fußball in der Weltspitze zu etablieren."

Auch Zwanziger erleichtert

Erleichtert zeigte sich nach der Vertragsverlängerung auch DFB-Präsident Theo Zwanziger, der bereits vor einigen Wochen angekündigt hatte, gerne mit dem früheren Dortmunder Meister-Trainer zusammenarbeiten zu wollen.

"Ich freue mich, dass wir nach der Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Joachim Löw (Interview) und seinem Team auch mit unserem Sportdirektor langfristig planen können. Matthias Sammer ist einer der wichtigsten sportlichen Köpfe unseres Verbandes, der im Bereich der Jugend- und Talentförderung ausgezeichnete Arbeit leistet und viel bewegt", sagte Zwanziger.

Verhältnis zu Löw "intakt"

Sammer, der zu Jahresbeginn heftig vom HSV umworben worden und auch mal als neuer Coach von Bayern München im Gespräch gewesen war, hatte im vergangenen Jahr den internen Machtkampf gegen Löw verloren.

Der Bundestrainer hatte sich für die Weiterbeschäftigung von U-21-Trainer Rainer Adrion ausgesprochen, obwohl dieser in der EM-Qualifikation mit dem Titelverteidiger gescheitert war.

"Das Verhältnis zur sportlichen Führung der Nationalmannschaft um Joachim Löw ist völlig intakt. Wir verfolgen zum Wohle des deutschen Fußballs und damit auch des Verbandes dasselbe Ziel und haben dieselbe Philosophie", erklärte Sammer.

Allerdings ergänzte der Sportdirektor auch: "Dass man in Detailfragen mal unterschiedlicher Meinung ist, ist völlig normal. Das gehört zu einer normalen Streitkultur. Uns geht es aber immer nur um die Sache."

"Noch eine Menge zu tun"

Sammer, Europas Fußballer des Jahres 1996, und Löw ziehen am selben Strang - das war für Zwanziger ein entscheidendes Kriterium, den früheren Dortmunder Coach langfristig an den Verband zu binden.

"Die Irritationen um die U 21 sind längst ausgeräumt, Matthias Sammer und Joachim Löw haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander", sagte der DFB-Boss.

Der gebürtige Dresdner Sammer war 2006 gegen den Widerstand von Teammanager Oliver Bierhoff und des damaligen Bundestrainers Jürgen Klinsmann, die den ehemaligen Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters für die neu geschaffene Position des Sportdirektors vorgeschlagen hatten, vom DFB verpflichtet worden.

"Wir haben den Fußball in Deutschland auf einen guten Weg gebracht und vor allem in der Nachwuchsarbeit viele Verbesserungen erreicht", sagt Sammer: "Aber es gibt immer noch eine Menge zu tun. Und es ist eine faszinierende Aufgabe, diesen Weg beim Verband weiterzugehen."

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