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Lewis Holtby (l.) machte bislang ein Länderspiel, Sebastian Rudy noch keins © getty

Vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan hat Bundestrainer Löw Personalsorgen - und nominiert zwei Youngster nach.

Von Reinhard Franke

München - Die Laune bei den beiden Nachrückern war ohehin schon bestens.

Der eine, Lewis Holtby, feierte auf der der Hochzeit von Kumpel Malik Fathi in Berlin und der andere, Sebastian Rudy, entspannte gerade im italienischen Urlaubsort Bibione am Strand.

Da erschien bei dem Duo die Nummer von Co-Trainer Hansi Flick auf dem Handy. (DATENCENTER: EM-Qualifikation).

Der Bundestrainer überbrachte beiden die freudige Nachricht, dass sie fürs EM-Qualifikationsspiel am Dienstag gegen Aserbaidschan in Baku (ab 18.30 Uhr im LIVE-TICKER) nachnominiert werden.

"Traum für jeden Fußballer"

Rudy war wohl am meisten überrascht von der Entscheidung, freute sich aber umso mehr:

"Es ist schon Wahnsinn: Das Spiel gegen Österreich habe ich noch als normaler Fan vor dem Fernseher verfolgt, jetzt bin ich hier", sagte er ungläubig nach seiner Ankunft in Baku.

Die Freundin des 21-Jährigen Hoffenheimers reagierte zunächst weniger begeistert, wie Rudy berichtet: "Sie war natürlich traurig, dass der Urlaub schon nach zwei Tagen beendet war. Aber selbstverständlich hat sie sich sehr für mich gefreut und verstanden, dass dies eine großartige Chance ist."

Quintett fällt aus

Der Grund für die Nachnominierung liegt auf der Hand. "Im Mittelfeld haben wir ein Problem", so Löw, "ich muss mir da Gedanken machen."

Gleich fünf defensive Mittelfeldspieler fielen für die Partie in Baku aus. Bastian Schweinsteiger, Sven Bender und Christian Träsch hatten ohnehin abgesagt. Nach dem Österreich-Spiel mussten schließlich auch Sami Khedira und Simon Rolfes passen. (Bericht: Löw gehen die Spieler aus)

Wohl nur ein Sechser

Für die zwei Nachzügler Holtby und Rudy bleibt dennoch wohl nur der Platz auf der Bank.

Löw wird angesichts der erheblichen Probleme im Mittelfeld möglicherweise sein System umstellen. In Baku agiert der Münchner Toni Kroos wohl alleine vor der Abwehr.

Dafür wird der Dortmunder Mario Götze ins Team rutschen und zusammen mit Thomas Müller, Mesut Özil und Lukas Podolski den offensiveren Teil des Mittelfeldes bilden.

Holtby und Rudy auf der Bank

Der Bundestrainer ist dennoch überzeugt von Rudy, der im letzten Sommer von seinem Ausbildungsverein VfB Stuttgart nach Hoffenheim wechselte, und von Holtby, der nach einem Jahr in Mainz wieder nach Schalke zurückkehrt.

"Holtby und Rudy könnten auf einer dieser Positionen spielen, weil sie auch im Trainingsrhythmus mit der U21 sind, und im Verein das auch gut gespielt haben", sieht sich Löw für den Fall gerüstet, dass sich noch ein Spieler verletzen sollte.

Für Rudy würde ein Einsatz das Länderspiel-Debüt bedeuten, Holtby bestritt sein bislang einziges Länderspiel beim 0:0 im November gegen Schweden

Kandidaten auf lange Sicht

Wenn Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira wieder fit sind, dürften sich die Chancen für das Duo auf ein Kurzdebüt in der Startelf allerdings vorerst minimieren.

Aber auf lange Sicht sind sie sicher Kandidaten für Löws Planspiele. Denn Rudy spielt den Fußball, den Löw mag. Er ist technisch begabt, wendig und flexibel einsetzbar.

Reisestrapazen für das Duo

Dass er flexibel ist, bewies Rudy schon bei seiner Anreise, die mit einigen Strapazen verbunden war. Am Sonntag flog er von Italien nach Berlin, um dort mit Holtby sein Visum für Aserbaidschan ausgestellt zu bekommen.

Noch am gleichen Tag flogen beide von Berlin weiter nach Wien, und am Montag ging es von Wien nach Vorderasien, nach Baku.

Geht es nach den Wünschen seiner Freundin, muss Rudy die gleiche Odyssee nochmal hinter sich bringen: "Wir werden den Urlaub nach dem Spiel gegen Aserbaidschan in Portugal fortsetzen und zum Schluss vielleicht noch einmal nach Italien zurückkehren", kündigt der Youngster zumindest an.

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