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Michael Ballack wurde bei der WM 2002 und der EM 2008 mit Deutschland Vizemeister © getty

Löw bietet Ballack angeblich ein letztes Länderspiel gegen Brasilien an. Dafür müsste der 34-Jährige aber freiwillig zurücktreten.

Von Björn Seitner

München - Die Diskussionen um ein mögliches Nationalmannschafts-Comeback von Michael Ballack bestimmen seit Monaten die Schlagzeilen.

Nach Informationen der "Sport Bild" deutet sich nun aber eine Wende an.

Und zwar soll Bundestrainer Joachim Löw dem 34-Jährigen einen Deal anbieten.

Nach den beiden kommenden EM-Qualifikationsspielen gegen Österreich (Fr., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) und Aserbaidschan (Di., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) wird zwischen es zwischen Löw und Ballack ein "abschließendes Gespräch" geben, so viel steht fest.

Akzeptiert Ballack dabei, dass er in Löws Planungen keine Rolle mehr spielt und erklärt seinen Rücktritt, dürfte er als Gegenleistung am 10. August im Freundschaftsspiel gegen Brasilien in Stuttgart ein letztes Mal für das DFB-Team auflaufen, behauptet die "Sport Bild".

"Was hat Ballack erreicht?"

Der Einsatz gegen die "Selecao" wäre Ballacks 99. Länderspiel - die Fans könnten Ballack mit viel Applaus verabschieden.

Eine Ehre, die Ballack offenbar nicht jeder gönnt.

"Was hat Ballack in seiner Karriere für Deutschland erreicht? Nichts!", fragt Andreas Brehme provokant.

Der Weltmeister von 1990 meint, dass es weder ihn noch einen anderen Ex-Nationalspieler interessieren würde, ob Ballack einen letzten Auftritt bekomme oder nicht.

An eine Zukunft des Leverkuseners im DFB-Team glaubt der frühere Verteidiger ohnehin nicht.

"Die ganze Zeit ein Affen-Theater"

Auch andere frühere Nationalspieler sehnen sich nach einem Ende der Diskussionen.

"Nur Ballack selbst könnte für klare Verhältnisse sorgen", sagt Bremens Manager Klaus Allofs.

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Für Lothar Matthäus ist die Szenerie "schon die ganze Zeit ein Affen-Theater". Er fordert "klare Worte" des Bundestrainers.

Im Gegensatz zu Weltmeister-Kollege Brehme gönnt er Ballack aber einen würdigen Abschied.

Abschied mit Standing Ovations?

"Ich würde Ballack eine Viertelstunde gegen Brasilien spielen lassen und mit Standing Ovations verabschieden", erklärte Matthäus.

Und weiter: "Das wäre ein toller Abschied für einen Mann, der sehr viel für den deutschen Fußball getan hat."

Ob sich Ballack damit aber zufrieden geben würde ist fraglich. Denn der Mittelfeldspieler hat noch nicht aufgegeben.

Er will bei Leverkusen in der Bundesliga und der Champions League wieder zu alter Form finden und sich so für weitere Einsätze in der Nationalelf empfehlen.

Auch ohne Ballack "eine Bank"

Dass der Bundestrainer für die Qualifikationsspiele die Jungstars Christian Träsch, Toni Kroos und Sven Bender nominiert hat, darf jedoch als eindeutiges Indiz für einen baldigen Abschied Ballacks gewertet werden.

Auch Karl-Heinz Rummenigge glaubt nicht an ein Comeback.

"Die Nationalmannschaft ist total gefestigt", sagte der Bayern-Boss. Mit Mesut Özil, Sami Khedira, Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller sei das Mittelfeld "eine Bank".

Ein Abschiedsspiel habe Ballack jedoch verdient, fügte auch Rummenigge an.

Gegen Rekordweltmeister Brasilien könnte sich für Ballack der Kreis in der Nationalmannschaft schließen.

Vorausgesetzt, er ist gewillt einen versöhnlichen Abschluss zuzulassen.

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