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Joachim Löw ist mit dem DFB-Team in der EM-Quali ungeschlagen © getty

Wiese ist abgereist. Auch Khedira fällt aus. Das Mittelfeld geht am Stock, doch Hummels bleibt in der Abwehr. Ein U-21-Duo rückt nach.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Wien ? Ob Lukas Podolski die Nacht zum Sonntag in Leverkusen-Bettwäsche verbracht hat, ist nicht überliefert.

Diese, so hatte Ersatztorwart Rene Adler nach dem 2:1 gegen Österreich am Freitag gescherzt, wolle er Podolski zu dessen Geburtstag schenken.

Der Kölner, der am Samstag 26 Jahre alt wurde, durfte sich an seinem Ehrentag richtig entspannen.

Gegen Österreich (Spielbericht und 413577Bilder) war er leicht humpelnd ausgewechselt worden - ihm machte noch eine Fußverletzung aus dem letzten Bundesligaspiel gegen Schalke zu schaffen.

Nur leichtes Regenerationstraining

Auch andere Nationalspieler sind angeschlagen, und deshalb stand für alle am Samstag ein Regenerationstraining im Hotel und intensive Pflege durch die medizinische Abteilung auf dem Programm.

"Die Spieler sind im Training nicht mehr so belastbar, jetzt muss man ein, zwei Tage vor allem regenerieren", erklärte Bundestrainer Joachim Löw.

Man habe gegen die Österreicher spüren können, dass die Spieler am Ende der Saison "am Limit ihrer Kräfte" seien.

Khedira sagt ab

Die Kräfte von Simon Rolfes und Sami Khedira reichen auf jeden Fall nicht mehr für das Aserbaidschan-Spiel (Dienstag ab 18.30 Uhr im LIVETICKER, Anstoß 22 Uhr Ortszeit) .

Beide fallen für die Partie in Baku aus.

"Wir haben am Samstag entschieden, dass Sami Khedira nicht mehr zur Verfügung steht", berichtete Löw am Sonntag mittag.

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"Er hat in den letzten zwei bis drei Wochen alles getan, um in dem wichtigen Spiel gegen Österreich einsatzbereit zu sein. Wir wollen kein Risiko eingehen, und so haben wir in Absprache mit ihm und den Ärzten entschieden, dass er nicht spielen wird", so der Bundestrainer weiter.

Rolfes hatte sich eine Zerrung zugezogen.

Holtby und Rudy rücken nach

Löw reagierte auf die Personalnot mit der Nachnominierung der U-21-Spieler Sebastian Rudy (Hoffenheim) und Lewis Holtby (Mainz). "Sie waren noch am Dienstag mit der U21 im Einsatz und sind deshalb im Rhythmus. Sie können außerdem im Mittelfeld spielen", begründete der Coach den Entschluss.

Die Freude bei Rudy über die unverhoffte Chance war groß: "Ich habe zwar schon einige Spiele in der U-21-Nationalmannschaft absolviert, doch bei der A-Nationalmannschaft mit dabei sein zu dürfen, ist ein Traum für jeden Fußballer", sagte Rudy.

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Ein Einsatz von Hummels im defensiven Mittelfeld wie in der Schlussphase des Österreich-Spiels kommt für ihn allerdings nicht in Frage. "Für Dienstag ist das nicht die Lösung", stellte der Bundestrainer auf der DFB-Pressekonferenz klar.

Wiese abgereist

Am Nachmittag wird zumindest wieder dosiert trainiert, am Montag fliegt die Mannschaft von Wien nach Baku ? allerdings nur noch mit 18 Spielern. (DATENCENTER: EM-Qualifikation)

Nicht mehr dabei ist Ersatztorwart Tim Wiese, der aufgrund eines Krankheitsfalles in der Familie ? sein Vater ist schwer erkrankt - am Samstag abreiste. Der Rest der Mannschaft soll in Aserbaidschan die nächsten drei Punkte einfahren.

Lange Reise und Zeitunterschied

"Wir müssen noch einmal alle Kräfte bündeln, noch einmal alles abrufen", mahnte Löw, der auf den siebten Sieg im siebten Spiel hofft. "Wenn wir 21 Punkte haben, ist es eine überragende Leistung."

Es stehe eine lange Reise bevor, "es gibt einen Zeitunterschied, Aserbaidschan wird laufen und kämpfen. Wir müssen einige Probleme bewältigen - aber wir werden sie bewältigen"?, ist sich Löw sicher.

Hummels mit Baku-Erfahrung

"Den Flug habe ich schon mitgemacht", erinnert sich Mats Hummels. "Wir waren mit Dortmund auch in Baku und haben in der Europa-League-Qualifikation gegen Qarabag Agdam gespielt."

Trotz des langen Flugs und der Zeitumstellung werde "das Spiel mit Sicherheit schwieriger" als die Anreise, glaubt der Innenverteidiger, der in Aserbaidschan sein siebtes Länderspiel bestreiten wird.

WM-Quali vor zwei Jahren: Gomez trifft

Ihr letztes Gastspiel in Baku hatte die deutsche Mannschaft im August 2009. In der WM-Qualifikation gewann Löws Team 2:0 gegen die von Ex-Bundestrainer Berti Vogts gecoachten Gastgeber. (News: Tätlicher Angriff auf Vogts)

Von den Spielern, die damals im Einsatz waren, sind aktuell nur Philipp Lahm, Mesut Özil und Mario Gomez dabei, der damals das 2:0 erzielte.

Bayern-Stürmer strotzt vor Kraft

Der Doppeltorschütze von Wien ist auch in Baku der große Hoffnungsträger. Im Gegensatz zu einigen seiner Teamkollegen wirkt der Bayern-Stürmer keinesfalls ausgelaugt, sondern strotzt vor Kraft und Spielfreude (413635DIASHOW: Die Einzelkritik).

Lukas Podolski war 2009 übrigens nicht dabei, sondern fehlte wegen einer Oberschenkelverletzung. Es könnte sein, dass Andre Schürrle am Dienstag seinen Platz einnehmen wird. Podolski hätte dann Zeit, auf der Bank mit Rene Adler über Bettwäsche zu plaudern.

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