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Bis zur EM in Polen und der Ukraine muss Jogi Löw seinen Kader auf 23 Spieler reduzieren © getty

Die EM-Teilnahme ist fast sicher. Wer ist gesetzt? Wer muss zittern? Wer macht den größten Sprung? SPORT1 fasst die Lage zusammen.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

München - Die EM-Teilnahme ist so gut wie sicher, schon im nächsten Gruppenspiel am 2. September gegen Österreich kann das DFB-Team die EM-Teilnahme endgültig perfekt machen (DATENCENTER: Gruppe A).

Bis zum Beginn der Endrunde am 8. Juni ist zwar noch ein Jahr Zeit, aber der Bundestrainer denkt schon an die Zukunft und erhöht den Druck auf seine Spieler.

"Wir wollen uns verbessern und weiter nach vorne bewegen", sagte Joachim Löw nach dem 3:1 in Aserbaidschan (415526DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

"Ich glaube, dass wir in der individuellen Verbesserung den größten Sprung machen können", erklärte Löw, der in der abgelaufenen Länderspiel-Saison insgesamt 40 Spieler, darunter sieben Neulinge, eingesetzt hat.

Ballack spielt keine Rolle

In Polen und der Ukraine dürfen aber nur 23 Spieler dabei sein. Der Kampf um die Plätze läuft. "Ich hoffe, dass es schwierig wird, in die Mannschaft zu kommen", sagte Löw.

Die Auswahl an guten Spielern sei "viel größer als bei meinem Amtsantritt. Mittlerweile können wir jede Position doppelt besetzen und das nahezu gleichwertig", freut sich Löw über die Leistungsdichte im deutschen Team, die dafür sorgt, dass Michael Ballack keine Rolle mehr in den Planungen spielt.

Löw kündigte ein "zeitnahes Gespräch" mit dem ehemaligen Kapitän an.

Ziel sei es, "weiter junge Spieler einzubauen", betonte Löw und forderte, die jungen Spieler müssten "in der kommenden Saison ihre Leistung bestätigen".

SPORT1 fasst die Situation in den Mannschaftsteilen zusammen und bewertet die Perspektiven der einzelnen Spieler.

Tor: Neuer unangefochten

Im Tor ist Manuel Neuer die unangefochtene Nummer eins.

Rene Adler und Tim Wiese waren zwar nach der WM 2010 die Ersatzleute, aber in der Bundesliga gibt es einige sehr gute Keeper, die den Sprung ins DFB-Team schaffen können.

[kaltura id="0_jjp21fd5" class="full_size" title="Ab in den Urlaub"]

U-21-Nationaltorwart Oliver Baumann vom SC Freiburg, Hannovers Ron-Robert Zieler oder Kaiserslauterns Kevin Trapp sind junge Schlussleute, die eine sehr gute Saison gespielt haben.

Zumindest einer von ihnen könnte bei der EM dabei sein. Auch Ralf Fährmann und Thomas Kraft sind im Blickfeld.

Abwehr: Lahm gesetzt, Hummels im Kommen

In der Abwehr führt kein Weg vorbei an Kapitän Philipp Lahm. Per Mertesacker und Arne Friedrich waren bei der WM gesetzt, dann aber lange verletzt und nicht in bester Form.

Beide gehören weiter zum Stamm, spüren aber den Druck durch die Jungen, von denen Mats Hummels wohl die besten Chancen hat, in die Stammelf zu rücken.

Serdar Tasci gehörte zwar zum WM-Kader, der EM-Zug dürfte für ihn aber bereits abgefahren sein.

Zu groß ist die Konkurrenz mit Holger Badstuber, Jerome Boateng, Dennis Aogo und Benedikt Höwedes, die alle zudem auf mehreren Positionen spielen können.

"Problemzone" Außenverteidigung

Die Problemzone, wenn es überhaupt eine gibt, sind die Außenpositionen.

Marcel Schmelzer spielte in Dortmund eine super Saison, konnte im DFB-Team aber noch nicht überzeugen und kann nach eigener Aussage nur auf der linken Seite auf hohem Niveau spielen.

Sollte Lahm dorthin zurückkehren, bliebe für Schmelzer wohl höchstens noch ein Platz auf der Bank.

Für die rechte Seite gibt es außer Lahm derzeit keinen Spezialisten, sondern nur Allrounder wie Boateng, Höwedes oder Christian Träsch.

Allerdings könnte Andreas Beck zurückkehren, falls er zu Juventus Turin wechselt und dort einschlägt.

Mittelfeld: Schweinsteiger der Chef in der Zentrale

Im defensiven Mittelfeld vertraut Löw auf sein WM-Duo Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira. Toni Kroos zeigte zuletzt, dass er eine Alternative sein kann, offenbarte aber auch Schwächen.

Simon Rolfes ist verletzungsanfällig, doch seine Erfahrung könnte für den Leverkusener sprechen. Sven Bender muss seine Leistung zunächst bestätigten und sich mit Dortmund zudem international beweisen. Für Träsch spricht, dass er flexibel einsetzbar ist.

Özil - und wer noch?

Auch im offensiven Mittelfeld hat Löw viele Optionen. Klar gesetzt ist Mesut Özil in der Zentrale.

Thomas Müller und Lukas Podolski sind auf den Flügeln erste Wahl, aber Andre Schürrle hat gegen Uruguay und in Aserbaidschan gezeigt, dass er Podolski das Leben schwer machen kann.

Kaum Chancen für Trochowski und Marin

Marko Marin und Piotr Trochowski, beide noch bei der WM im Kader, müssen sich schon gewaltig steigern, um die Rückkehr zu schaffen.

Mario Götze hat dagegen eine grandiose Saison hinter sich. Der Dortmunder ließ auch im DFB-Team sein großes Potenzial aufblitzen.

Sturm: Gomez und Klose eine Bank

Im Angriff sind Mario Gomez und Miroslav Klose, wenn sie gesund bleiben, definitiv bei der EM dabei. Für Klose ist es wichtig, jetzt einen Verein zu finden, bei dem er regelmäßig spielt.

Bei der WM waren Stefan Kießling und Cacau neben Gomez die Ergänzungsspieler. Im Kampf um einen Platz im EM-Kader heißt es für beide: verletzungsfrei bleiben und viele Tore schießen.

Cacau ist mit 30 nicht mehr der Jüngste. Julian Schieber ist erst 22. Wenn der Stuttgarter seine starke Saison bestätigt, kann er auf den EM-Zug aufspringen.

Die Chancen der einzelnen Spieler im Überblick:

Gesetzt:

Tor: Manuel Neuer

Abwehr: Philipp Lahm, Per Mertesacker

Mittelfeld: Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira, Mesut Özil, Thomas Müller, Lukas Podolski

Angriff: Mario Gomez, Miroslav Klose

Gute Chancen:

Tor: Rene Adler, Tim Wiese

Abwehr: Arne Friedrich, Mats Hummels, Holger Badstuber, Jerome Boateng, Marcel Schmelzer, Dennis Aogo, Benedikt Höwedes

Mittelfeld: Toni Kroos, Andre Schürrle, Mario Götze, Marco Reus, Sven Bender, Christian Träsch, Simon Rolfes, Kevin Großkreutz

Im Blickfeld:

Tor: Oliver Baumann, Ron-Robert Zieler

Abwehr: Marcell Jansen

Mittelfeld: Lewis Holtby, Sebastian Rudy

Angriff: Stefan Kießling, Juilan Schieber

Geringe/keine Chancen:

Tor: Kevin Trapp, Marc-Andre ter Stegen

Abwehr: Heiko Westermann, Serdar Tasci, Andreas Beck

Mittelfeld: Michael Ballack, Marko Marin, Aaron Hunt, Piotr Trochowski, Christian Gentner, Thomas Hitzlsperger

Angriff: Cacau

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