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Auf Mario Gomez (l.) ruhen auch gegen Aserbaidschan die deutschen Hoffnungen © imago

In Österreich wurde der Kräfteverschleiß im DFB-Team deutlich. Bierhoff fordert gegen Aserbaidschan noch einmal vollen Einsatz.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Wien - Am Montagvormittag startet die deutsche Nationalmannschaft ihre Reise von Wien nach Baku.

Es ist die letzte Etappe einer langen und anstrengenden Saison, die mit dem Spiel in Aserbaidschan (Dienstag ab 18.30 Uhr im LIVETICKER, Anstoß 22 Uhr Ortszeit) ihr Ende findet.

Wie nötig viele Spieler nach den Belastungen der WM im vergangenen Jahr, einer intensiven Bundesligasaison, Spielen in nationalen und internationalen Pokalen sowie in der EM-Qualifikation eine Pause haben, wurde in Österreich deutlich.

Lob für Gomez

Den glücklichen Sieg (Spielbericht und 413577Bilder) hatte das DFB-Team in erste Linie Doppel-Torschütze Mario Gomez zu verdanken, der als einer der wenigen Akteure noch topfit wirkte und in den beiden Länderspielen gegen Uruguay und in Österreich insgesamt dreimal traf.

"Mario hat seine Aufgabe gegen Uruguay und hier gegen Österreich überragend gemacht", sagte Löw, den Gomez' Höhenflug nicht überrascht (DATENCENTER: EM-Qualifikation).

"Mario hatte bei der WM nur drei Einsätze und nicht unbedingt dieses Mammutprogramm. Auf der anderen Seite strotzt er nach einer überragenden Saison auch vor Selbstbewusstsein", sagte Löw über den Bayern-Stürmer.

Bierhoff nimmt Spieler in Schutz

"Die vielen Fehlpässe oder hohen Bälle, die wir sonst eigentlich nicht spielen, waren ein Zeichen dafür, dass die Kraft fehlte", meinte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff nach dem 2:1 in Wien (Nachbericht: Auf dem Zahnfleisch zu drei Punkten).

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"Wir haben es ihnen durch unnötige Ballverluste leicht gemacht und hatten keine Ruhe im Spiel. Man hat schon die fehlende Frische gemerkt", ergänzte Bierhoff, der das Team trotz des schwachen Spiels in Schutz nahm.

"Ich will nicht sagen 'Schwamm drüber', aber man muss gerade den vielen jungen Spielern so ein Spiel zugestehen. Man muss ihnen die Fehler aufzeigen und sie analysieren", sagte der Europameister von 1996.

Gravierende Fehler im Spielaufbau

"Die Organisation und die eiserne Disziplin haben ein wenig gefehlt. Wir haben im Spielaufbau einige Bälle verloren", erklärte Bundestrainer Joachim Löw.

Im Mittelfeld leisteten sich Sami Khedira und Toni Kroos nach einer guten Anfangsphase teilweise gravierende Abspielfehler, in der Abwehr hatte Arne Friedrich Probleme mit den schnellen Österreichern.

Durch die vielen Ballverluste ihrer Vorderleute machten auch die Außenverteidiger bei den schnellen Gegenstößen der Österreicher häufig keine gute Figur (413635DIASHOW: Die Einzelkritik).

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"Darunter leidet unser Spiel"

Man spüre als Trainer, "dass bei einigen Spielern, die in der Tat wahnsinnig viel geleistet haben, diese Dynamik nicht mehr vorhanden ist. Darunter leidet unser Spiel. Wenn die Spieler frisch sind, laufen unsere Kombinationen besser."

Schon zum Ende der Bundesliga-Saison habe er "bei Einigen gesehen, dass sie nicht mehr diese Power haben", meinte Löw.

Özil taucht ab, Khedira wird geschont

Auch den beiden Spanien-Legionären Mesut Özil und Sami Khedira war der Kräfteverschleiß anzumerken.

Özil ließ seine Klasse gegen Österreich nur kurz aufblitzen und tauchte anschließend ab, Khedira absolvierte sein erstes Spiel nach sechswöchiger Verletzungspause wegen eines Muskelbündelrisses, war aber noch nicht völlig fit und wurde ausgewechselt.

In Aserbaidschan wird der Mittelfeldspieler von Real Madrid nicht zum Einsatz kommen, wie Löw am Sonntag mitteilte. (Bericht: Gießkannen-Attacke gegen Vogts )

E sei entschieden worden, dass Khedira nicht mehr zur Verfügung steht. Sein Muskel sei zwar in Ordnung, "aber wir haben auch Real versichert, dass wir kein Risiko eingehen", erklärte Löw.

Rolfes reist ab

Gleiches gilt für Simon Rolfes. Der Leverkusener habe bei einer Aktion ein Ziehen gespürt und deshalb auch am Freitag gegen Österreich nicht spielen können, verriet Löw.

Rolfes ist ebenso wie Tim Wiese abgereist. Der Torhüter flog nach Bremen, um seinem schwer erkrankten Vater zur Seite zu stehen.

Am Sonntag nahm zudem Arne Friedrich wegen einer leichten Blessur am Fuß nicht am Training teil. Der Abwehrspieler vom VfL Wolfsburg steht jedoch für das Spiel gegen Aserbaidschan zur Verfügung. Als Alternative in der Innenverteidigung stünde der Schalker Benedikt Höwedes von Schalke bereit.

Rudy und Holtby nachnominiert

Für Khedira und Rolfes nominierte Löw die beiden U-21-Nationalspieler Sebastian Rudy (Hoffenheim) und Lewis Holtby (Mainz) nach.

Beide reisten am Sonnntagnachmittag nach Wien, wo noch ein Training absolviert wird, ehe es am Montag nach Baku geht.

"Nochmal 90 Minuten ziehen"

"Der Sieg gegen Österreich war sehr wichtig, Jetzt müssen wir in Aserbaidschan nachlegen, auch wenn es nicht einfach wird", sagte Bierhoff zu SPORT1.

Mit einem Erfolg wäre die EM-Teilnahme so gut wie perfekt, weiß der DFB-Teammanager. Deshalb gelte in Aserbaidschan: "Für jeden Spieler, und wenn er auch noch so müde ist, heißt es noch einmal 90 Minuten ziehen."

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