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Keine Abkürzung auf dem Weg zum Trainerjob: Miroslav Klose
Miroslav Klose absolvierte gegen Uruguay sein 109. Länderspiel © getty

Statt sich in der Nationalelf für den Verein zu empfehlen, ist Miro Klose nun verletzt. Der Routinier kämpft um seine Zukunft.

Vom DFB-Team berichtetThorsten Mesch

Frankfurt ? Seine Zukunft im Verein ist noch nicht geklärt, in der Nationalmannschaft wollte er sich den Kopf frei schießen.

Doch anstatt ein Tor bejubeln zu können, ist Miroslav Klose nun zum Zuschauen verdammt.

"Es ist bedauerlich, dass Miro für die beiden Länderspiele in Österreich und Aserbaidschan ausfällt", sagte Bundestrainer Joachim Löw am Montag in Frankfurt (411485DIASHOW: Deutschland - Uruguay: Die Einzelkritik).

Ausfall wegen Rippenprellung

Klose hatte sich am Sonntagabend im Testspiel gegen Uruguay (Spielbericht und 411484Bilder) eine schmerzhafte Rippenprellung zugezogen. Das ergab eine Kernspintomografie am Montagmorgen in München.

In den Planungen für die beiden anstehenden EM-Qualifikationsspiele habe Klose "gemeinsam mit Mario Gomez im Sturm eine wichtige Rolle gespielt", erklärte Löw und wünschte dem 32-Jährigen "einen guten und schnellen Heilungsverlauf."

Nachnominierung noch unklar

Unklar ist noch, für Klose einen anderer Spieler nachnominiert wird. Darüber werde man sich im Trainerstab Gedanken machen, meinte Löw.

Für Klose ist der verletzungsbedingte Ausfall bitter. Schließlich ging es für ihn darum, sich durch gute Leistungen in der Nationalmannschaft seine Zukunft im Verein zu sichern.

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Im Verein nur Ersatz

In der abgelaufenen Saison war der gebürtige Pole beim FC Bayern nur zweite Wahl.

Für die Münchner kam er gerade einmal auf ein Tor in 20 Bundesliga-Einsätzen - nur zwei davon über 90 Minuten. In zwei Champions-League-Spielen traf er ebenfalls ein Mal, im DFB-Pokal lief es mit drei Treffern in vier Spielen sogar sehr gut.

Im Vergleich zu seinen Erfolgen in der Nationalmannschaft, für die er bei der WM im vergangenen Jahr vier Tore erzielt hatte und anschließend in acht Spielen auf neun Tore kam, war seine Saison bei den Bayern äußerst unbefriedigend.

Interesse aus Italien, England und Spanien

Kloses Vertrag in München läuft Ende Juni aus. Der AC Mailand und Lazio Rom sollen laut der italienischen Tageszeitung "Corriere dello Sport" an einer Verpflichtung interessiert sein.

Zuletzt galten auch der FC Everton, Tottenham Hotspur und der FC Valencia als mögliche Ziele des ehemaligen Bremers 241095(DIASHOW: Die Planspiele des FC Bayern).

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Große Ziele mit dem DFB-Team

Klose, der gegen Uruguay sein 109. Länderspiel machte und damit wie in der DFB-Torjägerliste (61 Tore) alleiniger Zweiter ist, hat noch große Ziele.

Er möchte den Tor-Rekord Rekord von Gerd Müller (68) knacken und im Sommer nächsten Jahres seine Nationalmannschaft-Karriere mit dem EM-Titel krönen.

Wenn er sich nicht verletzt hätte, wäre Klose am Freitag in Österreich wohl wieder von Beginn an zum Einsatz gekommen, denn von Löw genießt er nach wie vor volles Vertrauen.

"Bei Miro weiß ich, dass ich mich auf ihn verlassen kann", sagte der Bundestrainer zuletzt.

Vertragspoker mit den Bayern

Dennoch braucht Klose regelmäßige Spielpraxis im Verein.

In München stand er in der vergangenen Saison klar im Schatten von Mario Gomez, der mit 28 Treffern Bundesliga-Torschützenkönig wurde.

Obwohl er kaum an Gomez vorbeikommt, will Klose in München bleiben. Er hätte gern einen Zweijahresvertrag, der FC Bayern bietet angeblich nur ein Jahr und die Option auf ein weiteres, wenn Klose auf 20 Pflichtspiel-Einsätzen käme.

Der neue Bayern-Trainer Jupp Heynckes würde den zweiterfolgreichsten Torschützen der WM-Geschichte dem Vernehmen nach gern halten, und auch seine Mitspieler sprechen sich für Kloses Verbleib aus.

Großes Lob von Müller

"Grundsätzlich würde ich schon sagen, dass er die Qualität hat, um bei Bayern zu bleiben. Er ist ein erfahrener Profi. Auch wenn er im Verein nicht gespielt hat, hat er sich immer mannschaftsdienlich verhalten", sagt Thomas Müller im Gespräch mit SPORT1.

Klose sei ein "sehr guter Typ, von dem man sich einiges abschauen kann, weil er viele Situationen sehr gut löst", ergänzt Müller und schwärmt von der Einsatzbereitschaft des Routiniers.

"Wenn man ihn im Training beobachtet, ist er, obwohl er über 30 ist, eine Granate."

Bleibt nur die Frage, wann - und für welchen Verein - die "Granate" bald wieder zündet.

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