Bundestrainer Joachim Löw hätte das nachvollziehbare Aus des ehemaligen DFB-Kapitäns genauso gut schon vor einem Jahr verkünden können.

Endlich ist eine Diskussion beendet, die Fußball-Deutschland über ein Jahr beschäftigt hat und so unnötig war wie ein Kropf.

Michael Ballack wird also ? gezwungenermaßen ? als Nationalspieler abtreten ohne seine Ziele erreicht zu haben:

Kein Titel, keine 100 Länderspiele und möglicherweise nicht mal ein feierlicher Abschied 29125(DIASHOW: Abschied des Unvollendeten).

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Das ist bedauerlich, denn einer der besten deutschen Fußballer aller Zeiten wird als Unvollendeter in die Geschichte eingehen.

Zwar holte er im Verein fünf Meisterschaften, scheiterte aber gleich zweimal im Champions-League-Finale.

Und mit der DFB-Auswahl blieb ihm ebenfalls mehrfach der letzte Schritt verwehrt: Zweiter bei der EM 2008, Dritter bei der WM 2006 und Zweiter bei der WM 2002.

Da passt es ins Bild, dass viele Experten der Meinung sind, dass Deutschland in Yokohama mit Ballack Weltmeister geworden wäre. Doch Ballack fehlte im Endspiel vor neun Jahren gelbgesperrt.

Auch 2010 in Südafrika wäre für die junge deutsche Mannschaft mit der Routine des ?Capitanos? vielleicht der WM-Titel möglich gewesen.

Doch Ballack verpasste nach einem brutalen Foul von Kevin Prince Boateng im FA-Cup-Finale sein sechstes großes Turnier ? und wurde danach Stück für Stück zur Persona non grata im DFB-Team.

Der Siegeszug der neuformierten Löw-Elf ließ die meisten Beobachter zu dem Schluss kommen, dass der langjährige Leitwolf nicht mehr benötigt wird.

Und die Tatsachen sprechen eine eindeutige Sprache: Ballack wird Ende September 35 Jahre alt, seine Karriere neigt sich unwiederbringlich dem Ende zu.

Daher hätte Joachim Löw das jetzt verkündete Aus genauso gut schon vor einem Jahr verkünden können.

Doch der Bundestrainer löst solche Personalien eben auf seine Art: Er wartete einfach so lange, bis es praktisch keinen einzigen Fürsprecher Ballacks mehr gab.

Um die Zukunft der Nationalmannschaft muss man sich angesichts eines nie zuvor gekannten Potenzials an Talenten ohnehin keine Sorgen machen, gerade auf Ballacks Position im defensiven Mittelfeld herrscht ein Überangebot.

Für den Ex-Weltstar ist das Aus dagegen trotz der eindeutigen Vorzeichen bitter. Aber vielleicht hat Ballack es auch einfach verpasst, selber das Ende seiner DFB-Laufbahn zu bestimmen.

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