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Dortmunds Innenverteidiger Mats Hummels absolvierte bislang sechs A-Länderspiele © getty

Mats Hummels machte gegen Österreich sein erstes Pflicht-Länderspiel. Bei SPORT1 spricht er über seine Entwicklung im DFB-Team.

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch und Mathias Frohnapfel

Wien - Deutscher Meister mit Borussia Dortmund, Nationalspieler mit der Aussicht auf einen Stammplatz bei der Europameisterschaft2012 und Spieler der Saison beim SPORT1-Bundesligamanagerspiel (Alles zum Bundesliga-Manager).

Mats Hummels ist einer der Aufsteiger im deutschen Fußball.

Am Freitag hat der 22-Jährige beim 2:1 in Österreich (Spielbericht und 413577Bilder) sein sechstes Länderspiel absolviert.

Helmer sieht Hummels als gesetzt

Es war sein erstes Pflichtspiel im DFB-Team und vielleicht der Beginn einer großen Karriere im Nationalteam. SPORT1-Moderator Thomas Helmer sieht Mats Hummels für die EM in Polen und der Ukraine sogar schon als gesetzt.

"Er wird durch die Champions-League-Spiele der kommenden Saison die notwendige internationale Erfahrung sammeln und den nächsten Schritt gehen", ist sich Helmer sicher.

Glücklicher Sieg in Österreich

"Ich hoffe, dass es so weitergeht und ich weiter auf meine Einsätze komme", sagt Hummels im Gespräch mit SPORT1: "Und ich hoffe, dass ich am Dienstag in Baku spiele und dass wir den siebten Sieg holen." (Dienstag ab 18.30 Uhr im LIVETICKER, Anstoß 22 Uhr Ortszeit)

Mit sechs Siegen steht die deutsche Mannschaft unangefochten auf Platz eins ihrer Qualifikationsgruppe, aber in Österreich zeigte sie eine schwache Leistung (DATENCENTER: EM-Qualifikation).

"Der Sieg war glücklich" gibt Hummels zu, "aber es war nicht einfach, weil wir diejenigen waren, die agieren mussten. Österreich hat abgewartet und gut gekontert, auch bedingt durch unsere Fehler."

Viele gefährliche Situationen

Durch viele Fehlpässe im Spielaufbau gerieten Hummels und seine Abwehrkollegen immer wieder in Bedrängnis (Nachbericht: Auf dem Zahnfleisch zu drei Punkten).

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"Durch die Ballverluste sah es so aus, dass wir oft in der Viererkette vier gegen vier gespielt haben", erklärte der Innenverteidiger. "Wir waren selten in richtiger Überzahl, sondern meistens standen wir Mann gegen Mann, und deshalb kam es zu gefährlichen Situationen."

Arne Friedrich, Philipp Lahm und Marcel Schmelzer kamen nach dem Spiel in der Bewertung ihrer Leistungen relativ schlecht weg. Seinen eigenen Auftritt will Hummels selbst nicht einschätzen (413635DIASHOW: Die Einzelkritik).

"Beurteile meine Leistung nicht mehr"

"Ich beurteile meine Leistung nicht mehr. Ich habe so viele unterschiedliche Beurteilung gelesen und mittlerweile gelernt, wie wenig die Leute Ahnung von Defensive haben. Deswegen sage ich dazu nichts mehr."

Der Dortmunder habe sein Spiel "etwas umstellen" müssen, aber er weiß "wie es in etwa ablaufen muss" und hofft, dass es "so weitergeht, wie ich es mir vorstelle", sagt der gebürtige Bergisch Gladbacher, der in der Jugend des FC Bayern ausgebildet wurde.

[kaltura id="0_qat2c4ev" class="full_size" title="L w muss umstellen"]

Weniger Risiko in der Nationalmannschaft

In der Nationalelf müsse er "etwas weniger risikoreich als in Dortmund" verteidigen, erklärt er. "Dort bin ich mit den anderen etwas besser eingespielt und wir haben ein etwas anderes defensives System."

Vor den Mann zu kommen und so den Ball zu erobern, sei in der Nationalelf "schwer umzusetzen, weil das Risiko, das hinter mir einer reinläuft, zu groß ist."

WM-Enttäuschung ist Vergangenheit

Für die Weltmeisterschaft wurde der von Bundestrainer Joachim Löw nicht nominiert, aber das sei mittlerweile abgehakt, behauptet Hummels.

In Südafrika bildeten Friedrich und der momentan verletzte Per Mertesacker das Innenverteidiger-Duo, Holger Badstuber durfte sich bei mehreren EM-Qualifikationsspielen beweisen.

In der Hierarchie auf dem Weg nach oben

Eine Kampfansage ist nicht Hummels' Art. Vielmehr will er mit guten Leistungen dafür sorgen, dass er auf weitere Einsätze kommt.

"Ich glaube, dass ich dieses Jahr schon gezeigt habe, bei den Zweifeln die es davor gab, dass ich die Chance dazu habe und hoffe, dass ich mich jetzt in dieser Innenverteidiger-Hierarchie nach vorne arbeite", sagt er.

"Die Chancen sind da. Ich denke, dass ich auch die Qualität dazu habe und hoffe, dass ich sie noch mehr einbringen kann als es mir bisher gelungen ist."

Luft nach oben im Offensiv-Kopfballspiel

Verbessern könne er sich "besonders noch im Offensiv-Kopfballspiel", verrät Hummels SPORT1.

"Das klingt vielleicht komisch, wenn man Tore in der Bundesliga gemacht hat. Aber vor allem in der Hinrunde habe ich einige große Chancen liegengelassen, die theoretisch hätten drin sein müssen."

Im Test gegen Uruguay (2:1) und in Österreich versuchte er sein Glück bei Standardsituationen, blieb aber ohne Treffer.

Gute Erinnerungen an Aserbaidschan

In Aserbaidschan könnte es vielleicht klappen mit dem ersten Länderspieltor. Gute Erinnerungen an Baku hat Hummels zumindest (Bericht: Gießkannen-Attacke gegen Vogts ).

Mit Dortmund gewann er in der Europa-League-Qualifikation bei Karabakh Agdam, das den Stamm der Nationalmannschaft von Aserbaidschan bildet, 1:0.

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