SPORT1-Chefreporter Thomas Herrmann gibt dem Sieg gegen Österreich das Prädikat "dreckig" und sieht Kroos nicht als Sechser.

Hallo Fußball-Freunde,

auch wenn man über die Fußballelite Deutschlands nicht immer den Mantel der Nächstenliebe ausbreiten sollte - und beim Österreich-Spiel war schon eine Nächstenliebe notwendig, die auch auf dem Dresdner Kirchentag aller Ehren wert gewesen wäre - es ist auch Tage später noch "schnurzpiepegal", wie dieser Sieg zustande gekommen ist.

Nachhaltiger ist höchstens noch das Mitleid mit unseren Nachbarn, die durch das 1:1 der Belgier gegen die Türkei bei einem Sieg gegen uns noch gute Chancen gehabt hätten.

Solche "dreckigen Siege" sind in der weltweiten Fußballlandschaft gang und gäbe und interessieren nach Schlusspfiff keinen Menschen mehr.

Ösis besiegt - Mund abputzen - EM wir kommen - Basta.

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Ist doch klar, dass Österreich in dieser Tabellenkonstellation und gegen das große "hassgeliebte" Fußballvorbild mehr Herzblut, Leidenschaft und eisernen Willen reinlegte als unsere Kicker.

Das größere Können und die feinere Technik werden bei solchen unterschiedlichen Ausgangslagen gerne mal vom Unterbewusstsein lahmgelegt - ganz normal.

Ein paar Rückschlüsse auf die Zukunft sind aber dennoch erlaubt. Gott sei Dank habe ich bisher nur eine Parallele zwischen Jogi Löw und Louis van Gaal entdeckt - beide stellten Toni Kroos auf die Doppel-Sechs - und beide liegen meines Erachtens damit falsch.

Kroos ist ein guter Fußballer mit gelegentlichen (zu selten) genialen Einfällen und Aktionen, aber er ist kein zentraler defensiver Mittelfeldspieler.

Er ist kein dynamischer Zweikämpfer wie z.B Tymoshchuk und kein strategischer Denker und Lenker wie Schweinsteiger - er ist ein Mann für besondere Momente im offensiven Mittelfeld.

Auf den Außenpositionen - Podolski, Müller - sind Alternativen dringend geboten, wenn es gegen die Top Teams Europas geht.

Thomas Müller braucht nach seinem atemberaubenden Weg in den Fußballolymp dringend eine Regenerationspause - nur mit voller Pulle und Kraft ist er dieser freche, unberechenbare und geniale Fußballlandstreicher, der überall unerwartet auftaucht.

Podolski ist auf links an seinem Zenit angekommen.

Gegen Aserbaidschan wird Kapitän Lahm wohl seine Abschiedsvorstellung auf rechts geben und das ist gut so - der "linke Lahm" war mir ehrlich gesagt immer einen Tick lieber.

Und außerdem ist Lahm derzeit auch das Protobeispiel eines Profis, der am Ende seiner auch psychischen Kräfte ist, nach WM, Bundesliga und unsinnigen Länderspielen nach Bundesligaschluss.

Jetzt also noch Berti Vogts und dann ab in den Urlaub.

Und wissen Sie was - ein "dreckiges" 1:0 in Aserbaidschan wäre doch völlig o.k.. Es wäre der 7. Sieg im 7. EM-Quali-

Spiel und das WIE wäre dann - genau!!! - SCHNURZPIEPEGAL!!

Weiterhin viel Freude am Fußballwünscht Thomas Herrmann

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