vergrößernverkleinern
Mario Gomez feiert den Treffer zum 2:0 für Deutschland in Aserbaidschan © getty

In der EM-Quali gegen Aserbaidschan sorgen Özil und Gomez vor der Pause für klare Verhältnisse. Schürrle trifft in der Nachspielzeit.

Baku - Mit letzter Kraft zum EM-Ticket:

Die stark ersatzgeschwächte deutsche Nationalmannschaft steuert trotz einer schwachen Leistung im Rekordtempo auf die EURO 2012 in Polen und der Ukraine zu. (415526DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Nach einem glanzlosen und phasenweise öden 3:1 (2:0) in Aserbaidschan, dem siebten Sieg im siebten Qualifikationsspiel, kann das Team von Bundestrainer Joachim Löw nur noch theoretisch vom ersten Platz in der Gruppe A verdrängt werden. (DATENCENTER: Gruppe A)

"Sieben Spiele, 21 Punkte - da kann man der Mannschaft nur ein großes Kompliment machen. Wir haben läuferisch und kämpferisch noch einmal alles abgerufen", sagte Löw.

Es zählte nur das Ergebnis, auch für Philipp Lahm.

"Wichtig war, dass wir gewonnen haben und mit sieben Siegen durchmarschiert sind. Normal ist die Sache jetzt gegessen. Eigentlich darf nichts mehr passieren, wir sind uns sehr sicher", sagte der Kapitän: "Das war von den Ergebnissen her dieperfekte Saison."

Dafür müsste die DFB-Auswahl allerdings alle Spiele verlieren, Verfolger Türkei dürfte sich zugleich in vier Spielen keinen Punktverlust mehr erlauben.

Deutschland würde damit zum elften Mal in Folge seit 1972 an einer EM-Endrunde teilnehmen.(415527EINZELKRITIK: Aserbaidschan - Deutschland)

Özil trifft und legt vor

Die sehr junge deutsche Mannschaft tat sich zum Abschluss einer strapaziösen Saison lange Zeit sehr schwer, ehe Spielmacher Mesut Özil von Real Madrid mit dem 1:0 in der 30. Minute den Erfolg gegen das vom früheren Bundestrainer Berti Vogts betreute Aserbaidschan einleitete.

Torjäger Mario Gomez gelang in der 41. Minute nach einem Klasse-Pass von Özil, neben Toni Kroos auffälligster Spieler, das 2:0. (REAKTIONEN: Stimmen zum Spiel)

Murad Husejnow (89.) bestrafte die Fahrlässigkeit der deutschen Elf - gezittert werden musste aber nicht mehr, denn Andre Schürrle (90.+3) schlug in der Nachspielzeit zurück.

Rückflug noch in der Nacht

Nach Spielschluss geht es für den DFB-Tross sofort zum Flughafen in Baku, wo gegen Mitternacht (MESZ) der Flieger nach Frankfurt/Main abhebt.

Die Ankunft ist gegen 5 Uhr morgens geplant.

Anschließend verabschieden sich die DFB-Stars umgehend in den Urlaub.

Nach der Sommerpause steht am 10. August der Schlager gegen Rekordweltmeister Brasilien in Stuttgart auf dem Programm.

In der EM-Qualifikation geht es am 2. September in Gelsenkirchen gegen Österreich weiter.

Lahm im defensiven Mittelfeld

Löw brachte im Vergleich zum 2:1 am vergangenen Freitag in Österreich drei neue Spieler und stellte auf vier Positionen um.

So spielte Kapitän Philipp Lahm anstelle des verletzt abgereisten Sami Khedira im defensiven Mittelfeld neben Kroos.

Lahms Platz als Rechtsverteidiger nahm Benedikt Höwedes ein. Für Arne Friedrich, der in Wien einen rabenschwarzen Tag erlebt hatte, rückte Holger Badstuber in die Innenverteidigung.

Zudem ersetzte Dennis Aogo auf der linken Seite der Viererkette Marcel Schmelzer.

Altersdurchschnitt: 23,45 Jahre

Unverändert blieb die deutsche Offensive.

Damit lief in Baku eine der jüngsten Mannschaften der deutschen Länderspielgeschichte auf. Die DFB-Auswahl hatte einen Altersdurchschnitt von 23,45 Jahren, Lahm war mit 27 der Älteste.

Die Abwehrreihe brachte es gar nur auf 22,75 Jahre im Schnitt.

Nadirow trifft die Latte

Und die hatte zunächst überraschend einige Probleme zu bewältigen.

Nach Ballverlust Lahms, der auf der "Sechs" schon einmal beim 2:1 in England am 22. August 2007 gespielt hatte, verfehlte Alexander Tschertoganow aus 20 Metern nur knapp das Ziel (5.).

Noch mehr Glück hatte Deutschland in der 9. Minute, als Mats Hummels versehentlich Vugar Nadirow bediente. Dessen Schuss lenkte Torhüter Manuel Neuer mit den Fingerspitzen gerade noch an die Latte.

Löw stand einige Male wild gestikulierend an der Seitenlinie, besser wurden die Aktionen seiner Spieler dadurch zunächst nicht.

Kroos hämmert Freistoß an der Pfosten

Die gut eingestellten Gastgeber zerstörten den deutschen Aufbau mit aggressivem Spiel schon im Ansatz.

Wie in Österreich fehlten den Aktionen Tempo und Präzision. So brachte eine Standardsituation die erste Chance für den WM-Dritten: Kroos traf mit einem sehenswerten Freistoß den Pfosten (18.).

Auch danach kam die DFB-Elf nicht wie erhofft zum Zug. Gomez, in Österreich mit zwei Treffern noch der Held, hing bis zu seinem Tor völlig in der Luft.

Badstuber mit toller Vorlage

So war es zunächst erneut Kroos, der mit einem Weitschuss gefährlich wurde (28.), ehe Özil das 1:0 gelang.

Der Mittelfeldspieler von Real Madrid traf mit einem Flachschuss aus spitzem Winkel - und bereitete dann auch das 2:0 vor, bei dem Gomez nur noch den Fuß hinhalten musste.

Badstuber hatte das Feld mit einem 40-Meter-Pass geöffnet.

"Wir haben uns einige Male selbst in Schwierigkeiten gebracht, den Gegner aber ansonsten beherrscht", sagte Teammanager Oliver Bierhoff zur Pause.

DFB-Elf verwaltet die Führung

In der zweiten Hälfte war der Widerstand der Gastgeber durch den Rückstand gebrochen. Die deutsche Elf kontrollierte klar das Spiel, ohne dabei große Glanzpunkte zu setzen.

Die beste Torchance zum 3:0 hatte erneut Gomez, der freistehend an Torwart Kamran Agajew scheiterte (68.).

Ansonsten beschränkte sich die DFB-Auswahl auf das Nötigste, was durch den Anschlusstreffer bestraft wurde.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel