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Marcel Schmelzer bestritt bisher vier Spiele für die deutsche A-Nationalmannschaft © imago

Marcel Schmelzer spricht bei SPORT1 vor dem EM-Quali-Spiel in Aserbaidschan über die Partie in Österreich und den Konkurrenzkampf.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Wien/Baku - Marcel Schmelzer ist einer der großen Gewinner der abgelaufenen Saison.

Mit Borussia Dortmund wurde er Deutscher Meister, in der Nationalmannschaft erkämpfte sich der 23-jährige Linksverteidiger einen Stammplatz.

Im Interview mit SPORT1 spricht Schmelzer über die Lehren aus der Partie in Österreich, den Konkurrenzkampf, seine Ziele und Dirk Nowitzki.

SPORT1: Sie haben in Österreich Ihr erstes Pflichtspiel absolviert. Wie haben Sie die Atmosphäre empfunden?

Marcel Schmelzer: Klar war es etwas Besonderes. Eine Atmosphäre wie in Wien ist für mich als Dortmunder zwar bekannt, aber ein Pflichtspiel in der Nationalmannschaft ist doch etwas anderes als ein Freundschaftsspiel. Ich bin glücklich, dass wir es noch gewonnen haben.

SPORT1: Es gab viele Ballverluste in der Vorwärtsbewegung, durch die die Abwehrspieler in einigen Situationen nicht gut aussahen. War es deshalb ein besonders schweres Spiel, wenn man selbst den Fehler gar nicht gemacht hat, dadurch aber unter Druck gerät?

Schmelzer (stutzt etwas): Ich bin überrascht, weil es nicht immer so gesehen wird. Ja, das ist richtig. Es war ein schwieriges Spiel, weil wir Österreich mit leichten Fehlern, die wir sonst nicht machen, die Chance gegeben haben, auf die sie gewartet haben: auf Konter zu spielen.

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SPORT1: Lesen Sie kritische Artikel oder achten Sie darauf, welche Note Sie nach einem Spiel bekommen?

Schmelzer: Viele wissen gar nicht, was man als Mannschaft für eine Philosophie hat oder was der Trainer von einem taktisch fordert. Man sollte daher eigentlich nicht so viel lesen, selbst wenn es immer wieder interessant ist.

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SPORT1: Ihre Aufgabe liegt in der Nationalmannschaft fast ausschließlich in der Defensive. In Dortmund gehen Sie häufiger mit nach vorn. Wie charakterisieren Sie Ihr Spiel?

Schmelzer: Ich denke schon, dass ich in Dortmund eine sehr offensive Rolle gespielt habe. Ich habe zwar nicht so viele Torvorlagen gegeben, aber ich habe doch sehr viel Offensivdrang und wir greifen beim BVB mit vielen Leuten an. In der Nationalmannschaft ist es etwas anders. Ich drossle den Offensivdrang etwas. Trotzdem versuche ich, immer noch meinen Stil beizubehalten. Zunächst einmal ist es aber wichtig, meine Defensivaufgaben zu erfüllen - alles andere kommt mit der Zeit.

SPORT1: Joachim Löw hat zuletzt betont, dass er mehr von den Spielern verlangt und auch bei den jungen Dortmundern genau hinsieht, wie sie sich in der Champions League schlagen. Was fordert er von Ihnen?

Schmelzer: Er honoriert unsere Leistungen in der vergangenen Saison, aber er möchte auch, dass wir uns weiterentwickeln. Wir freuen uns auf Duelle mit Spielern und Mannschaften, die noch stärker sind. Die Anforderungen, die er hat, sind gleichzeitig die Ziele, die wir haben.

SPORT1: Ist es ein Vorteil, dass Sie mit Mats Hummels so gut eingespielt sind?

Schmelzer: Es ist für uns beide eine extreme Hilfe. Wir haben mehr als 40 Spiele in dieser Saison zusammen gemacht. Jeder weiß, was der andere macht und denkt. Nicht nur in der Defensive, sondern auch im Aufbau.

SPORT1: Das nächste Ziel mit dem DFB-Team ist ein Sieg in Aserbaidschan, mit dem man so gut wie sicher bei der EM wäre. Viele Spieler wirken müde. Sie haben alle Bundesligaspiele über 90 Minuten absolviert. Können Sie in Baku noch einmal Gas geben?

Schmelzer: Ich merke auch, dass ich mehr Regeneration und Pflege brauche als in der Saison. Aber ich glaube, dass ich das schon noch einmal hinkriege.

SPORT1: Beim FC Bayern gibt es Überlegungen, Philipp Lahm wieder auf die linke Seite zu stellen. In der Nationalelf wäre er dann Ihr Konkurrent. Wie sehen Sie die Lage und sind Sie auf die linke Seite fixiert?

Schmelzer: Ich sehe keine andere Position, auf der ich ähnlich gute Leistungen bringen könnte und möchte daher nur auf dieser Position spielen. Ich muss weiter arbeiten, Gas geben und mich entwickeln. Wer letztendlich links spielen soll, entscheidet der Trainer.

SPORT1: Bei der EM wären Sie sicher auch als Ersatzspieler gern dabei, oder?

Schmelzer: Bei der Europameisterschaft dabei zu sein, wäre überragend. Aber in einem Jahr kann noch viel passieren.

SPORT1: Ich habe gelesen, dass Michael Jordan ihr sportliches Vorbild ist. Warum er?

Schmelzer: Weil er nicht nur in einer guten Mannschaft sehr gut gespielt hat, sondern auch in kleineren Mannschaften für Siege gesorgt hat.

SPORT1: Fiebern Sie momentan auch mit Dirk Nowitzki mit und verfolgen Sie die NBA-Finals auf SPORT1?

Schmelzer: Ein paar Betreuer der Nationalmannschaft schauen sich das immer an und berichten uns am nächsten Morgen. Wir können in der Nacht natürlich nicht die Spiele live sehen. Trotzdem sind viele interessiert, was auch daran liegt, dass Dirk Nowitzki als Deutscher dabei ist.

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