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Samed Yesil (r.) spielt bei Bayer Leverkusen in der U19 © getty

Die U17-Auswahl unter Trainer Steffen Freund hält im EM-Finale nur eine Hälfte mit. Doch dann dreht das Oranje-Team auf.

Novi Sad - Als der Traum vom zweiten EM-Titel geplatzt war, wurde Theo Zwanziger zum Trostspender.

"Niederlagen machen stark. Ihr seid immerhin die zweitbeste U17-Mannschaft Europas. Der DFB ist stolz auf Euch", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, der extra für das Finale nach Serbien gereist war.

Zweimal hatte die Mannschaft von Trainer Steffen Freund gegen die Niederlande geführt, am Ende aber mit 2:5 (2:2) den Kürzeren gezogen.

Während das Oranje-Team nach dem Schlusspfiff ausgelassen auf dem Rasen tollte, mussten Freund und Zwanziger die Tränen der deutschen Junioren trocknen.

Freund stolz, Zwanziger zollt Respekt

"Im Moment sind die Spieler und ich natürlich enttäuscht, das ist auch in Ordnung. Auf die Leistung meiner Mannschaft während des Turniers bin ich stolz", sagte der Trainer, der die Partie nach einem Feldverweis aus dem Halbfinale von der Tribüne verfolgen musste:

"Den Niederlanden möchte ich zum verdienten Sieg gratulieren. Sie waren in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft."

Ähnlich sah es der Verbandsboss.

"Mein Respekt vor der tollen spielerischen, taktischen und charakterlichen Leistung im ganzen Turnier", meinte Zwanziger, während die deutschen Junioren mit gesenktem Kopf vom Platz schlichen.

Zweimal in Führung durch Yesil und Aydin

Die beiden Leverkusener Samed Yesil und Okan Aydin hatten Deutschland in der Neuauflage des Endspiels von 2009 sogar zweimal in Führung gebracht.

Doch anders als beim 2:1-Triumph nach Verlängerung vor zwei Jahren schlugen die Niederländer zurück. Nach dem Seitenwechsel ging der deutschen Mannschaft schließlich die Luft aus.

6000 Zuschauer in Novi Sad, darunter neben Zwanziger auch DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, Generalsekretär Wolfgang Niersbach und UEFA-Präsident Michel Platini, sahen eine furiose erste Halbzeit.

Frühe DFB-Führung

Anders als beim 0:2 gegen das Oranje-Team im ersten Gruppenspiel begann der DFB-Nachwuchs konzentriert und ging schon nach acht Minuten zur Führung.

Der im Halbfinale gesperrte Samed Yesil erzielte nach schöner Einzelleistung seinen dritten Treffer der Endrunde.

Die Niederlande, die in der Vorschlussrunde bereits Titelverteidiger England ausgeschaltet hatte, zeigte sich von ihrem ersten Gegentor des Turniers wenig beeindruckt und kam durch Tonny Trindade de Vilhena (23.) zum schnellen Ausgleich.

Auch die erneute deutsche Führung durch Okan Aydin (32.) hielt nur kurz, erneut Trindade de Vilhena nutzte einen Patzer von Schlussmann Odisseas Vlachodimos (34.).

Nach dem Seitenwechsel lief bei der deutschen Mannschaft dann nicht mehr viel zusammen.

Durchsetzungsvermögen fehlt

Das schnelle 2:3 durch Memphis Depay (43.) hinterließ eine rat- und mutlose deutsche Mannschaft, der es an Ideen und Durchsetzungsvermögen fehlte.

Terence Kongolo (52.) und Lorenzo Ebecilio (77.) sorgten für die Entscheidung.

Am Ende blieb immerhin der zweite Platz, der nach einem äußerst holprigen Turnierstart schon außer Reichweite schien.

Nach der Auftaktniederlage gegen das Oranje-Team und einer mäßigen Chancenverwertung in den folgenden Duellen gegen Tschechien (1:1) und Rumänien (1:0) zog das deutsche Team nur mit Glück in das Halbfinale ein, im dem auch noch vier Leistungsträger gelbgesperrt fehlten.

Im Juni nach Mexiko

Dennoch biss sich die Elf beim 2:0 gegen Dänemark durch.

Durch die Finalniederlage verpasste der DFB auch den erhofften vierten Titel innerhalb von drei Jahren im Nachwuchsbereich.

Die deutsche U19 (2008), U17 und U21 (beide 2009) hatten zuletzt bei der EM triumphiert, hinzu kam 2007 WM-Bronze für die U17.

Im Juni steht die U17-WM in Mexiko an, die Auslosung findet schon am Dienstag statt.

"Da beginnt für uns schon wieder die Vorbereitung", erklärte Freund.

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