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Mario Gomez (l.) schießt Deutschland mit zwei Treffern gegen Österreich zum Sieg © getty

Die Löw-Elf feiert gegen Österreich einen glücklichen Sieg. Gomez erlöst sein Team, Friedrich trifft ins eigene Tor.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Wien - Die deutsche Nationalmannschaft hat ihre weiße Weste bewahrt und ist knapp an einer Blamage vorbeigeschrammt.

Bei Außenseiter Österreich kam das Team von Bundestrainer Joachim Löw zu einem glücklichen 2:1 (1:0) ( 413577Bilder), enttäuschte aber über weite Phasen der Partie.

Mario Gomez erzielte die Tore für den WM-Dritten in der 43. und 90. Minute, Arne Friedrich hatte mit einem Eigentor in der 49. Minute nach einer Hereingabe von David Alaba für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt.

Die DFB-Auswahl hat durch den Erfolg einen großen Schritt in Richtung EM-Teilnahme gemacht und führt die Qualifikationsgruppe 1 mit 18 Punkten aus sechs Spielen und 19:2 Toren an.

Mit sieben Punkten aus sechs Spielen bleibt Österreich auf Platz vier und hat so gut wie keine Chance mehr, den zur Teilnahme an den Playoffs berechtigenden zweiten Platz zu erreichen.

Harnik köpft vorbei

Vor 47.500 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion wirkten beide Mannschaften in den ersten Minuten leicht nervös und leisteten sich viele Abspielfehler.

Die erste Chance hatten die Gastgeber nach fünf Minuten.

Nach einem Foul im defensiven Mittelfeld von Sami Khedira, der sein erstes Spiel nach seiner Muskelbündelverletzung vor sechs Wochen bestritt, entschied der Schweizer Schiedsrichter Massimo Busacca auf Freistoß.

Diesen führte der Mainzer Christian Fuchs von der linken Seite aus, flankte hoch in den Strafraum auf Martin Harnik, und der Stuttgarter köpfte aus neun Metern knapp am rechten Pfosten vorbei.

Riesenchance für Gomez

Nur zwei Minuten später hatte Mario Gomez nach Vorarbeit von Toni Kroos und einem schönen Direktpass von Mesut Özil das 1:0 auf dem Fuß, doch Österreichs Torwart Christian Gratzei rettete per Fußabwehr.

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Nach der anschließenden Ecke zog Lukas Podolski aus 18 Metern ab und traf mit einem satten Linksschuss die Latte (8.).

Österreich versuchte es immer wieder mit Steilpässen in den Lauf der schnellen Stürmer Harnik und Erwin Hoffer vom 1. FC Kaiserslautern, dem ÖFB-Teamchef Dietmar Constantini den Vorzug gegenüber Marc Janko von Twente Enschede gegeben hatte.

Temporeicher Beginn

Es entwickelte sich ein temporeiches und interessantes Spiel, in dem Gomez die nächste Möglichkeit für das DFB-Team hatte.

Nach einem Freistoß von Kroos konnte der Münchner dem Ball allerdings nicht die entscheidende Richtungsänderung geben.

Auf der anderen Seite kam Hoffer im Laufduell mit Friedrich im Strafraum zu Fall, doch Busacca ließ zu Recht weiterspielen (15.). Friedrich, der bei Harniks Chance in der Anfangsphase zu spät dran war, hatte große Mühe gegen die flinken Angreifer.

Österreich bekommt Oberwasser

In der deutschen Mannschaft lief kaum etwas zusammen, viele Fehler sorgten dafür, dass Österreich zwischenzeitlich Oberwasser bekam.

Nach einem krassen Fehlpass von Kroos vergab David Alaba eine gute Konterchance allerdings überhastet (38.).

Die größte Chance für die Gastgeber hatte drei Minuten später Hoffer, der Friedrich mit einer schnellen Drehung im Strafraum stehen ließ und von halbrechts haarscharf links am Tor vorbeischoss.

Stocher Tor von Gomez

Was den Österreichern an Glück im Abschluss fehlte, das hatte die deutsche Elf in der 43. Minute - in Person von Gomez: Nach einer Ecke von Kroos verlängerte Friedrich per Kopf, der Ball sprang Gomez vor die Füße, der ihn aus zwei Metern ins Tor stocherte.

Mit der etwas schmeichelhaften Führung ging es in die Kabinen.

Eigentor von Friedrich

Zwei Minuten nach Wiederanpfiff hatte Gomez nach einem Özil-Zuspiel die Chance zum 2:0, setzte die Kugel aber mit seinem Schuss am Tor vorbei.

Der zweite Treffer fiel kurz darauf ? allerdings auf der anderen Seite.

Baumgartlinger verlagerte das Spiel mit einem weiten Pass von der rechten Seite hinüber zu Alaba, der Hoffenheimer brachte den Ball scharf und flach in die Mitte, wo Friedrich ihn ins eigene Tor verlängerte.

Manuel Neuer war machtlos.

Riesenstimmung in Wien

Der Ausgleich war verdient, Österreichs Mannschaft wurde für ihren unermüdlichen Einsatz belohnt und die rot-weiß-roten Fans waren aus dem Häuschen.

Die deutsche Mannschaft konnte zu keiner Zeit des Spiels zeigen, warum sie die Nummer vier der FIFA-Weltrangliste ist, Österreich, die Nummer 74, spielte weitaus besser.

Vor allem in der Defensive hatte die Löw-Elf große Probleme, der deutsche Abwehrverbund bekam die beweglichen Spitzen der Gastgeber nie in den Griff.

Doppelpack von Super-Mario

Löw reagierte, wechselte Andre Schürrle für den längst abgetauchten Podolski ein (66.) und brachte kurz darauf Holger Badstuber für Khedira, dem man die fehlende Spielpraxis anmerkte und der fast nur durch Fehler aufgefallen war.

Allerdings litt Podolski noch an einer Fußverletzung, die er sich aus dem letzten Bundesligaspiel gegen Schalke zugezogen hat.

In den letzten 20 Minuten waren die Österreicher der Führung einige Male nahe, aber Neuer ließ keinen zweiten Treffer zu.

Als alle schon mit einem Remis gerechnet hatten, traf Gomez nach einer Flanke von Philipp Lahm aus sechs Metern per Kopf uns sicherte dem DFB-Team den äußerst schmeichelhaften Erfolg.

Für den Bundesliga-Torschützenkönig waren es die Tore 17 und 18 im seinem 45. Länderspiel.

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