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Joachim Löw (r.) ist seit 2006 Bundestrainer Deutschlands © getty

Mit Blick auf die EM 2012 lässt sich der Bundestrainer nicht unter Druck setzen. Klose und Gomez sind allerdings gesetzt.

München - In einem Jahr ist die Endrunde der Europameisterschaft bereits in vollem Gange.

Zwölf Monate vor dem Turnierstart in Polen und der Ukraine lässt sich Joachim Löw aber noch nicht verrückt machen, zumal die deutsche Nationalmannschaft ganz souverän durch die EM-Qualifikation marschiert. (DATENCENTER: Gruppe A)

Im Hinblick auf die EURO will sich Löw bei seiner Kaderplanung genug Zeit lassen.

Der "Bild am Sonntag" verriet er: "Ich werde das nächste halbe Jahr nutzen, um weiter zu probieren und zu experimentieren. Natürlich gibt es einen festen Kern. Spieler wie Mertesacker, Lahm, Schweinsteiger, Podolski und Klose sind seit vielen Jahren feste Größen."

"Es kommt noch viel Bewegung rein

"Dazu kommen seit einem Jahr Özil, Khedira, Neuer, Müller und jetzt natürlich auch Gomez. Grundsätzlich glaube ich jedoch, dass im nächsten Jahr noch viel Bewegung in die Nationalmannschaft kommt", so Löw weiter.

Deshalb wird der endgültige Kader erst kurz vor dem Turnier feststehen: "Ich bin weg von der Meinung, dass ich schon ein halbes Jahr vor der EM die Stammelf gefunden haben muss."

Im Gegenteil: Es sei sogar wahrscheinlich, dass im November gegen Holland im letzten Testspiel des Jahres eine andere Mannschaft auflaufe als später bei der EM.

Abschalten fällt Löw schwer

"Ich weiß, dass die vier Wochen vor der EM die entscheidende Phase sind im Kampf um die Stammplätze", sagte Löw, der zurzeit seine ersten Urlaubstage in seiner Heimat Freiburg genießt.

Nach dem letzten Saison-Länderspiel der DFB-Auswahl am vergangenen Dienstag im Rahmen der EM-Qualifikation in Aserbaidschan (415526DIASHOW: Die Bilder des Spiels) fällt es dem Bundestrainer aber nach eigener Aussage schwer, vom Fußball Abstand zu gewinnen.

[kaltura id="0_6h32xt84" class="full_size" title="Löw begrüßt Kloses Wechsel"]

Unter anderem beschäftigt den 51-Jährigen die Situation im Sturm, wo Bundesliga-Torschützenkönig Mario Gomez dem noch vor wenigen Wochen gesetzten Miroslav Klose den Platz streitig macht.

Klose muss spielen

Klose, der schon bei Bayern München hinter Gomez ins zweite Glied gerückt war, will nach der Sommerpause bei Lazio Rom neu angreifen und seinen Stammplatz bei der DFB-Auswahl erfolgreich verteidigen. (Bericht: Kloses neuer Klub: Höhenflüge und tiefe Abgründe)

"Es wäre für Miro nicht einfach gewesen, noch eine Saison auf der Bank zu sitzen. Mario Gomez ist bei Bayern nach der starken Saison gesetzt. Und für Miro ist es jetzt im Hinblick auf die EM wichtig, dass er spielt", so Löw.

Es sei positiv, dass Klose "in seinem neuen Verein vor einer neuen Herausforderung als Stammspieler steht und mehr Wettkampf-Praxis bekommt", kommentierte der Bundestrainer den Wechsel des WM-Torschützenkönigs von 2006.

Löw liebäugelt mit Doppelspitze

Löw schloss nicht aus, dass die beiden Konkurrenten künftig zusammen auf Torejagd gehen.

"Beide sind in Deutschland die besten Stürmer, hinter beiden sehe ich so schnell keine Alternativen. Es ist für mich eine Überlegung für die Zukunft, auch mit Mario und Miro zu spielen und ihnen gemeinsam in einem anderen System eine Chance zu geben. Dazu wären beide auch bereit."

Ferner machte sich Löw auch Gedanken über die künftige Rolle seines Kapitäns Philipp Lahm, der bei den Bayern wieder von der rechten auf die linke Seite der Viererkette wechseln könnte.

Gespräch mit Heynckes wegen Lahm

"Ich werde demnächst mit Jupp Heynckes sprechen, auf welcher Position er künftig mit Philipp plant. Es ist denkbar, dass ich mich an seine Entscheidung anpasse", sagte der Bundestrainer.

Bevor sich Löw aber mit solchen Details beschäftigt, muss er zunächst noch die Personalie Michael Ballack klären.

"Wir haben bislang noch nicht miteinander gesprochen. Aber das Gespräch wird zeitnah stattfinden. Es ist in unser aller Interesse, dass es jetzt bald eine Klärung gibt", sagte Löw über seinen Kapitän außer Dienst, der in seinen Planungen keine Rolle mehr spielt.

Ballacks Abschied im August?

Im August könnte Ballack beim Länderspiel gegen Brasilien gebührend aus der Nationalelf verabschiedet werden, sofern er selbst daran Interesse hat.

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