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Torschütze Samed Yesil spielt in der U 19 von Bayer Leverkusen © getty

Freunds DFB-Youngster gewinnen den Klassiker gegen England und stehen unter den besten vier Teams. Yesil trifft doppelt.

Von Florian Müller

München - Der deutsche Fußballzauber im Azteken-Staat kennt kein Ende.

Die U-17-Auswahl des DFB triumphierte im Viertelfinale gegen England mit 3:2 (2:0) und steht nun im Halbfinale der WM-Endrunde in Mexiko.

"Wir sind überglücklich. Mein Team hat alles aus sich herausgeholt und sich den Erfolg verdient. Mit einem Spiel im Aztekenstadion geht für die Mannschaft ein Traum in Erfüllung", sagte Trainer Steffen Freund zur nächsten Partie.

Eine Änderung gegenüber dem Gala-Auftritt gegen die USA im Viertelfinale musste Freund vornehmen. 418786(DIASHOW: Das ist die U 17)

Der etatmäßige Innenverteidiger und Stabilisator der deutschen Defensive Koray Günter (Borussia Dortmund) meldete sich kurz vor Spielbeginn wegen Magen-Darm-Problemen ab. Für ihn sprang der Schalker Noah Korczowski ein.

Yesil mit der frühen Führung

Freund erklärte dazu: "Günter ist vor Anpfiff kurzfristig ausgefallen. Zudem ging Levent Aycicek krank ins Spiel. Er sagte zu mir: 'Ich will spielen.' Das ist ein Beispiel dafür, dass meine Mannschaft heute an ihre Grenzen gegangen ist."

Nach vier Spielen, zwölf Punkten und einem fabelhaften Torverhältnis von 15:1 in Queretaro trat die DFB-Elf erstmals im Estadio Morelos in Morelia an.

Zu Beginn war den Deutschen die Nervosität sichtlich anzumerken. Viele unnötige Fehlpässe prägten die Anfangsminuten, ehe der Kölner Mitchell Weiser mit einem schönen Zuspiel die Engländer Hintermannschaft aushebelte.

Samed Yesil war zur Stelle und schob das Leder im zweiten Anlauf am englischen Schlussmann vorbei in die Tormaschen (8.).

Vlachodimos steht sicher

In den folgenden Minuten nahmen die DFB-Bubis die Partie immer mehr in die eigene Hand, erspielten sich gute Tormöglichkeiten, doch der zweite Treffer wollte zunächst nicht fallen. Bis zur 25. Spielminute: Kaan Ayhan vom FC Schalke lenkte einen Schuss von Marvin Ducksch (Borussia Dortumund) zum 2:0 ins Tor.

Anschließend konzentrierte sich die Freund-Elf auf eine sichere Defensive, spielte auf Ballbesitz und ließ den "Young Lions" kaum Platz zum Kombinieren.

Nach Wiederanpfiff hatten die Engländer die besseren Tormöglichkeiten. Die deutsche Mannschaft konnte sich bei Schlussmann Odisseas Vlachodimos (VfB Stuttgart) bedanken, dass sie nicht den Anschlusstreffer hinnehmen musste.

Magri mit dem Anschlusstreffer

Doch in dieser spielentscheidenden Phase fasste sich Weiser ein Herz, spielte mit den englischen Verteidigern Katz und Maus und bediente den einschussbereiten Yesil mustergültig mit der Hacke (55.).

Für Yesil, der aufgrund seiner Knipser-Qualitäten nur noch "Gerd" genannt wird, war es der fünfte Treffer im WM-Turnier.

"Das Spiel hatten wir ziemlich gut im Griff und haben verdient mit 3:0 geführt. Das Mittelfeld ist das Herz unserer Mannschaft", sagte Freund.

Samuel Magri (FC Portsmouth) verwandelte in der 66. Minute einen Foulelfmeter, den Nico Perrey (Bayer Leverkusen) verursacht hatte, zum 3:1.

Fehlpass von Ducksch

Nach dem Treffer warfen die Engländer alles nach vorne. Die Elf von Freund spielte zeitweise zu umständlich und lies sich des Öfteren in Bedrängnis bringen.

Knapp zehn Minuten vor dem Ende kamen die Young Lions sogar noch zum 3:2 nach einem leichtfertigen Fehlpass von Ducksch.

Doch mit etwas Glück und unnötigem Zittern in den Schlussminuten retteten die DFB-Kicker den Vorsprung über die Zeit.

Nach einem erneut ansprechenden Auftritt kann sich auch der zurückhaltende Steffen Freund nicht mehr des Eindrucks erwehren, dass seine Jungs mit den bereits für das Halbfinale qualifizierten Brasilianern zu den absoluten Top-Favoriten auf den WM-Titel gehören.

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