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Joachim Löw ist seit 2006 verantwortlich für die Nationalmannschaft © getty

Vor dem Länderspiel-Dreierpack sorgt sich Löw um die Motivation der Nationalspieler. Zudem nominiert er einen Schalker nach.

Frankfurt - Strand und Meer müssen warten: Während die meisten deutschen Fußballprofis schon seit Tagen unter Palmen ihren Sommerurlaub genießen, beginnt für die Nationalspieler das Ferienvergnügen erst am 8. Juni.

Zuvor muss der WM-Dritte noch beim Benefizspiel gegen Uruguay am Sonntag in Sinsheim (So., ab 19.45 Uhr im LIVE-TICKER) und anschließend in den beiden EM-Qualifikationspielen in Wien gegen Österreich (3. Juni) und in Baku gegen Aserbaidschan (7. Juni) nachsitzen.

Trotz einiger gravierender Personalprobleme im defensiven Mittelfeld wird Bundestrainer Joachim Löw seinen aussortierten Kapitän Michael Ballack aber nicht aus dem Liegestuhl in das DFB-Team zurückholen.

Fragezeichen hinter Khedria

"Zu dem Thema ist alles gesagt", sagte der Bundestrainer und ergänzte: "In Simon Rolfes, Christian Träsch oder Toni Kroos haben wir für das Mittelfeld Alternativen, die alle schon ihre Qualitäten bewiesen haben."

In Bastian Schweinsteiger (Zehenbruch) und Sven Bender (Knie-OP) fallen zwei "Sechser" aus. Zudem steht hinter Sami Khedira noch ein Fragezeichen.

Auch Debütant Marco Reus wird nicht taufrisch aus den Relegationsspielen von Borussia Mönchengladbach zum A-Team kommen.

All das wird die Diskussionen um Ballack in den kommenden Tagen noch einmal gewaltig anheizen - ob Löw will oder nicht.

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Höwedes nachnominiert

"Sicherlich ist es nicht einfach, einen Bastian Schweinsteiger zu ersetzen, und auch nicht einen Sami Khedira. Bei Khedira bin ich aber optimistisch, dass er uns in den EM-Qualifikationsspielen zur Verfügung steht. Gegen Uruguay werde ich nicht das Risiko eingehehen, ihn spielen zu lassen", sagte Löw.

Nach den kurzfristigen Ausfällen von Schweinsteiger und Bender nominierte Löw am Donnerstag anstelle von DFB-Kapitän Ballack Verteidiger Benedikt Höwedes vom Pokalsieger Schalke 04 nach.

Höwedes blies nach dem Anruf von Löw sofort seinen Urlaub ab. "Als sich der Bundestrainer bei mir auf dem Handy meldete, war ich total überrascht. Mit dieser Einladung hatte ich wirklich nicht mehr gerechnet. Ich freue mich riesig darüber", sagte Höwedes.

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"Überstunden sind nötig"

Ungeachtet der personellen Sorgen muss Löw seine Profis zudem noch einmal für den Saisonschlussspurt motivieren.

"Die drei Spiele sind jetzt auch der Preis, den die Nationalspieler zahlen müssen. Für sie steht nun mal alle zwei Jahre im Sommer ein großes Turnier an, und in diesem Fall nach der Saison noch ein Kurzprogramm mit drei Länderspielen", rechnet Löw vor.

"Und für die Teilnahme an einer EM oder einer WM, die für jeden Fußballer das große Ziel sein muss, sind halt auch mal Überstunden nötig", sagte der Bundestrainer vor dem Treffpunkt der DFB-Auswahl am Freitag in Frankfurt/Main.

Problematik der Termine

Der 50-Jährige sieht zwar die Problematik der Termine, die zuletzt nicht nur von den Verantwortlichen von Bayern München kritisiert worden sind, setzt aber auf die Einsicht der Klubs und vor allem auf die Einstellung seiner Spieler.

"Das ist kein leichtes Unterfangen, da die Spieler alle schon einige freie Tage genießen konnten. Eines muss aber allen klar sein: Für die Nationalmannschaft stehen auf dem Weg zur EM noch zwei wichtige Spiele auf dem Programm, in denen wir das Tor zur EURO ganz weit aufschlagen können", sagte Löw.

"Das ist also kein Betriebsausflug zum Saisonabschluss. Aber ich setze da auch auf die Einstellung der Spieler, die mit Sicherheit mit der richtigen Einstellung an diese Aufgaben herangehen werden."

"Konzentration hochfahren"

Unabhängig von den Diskussionen um Ballack will Löw ab dem ersten Training am Freitagnachmittag seine Akteure wieder mit dem Arbeitsleben vertraut machen.

"In der ersten Woche vor dem Spiel in Österreich müssen wir zunächst mal die Konzentration wieder hochfahren", sagte der Bundestrainer, für den deshalb die Neuauflage des kleinen WM-Finales um Platz drei gegen Uruguay sportlich sinnvoll ist.

"Gegen Uruguay haben die Spieler im Blick auf die EM-Qualifikationsspiele in Österreich und Aserbaidschan die Möglichkeit, die Spannung nach einer kurzen Pause nach der Bundesliga-Saison wieder aufzubauen."

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