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Martin Harnik war nach der Niederlage gegen Deutschland am Boden zerstört © imago

Nach der Niederlage gegen Deutschland kann Österreich die EM-Quali so gut wie abhaken. Martin Harnik ist tief enttäuscht.

Wien - 2008 noch strahlender Gastgeber, vier Jahre später traurige Zuschauer:

Nach der unglücklichen 1:2 (0:1)-Niederlage von Österreich gegen die deutsche Nationalmannschaft (Spielbeicht und 413577Bilder) versinkt Austria in Tränen.

Die Chancen auf die Teilnahme an der EURO 2012 in Polen und der Ukraine sind praktisch auf den Nullpunkt gesunken (DATENCENTER: EM-Qualifikation).

"Die Enttäuschung ist natürlich sehr groß. Wir hatten einen sehr großen Aufwand, wir haben alles gegeben. Es gab Chancen auf beiden Seiten. Wenn wir Glück haben, können wir das Spiel gewinnen. Jetzt kann uns nur noch ein Wunder helfen", sagte der starke Bundesliga-Legionär David Alaba von 1899 Hoffenheim.

Harnik unzufrieden

Und der Stuttgarter Martin Harnik stellte unmissverständlich fest: "Das Resultat ist für uns eine Katastrophe. Ich möchte nicht lesen, dass wir zufrieden sein können."

Das musste er auch nicht, wenngleich die Presse in Österreich diesmal die eigene Mannschaft mit Kritik verschonte (413635DIASHOW: Die Einzelkritik).

"Eine Überraschung ohne Happy End", titelte die "Presse" und der "Kurier" bewertete die Vorstellung der Hausherren als "stark, aber unglücklich".

"Das ist sehr bitter"

Austria-Coach Dietmar Constantini konnte sich aber ebenso wie seine Spieler über die aufmunternden Schlagzeilen und Sprechchöre der eigenen Fans am Ende nichts kaufen.

Und auch die Fußball-Hymne "You'll never walk alone", die nach dem Abpfiff zum Trost aus den Boxen im Ernst-Happel-Stadion dröhnte, konnte aufseiten der Rot-Weiß-Roten niemanden trösten.

"Vom Spielerischen her war es okay. Es ist sehr Vieles aufgegangen, was wir uns vorgenommen haben. Mit zwei Standardsituationen haben wir die Niederlage bekommen", konstatierte Constantini nach der dritten Niederlage in Folge in der EM-Quali, in der seine Mannschaft mit nur sieben Punkten aus sechs Spielen nahezu chancenlos ist.

"Es war phasenweise sicher der Fall, dass wir auf Augenhöhe waren, zu guter Letzt haben wir 1:2 verloren, das ist sehr bitter", fügte er an.

Constantini aus Schusslinie

Der Tabellenzweite Belgien, der sich 1:1 von der Türkei trennte, hat bereits vier Punkte, die Türken immerhin noch drei Punkte mehr auf dem Konto.

Constantini sitzt trotz des 1:2 aber wohl noch sicher im Sattel, nachdem aufgrund der beiden vorangegangen 0:2-Niederlagen im März gegen Belgien und die Türkei noch an seinem Stuhl gesägt worden war.

"Diese Leistung war ein Signal für die Zukunft, ein großer Lichtblick nach zuletzt doch einigen Tiefschlägen", sagte ÖFB-Präsident Leo Windtner, der eine kontinuierliche Weiterentwicklung der österreichischen Mannschaft gefordert hatte.

Dass dies mit Constantini als Teamchef geschehen soll, ließ der Verbandboss gleich nach dem Abpfiff durchblicken: "Mit dieser Truppe geht es jetzt volle Kraft Richtung WM 2014 in Brasilien. Wir haben gesehen, dass das Potenzial da ist."

Arnautovics Zukunft ungewiss

Ob der undisziplinierte Marko Arnautovic von Werder Bremen, dem Constantini eine Denkpause verordnet hatte, noch einmal begnadigt wird, ließ der Coach offen.

Ein ÖFB-Comeback von Andreas Ivanschitz (FSV Mainz 05) und Martin Stranzl (Borussia Mönchengladbach), das einige Experten im Vorfeld des Nachbarschaftsduells gefordert hatten, ist dagegen nach dieser Leistung wohl endgültig vom Tisch.

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