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Robin Yalcin spielt bei den A-Junioren des VfB Stuttgart © getty

Vor dem WM-Viertelfinale spricht Vize-Kapitän Robin Yalcin bei SPORT1 über Gegner England, seine Rolle und Eltmeterschießen.

Von Jakob Gajdzik

München/Morelia - Der Traum geht weiter.

Nicht nur der Traum vom Titel, sondern auch, im drittgrößten Stadion der Welt einzulaufen.

Die deutsche U-17-Nationalmannschaft greift bei der Weltmeisterschaft in Mexiko nach den Sternen - und hat sich mit beeindruckenden vier Siegen in bisher vier Spielen (Tordifferenz: 15:1) in den engen Favoritenkreis gespielt. 418786(DIASHOW: Das ist die U 17)

Zuletzt brillierte man im Achtelfinale beim 4:0 gegen die USA (Bericht). Nun wartet im Viertelfinale der Klassiker gegen England.

Gewinnen die DFB-Junioren, dürfen sie in den Finalspielen im ehrwürdigen Aztekenstadion (Fassungsvermögen 100.000 Plätze) einlaufen

Einer, der gegen die Junioren der US-Boys sein Comeback feierte, war Robin Yalcin. Der Vize-Kapitän fiel nach der Auftakt-Partie gegen Ecuador (6:1) mit Magen-Darm-Problemen aus und meldete sich erst in der K.o.-Runde zurück.

Im Interview mit SPORT1 spricht Yalcin über seine Rolle, besondere Hilfe von Trainer Steffen Freund und ein mögliches Elfmeterschießen.

SPORT1: Herr Yalcin, die deutsche U 17 begeistert bei der WM in Mexiko weiter. Nach der starken Vorrunde folgte nun ein beeindruckendes 4:0 im Achtelfinale gegen die USA. Was sind die Gründe für diese klasse Leistungen Ihrer Mannschaft?

Robin Yalcin: Mit dem 6:1-Auftaktsieg (gegen Ecuador, d. Red.) sind wir sehr gut ins Turnier gestartet. Das hilft und hat uns die nötige Sicherheit und das Selbstvertrauen für die restlichen Spiele gegeben. Außerdem haben wir einen klasse Teamgeist, der uns sehr helfen kann, bei dieser WM weit zu kommen. Dass es so überragend läuft, war nicht zu erwarten.

SPORT1: Im Viertelfinale geht es nun gegen England. Ein echter Klassiker. Ihr Trainer Steffen Freund sprach von einem besonderen Spiel. Für Sie auch?

Yalcin: Absolut. Gegen England ist es immer eine besondere Partie. Unsere beiden Länder haben Fußballgeschichte geschrieben. Wir haben nun die Ehre, diese fortzusetzen. Die Vorfreude auf das Spiel ist sehr groß. Es werden schwere 90 Minuten gegen einen sehr starken Gegner. Allerdings werden wir top vorbereitet in das Spiel gehen.

SPORT1: Was sind die Stärken der Engländer?

Yalcin: Sie spielen sehr körperbetont und haben schnelle Spieler in der Mannschaft. England ist eine große Fußballnation, da gewinnt man nicht einfach im Vorbeigehen. Wir werden dennoch versuchen, unser Spiel durchzubringen und als Sieger vom Platz zu gehen.

SPORT1: Wird im Training schon fleißig Elfmeterschießen geübt?

Yalcin: Dazu wird es hoffentlich nicht kommen. Wir wollen das Spiel bereits in der regulären Spielzeit für uns entscheiden. Sollte es nicht klappen und doch ins Elfmeterschießen gehen, sind wir darauf ebenfalls vorbereitet. Wir haben einige sichere Schützen.

SPORT1: Ihr Trainer Steffen Freund hat jahrelange Erfahrung als Spieler in England. Können seine Kenntnisse des englischen Fußballs helfen?

Yalcin: Der Trainer kennt den englischen Fußball sehr gut. Während seiner Zeit auf der Insel hat er viele Erfahrungen gesammelt, die er heute an uns weitergibt. Das hilft uns natürlich. Wir werden aber auch darüber hinaus von Steffen Freund sehr gut auf den Gegner eingestellt. Im Februar sind wir beim Algarve Cup in einem Freundschaftsspiel auf die Engländer getroffen und haben 3:1 gewonnen. Wir haben natürlich sehr viel Respekt vor England, aber ich denke, den haben die Engländer auch vor uns.

SPORT1: Bei einem Weiterkommen würden Sie bei den Finalspielen im Aztekenstadion auflaufen. Ist das ein besonderer Reiz?

Yalcin: Natürlich wäre es etwas sehr Besonderes, einmal dort aufzulaufen. Ich glaube das ist für jeden Fußballer ein Traum. Aber soweit sind wir noch nicht. Wir haben jetzt erst einmal die Aufgabe England zu lösen. Wir wollen die Partie gewinnen und eine Runde weiter kommen.

SPORT1: Nach den bisher überzeugenden Spielen fällt es schwer, Deutschland nicht mehr als Favoriten anzusehen. Wollen Sie jetzt auch den Titel? (Freund: "Zu früh für Titelträume)

Yalcin: Diese Wahrnehmung ehrt uns zwar, allerdings ist es für Titelgedanken noch viel zu früh. Wir schauen Schritt für Schritt nach vorne, von Runde zu Runde. Wie wir eingeordnet werden, ist nicht so wichtig. Hauptsache wir gewinnen das nächste Spiel.

SPORT1: Trainer Steffen Freund lobt Sie als seinen Umschaltspieler zwischen Offensive und Defensive. Freut Sie so ein Lob?

Yalcin: Ja, das Vertrauen des Trainers ehrt mich, auch meine Rolle als Vize-Kapitän. Wir haben zwei bis drei Führungsspieler in der Mannschaft, an denen sich die anderen orientieren. Wenn es mal nicht so rund läuft, dann gibt es keine Kritik, sondern gegenseitige Unterstützung.

SPORT1: In Deutschland spielen Sie für die A-Jugend des VfB Stuttgart. Gab es schon mal Kontakt zu Bruno Labbadia wegen einer möglichen Berufung in den Profi-Kader?

Yalcin: Im Moment konzentriere ich mich voll und ganz auf die Weltmeisterschaft. In der nächsten Saison bin ich erstmal für die A-Jugend geplant. Alles andere, wird man sehen.

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