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Miroslav Klose absolvierte gegen Uruguay sein 109. Länderspiel © getty

Gegen Uruguay feiert das DFB-Team den ersten Testspiel-Erfolg seit der WM. In der Offensive und vor der Pause gelingt viel.

Vom DFB-Team berichtetThorsten Mesch

Sinsheim - Testspiele sind dazu da, wie der Name schon sagt, um etwas auszuprobieren.

Davon hat Joachim Löw am Sonntagabend reichlich Gebrauch gemacht. Gleich sechs Mal wechselte der Bundestrainer gegen Uruguay (411484Bilder) aus (411485DIASHOW: Die Einzelkritik).

Doch im Unterschied zu den vergangenen vier Testspielen seit der WM, von denen drei mit einem Remis und eins mit einer Niederlage geendet hatte, konnte sich Löw am Ende nicht nur über neue Erfahrungen, sondern auch über einen Sieg freuen.

Das 2:1 (2:0) (Spielbericht) in der Neuauflage des "kleinen" WM-Finales war auch für die knapp 26.000 Zuschauer in der Rhein-Neckar-Arena nett anzusehen.

"Haben Vollgas gegeben"

"Man weiß, dass Südamerikaner einen gepflegten Ball spielen. Deswegen war es auch ein Test, der für die Zuschauer schön war", sagte Mario Gomez, der nach 20 Minuten nach einer sehenswerten Einzelleistung die Führung erzielt hatte.

"Wir haben Vollgas gegeben und so muss es auch sein", meinte der Bayern-Stürmer, der sich mit einem starken Auftritt für weitere Einsätze empfahl.

Gomez glänzt, Klose bleibt blass

"Ich versuche mich immer anzubieten, aber letztendlich muss der Bundestrainer entscheiden", vermied Gomez die Formulierung eigener Ansprüche.

Im Gegensatz zum Bundesliga-Torschützenkönig, der allerdings weitere gute Möglichkeiten ungenutzt ließ, blieb der in der zweiten Halbzeit eingewechselte Miroslav Klose blass und strahlte keinerlei Torgefahr aus.

Klose fällt aus

Allerdings zog sich der Bayern-Spieler in der Partie eine schmerzhafte Rippenprellung zu und wird für die kommenden beiden Qualifikationsspiele ausfallen.

Laut DFB ergab das eine Kernspintomografie in München am Montagmorgen.

"Es ist bedauerlich, dass Miro ausfällt. Bei unseren Planungen für diese Begegnungen hat er gemeinsam mit Mario Gomez im Sturm eine wichtige Rolle gespielt. Über eine Nachnominierung werden wir uns Gedanken machen", sagte Joachim Löw in einer ersten Reaktion.

Löw zeigt sich zufrieden

Zum Test verriet er, dass ihm "vieles sehr gut" gefallen habe "vor allem in der ersten Halbzeit.

"In der zweiten Halbzeit haben wir ein paar kleinere Fehler gemacht, da war der Spielfluss auch bedingt durch die vielen Wechsel nicht mehr so vorhanden."

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Im ersten Durchgang ragten neben Gomez auch Andre Schürrle, der in der 35. Minute mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze zum 2:0 traf, und Mesut Özil, der das Tor vorbereitete, heraus.

Schürrle überglücklich

"Mein erstes Tor in der A-Nationalmannschaft geschossen zu haben, war ein Riesengefühl für mich", sagte Schürrle nach seinem dritten Länderspiel.

Wie Gomez machte auch Schürrle nachhaltig auf sich aufmerksam und erhöhte den Druck auf die etablierten Kräfte - in seinem Fall auf Lukas Podolski.

"Ich versuche einfach in jedem Training Gas zu geben und in jedem Spiel, wenn ich die Chance bekomme", sagte der 20-Jährige. "Am Ende muss der Bundestrainer entscheiden, wer spielt."

Ohne Özil kaum Ideen

Löw entschied, Schürrle ab der 58. Minute durch Podolski zu ersetzen.

Doch der Kölner fiel gegenüber dem zukünftigen Leverkusener ab.

Dass in der deutschen Offensive nach dem Seitenwechsel nicht mehr viel zusammenlief, lag allerdings auch daran, dass Özil als Ideen- und Passgeber fehlte.

[kaltura id="0_5i5qyq7l" class="full_size" title="Der besiegte Fluch"]

Höwedes feiert Debüt

"Man hat gesehen, dass jeder konzentriert war", kommentierte Kapitän Philipp Lahm. "Es hat zwar noch nicht alles geklappt, aber insgesamt war es eine gute Vorstellung."

Für Lahm spielte ab der 66. Minute auf der rechten Abwehrseite Benedikt Höwedes, der sich über seinen ersten Einsatz im DFB-Team freuen durfte.

"Dass ich ein Länderspiel machen durfte, macht mich sehr stolz", sagte der Schalker zu SPORT1.

"Sicherich war es für mich eine Krönung der ganzen Saison, auch wenn ich dachte, dass der DFB-Pokalsieg schon ein guter Abschluss war."

Rolfes meldet sich zurück

Auch Simon Rolfes hatte Grund zur Freude. Der im vergangenen Jahr lange verletzte Leverkusener absolvierte nach mehr als 19 Monaten wieder ein Länderspiel.

Rolfes spielte ordentlich, wenn auch nicht immer fehlerfrei. Auch Toni Kroos, Rolfes' Partner im defensiven Mittelfeld, zeigte gute Ansätze, wird sich aber hinten anstellen müssen, wenn Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira wieder fit sind.

Warten auf Khedira

Khedira, der gegen Uruguay nach seinem Muskelbündelriss aus dem spanischen Pokalfinale noch nicht wieder im Kader stand, könnte in Österreich in die deutsche Mannschaft zurückkehren.

In der Defensive empfahl sich vor allem Mats Hummels für höhere Aufgaben. Der Dortmunder agierte in der Innenverteidigung sicher und hatte eine gute Chance nach einer Standardsituation.

Friedrich verpasst Geburtstagsgeschenk

Arne Friedrich sorgte bei seinen Vorstößen für Gefahr, ein Tor blieb dem Wolfsburger an seinem 32. Geburtstag aber verwehrt.

"Ich habe alles versucht, aber es hat leider nicht geklappt", meinte Friedrich zu SPORT1. "Bei der ersten Chance nach Philipps (Lahm, d. Red) Flanke kam ich einen Schritt zu spät, und bei der zweiten war ich leider im Abseits."

Friedrich machte in der 66. Minute Platz für Holger Badstuber Platz, und auch Mario Götze und Christian Träsch durften noch ran.

Die Fans in Sinsheim verabschiedeten die DFB-Auswahl mit viel Applaus. Am Freitag kann Löws Truppe mit einem Sieg in Österreich einen großen Schritt in Richtung EM-Endrunde machen.

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