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Das DFB-Team führt die Qualifikationsgruppe A mit 15 Punkten an © imago

In keinem anderen Mannschaftsteil ist das DFB-Team so breit ausfgestellt. Da schockt Löw auch ein neuerlicher Ausfall nicht.

Vom DFB-Team berichtetThorsten Mesch

Frankfurt/Main ? In keinem Mannschaftsteil können Bundestrainer Joachim Löw und sein Assistent Hansi Flick so aus dem Vollen schöpfen wie im Mittelfeld. Da kann auch ein neuerlicher Ausfall den Bundestrainer nicht schocken.

Selbst beim 2:1 der DFB-Auswahl gegen Uruguay (Bericht) konnte die Mannschaft ohne größere Probleme den verletzungsbedingten Ausfall des bei der WM in Südafrika bewährten Duos Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira wegstecken.

Nun fällt für das EM-Qualifikationsspiel in Österreich (Fr., 20 Uhr im LIVE-TICKER) mit Christian Träsch ein weiterer Mittelfeldmann aus.

Kapselbandverletzung bei Träsch

Der Mittelfeldspieler war am Dienstagabend beim Training der DFB-Auswahl ohne Einwirkung eines Gegenspielers umgeknickt.

Bei einer Kernspintomografie am Mittwoch wurde eine Kapselbandverletzung im Sprunggelenk des linken Knöchels diagnostiziert. (Zur NEWS: Träsch fällt aus)

Wegen der Vielzahl an Alternativen verzichtet Löw allerdings auf eine Nachnominierung. "Wir vertrauen den Spielern, die unserem Kader angehören", sagte der DFB-Coach.

Denn: Toni Kroos und Simon Rolfes haben ihre eher defensiveren Aufgaben gegen die Südamerikaner ordentlich erfüllt, im Spiel nach vorn setzte Andre Schürrle deutliche Akzente und krönte seine Leistung mit seinem ersten Länderspieltor.

Trainer lobt Schürrle-Auftritt

"Andre Schürrle ist ein Spieler, der sehr modern agiert. Er hat sehr gute Laufwege, ist gut am Ball und hat einen guten Abschluss", lobt Flick den 20-Jährigen, der von Mainz 05 zu Bayer Leverkusen wechselt. 316092(DIASHOW: Die Bundesliga-Wechselbörse)

"Im nächsten Jahr kann er sich mit Leverkusen international beweisen. Er macht sehr gute Fortschritte", sagt Flick. Lukas Podolski, der gegen Uruguay nach einer Stunde für Schürrle kam, wird sich strecken müssen, um seinen Platz auf der linken Angriffsseite gegen Schürrle auf Dauer zu behaupten.

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"Der Poldi hat schon so viel geleistet. Er ist ganz klar vorne", stellt Schürrle die Verdienste des Kölners in der Nationalmannschaft heraus.

"Konkurrenz belebt das Geschäft"

"Ich versuche, in jedem Training Gas zu geben und in jedem Spiel, wenn ich die Chance bekomme. Am Ende muss der Bundestrainer entscheiden, wer spielt. Ich hoffe natürlich, dass ich dabei bin", sagt der Neu-Leverkusener.

"Konkurrenz belebt das Geschäft", sagt Co-Trainer Flick knapp, aber dennoch vielsagend.

Flick bescheinigt auch Toni Kroos "eine sehr gute Entwicklung".

Der 21-Jährige sei zwar eigentlich "immer einer, der für die Offensive zuständig war", doch habe der Bayern-Profi auch in der Defensive seine Aufgaben in letzter Zeit immer besser erfüllt.

"Gegen die Türkei in Berlin hat er gerade auf der Sechs ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht", betont Flick.

Kroos "sehr flexibel"

Kroos sei "sehr flexibel im Mittelfeld einsetzbar. Es ist für uns Trainer ein sehr großer Vorteil, wenn ein Spieler auf mehreren Positionen spielen kann."

Das deutsche Trainerteam ist zudem in der äußert komfortablen Situation, für eine Position gleich mehrere Spieler im Kader zu haben.

Rolfes feierte gegen Uruguay nach 19 monatiger Abwesenheit seine Rückkehr in die Nationalelf, der eingewechselte Christian Träsch ist trotz seines Ausfalls im Hinblick auf die Zukunft ebenfalls ein vielseitig einsetzbarer Spieler.

[kaltura id="0_5i5qyq7l" class="full_size" title="DFB-Elf besiegt "Fluch""]

Bender noch vor Bewährungsprobe

Sven Bender, der für die drei Spiele gegen Uruguay, Österreich und Aserbaidschan ebenfalls verletzungsbedingt absagen musste, hat seine Klasse in der abgelaufenen Bundesligasaison bewiesen, war beim Deutschen Meister Borussia Dortmund einer der Leistungsträger.

Die Auswahl und die Qualität im Mittelfeld ist so groß, dass Löws Verzicht auf Michael Ballack aus sportlichen Gründen nachvollziehbar ist.

Ob der Leverkusener das Nationaltrikot überhaupt noch einmal tragen wird, ist weiter unklar. "Wenn es etwas zu verkünden gibt, werden wir dies tun", hielt sich Löw zuletzt bedeckt. (Bericht: Rücktritts-Deal für Ballack?)

Khedira-Comeback gegen Österreich möglich

Beim Bundestrainer gesetzt ist vielmehr Sami Khedira. Der Ex-Stuttgarter ersetzte Ballack nach dessen verletzungsbedingten Ausfall im vergangenen Jahr in Südafrika spielte an der Seite von Schweinsteiger eine starke WM und überzeugte auch Real Madrids Trainer Jose Mourinho.

Khedira, der sich vor sechs Wochen einen Muskelbündelriss zugezogen hatte, absolvierte zuletzt ein intensives Aufbauprogramm und wird, wenn er hundertprozentig fit ist, am Freitag in Österreich spielen. (Bericht: Khedira im Plan, Holtby im Anflug?)

"Ich habe viel im Kraftraum gearbeitet. Gewappnet bin ich auf jeden Fall", erklärt Khedira der "Frankfurter Rundschau".

"Sami ist professionell genug. Man sieht es auch auf dem Trainingsplatz. Er gibt hundertprotzentig Gas und wir freuen uns, wenn er wieder fit ist", sagt sein Nationalmannschafts- und Vereinskollege Mesut Özil.

Özil als Dreh- und Angelpunkt

Özil, der bei der WM zu den großen Überraschungen gehörte und in Madrid eine hervorragende Saison hinter sich hat, ist im Offensivspiel der deutschen Mannschaft der Dreh- und Angelpunkt.

Wie wichtig er als Ideengeber in Löws Team ist, zeigte sich auch gegen Uruguay, als dem DFB-Team nach seiner Auswechslung nicht mehr viel gelang. 411485(DIASHOW: Die Einzelkritik gegen Uruguay)

"Ich freue mich, wenn ich der Mannschaft helfen kann", sagt Özil und ergänzt bescheiden: "Wir haben auch ohne mich Torchancen gehabt, die wir nur leider nicht genutzt haben."

Weiteres Quintett mit hoher Qualität

Die deutsche Mannschaft sei insgesamt "sehr gut besetzt, das konnte man auch gegen Uruguay sehen."

Auch Mario Götze hatte nach seiner Einwechslung noch ein paar gute Szenen, Thomas Müllers Qualitäten sind unbestritten und in Kevin Großkreutz, Marco Reus und Sven Benders Bruder Lars hat Löw weitere Kandidaten für das Mittelfeld.

Flick und Löw haben die Qual der Wahl. Wahrlich ein Luxusproblem.

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