vergrößernverkleinern
Okan Aydin hat in 18 Länderspielen für die U 17 drei Tore erzielt © imago

Vor dem Halbfinale gegen Mexiko, spricht der deutsche Linksaußen bei SPORT1 über die Stimmung im Team und die Chancen auf das Finale.

Von Jakob Gajdzik

München - Die deutsche U-17-Auswahl steht nach dem 3:2-Zittersieg gegen England (Bericht) im WM-Halbfinale, wo Gastgeber Mexiko in der Nacht auf Freitag in Torreon wartet.

Gegen den Turnierfavoriten kämpft die DFB-Auswahl von Trainer Steffen Freund in der Nacht zum Freitag (1 Uhr MESZ) um den ersten Finaleinzug seit 26 Jahren. Einer der dann wieder auflaufen könnte ist Stürmer Okan Aydin.

Der 16-Jährige hatte nach gutem Auftakt im letzten Vorrundenspiel gegen Panama die Rote Karte (Bericht) gesehen. "Das war natürlich bitter für mich", sagt Aydin zu SPORT1.

Im Interview mit SPORT1 verrät der bis 2016 an Bayer Leverkusen gebundene Linksaußen, wie ihn seine Mitspieler während seiner Sperre aufgebaut haben. Er spricht über die Siegchancen gegen Mexiko und sagt, was Trainer Steffen Freund auszeichnet.

SPORT1: Erst ein Tor erzielt, dann eine Rote Karte im letzten Gruppenspiel gegen Panama - wie sehr haben Sie sich über sich selbst geärgert?

Okan Aydin: Das war natürlich bitter für mich. Das Spiel hat mit dem Tor optimal begonnen. Ich war ziemlich gut drauf. Der Platzverweis war dann mehr als unglücklich. Ich wollte den Gegner nicht treffen. Es hat mir leid getan, der Mannschaft in den nächsten beiden Spielen nicht helfen zu können. Aber auf der Tribüne war ich der erste Daumendrücker!

SPORT1: Wie waren die Reaktionen von Trainer und Mannschaft?

Aydin: Sowohl Steffen Freund, als auch meine Mitspieler haben mich aufgebaut und mir gesagt, ich solle den Kopf nicht hängen lassen. Sie haben mir versprochen, dass ich ab dem Halbfinale wieder mithelfen kann ? und sie haben ihr Versprechen gehalten.

SPORT1: Wie war es für Sie, gerade in der dramatischen Schlussphase gegen England zuschauen zu müssen?

Aydin: Wir haben gut in die Partie gefunden und sind dank unserer Überlegenheit verdient mit 3:0 in Führung gegangen. Die Gegentore haben die Engländer aufgebaut. In den letzten Minuten war es ein Nervenspiel. Das auf der Tribüne mit anzusehen, war der Horror für mich. Wir haben auf der Tribüne alle nur noch auf den Schlusspfiff gewartet. Ich war am Ende klitschnass.

SPORT1: Wie ist es nun, nach zwei Spielen wieder in die Mannschaft zurückzukehren?

Aydin: Ich bin nach der Sperre topfit und hoch motiviert. Das könnte gegen die Mexikaner ein Vorteil werden. Ich freue mich sehr auf die Begegnung.

SPORT1: Ist nach den zwei starken Spielen des Teams gegen die USA und England in der Offensive überhaupt noch Platz für Sie?

Aydin: Unser Kader besteht aus 21 bärenstarken Spielern. Am Ende entscheidet natürlich der Trainer, wen er aufstellt.

SPORT1: Wie stehen die Chancen gegen Mexiko und wie schätzen Sie den Gegner ein?

Aydin: Es wird sehr schwierig, weil wir das ganze Publikum gegen uns haben werden. Aber das wird für uns nur eine zusätzliche Motivation sein. Dazu kommen die hohen Temperaturen in Torreon, die die Mexikaner gewohnt sind. Wir müssen hochkonzentriert in die Partie gehen und das Letzte aus uns herausholen. Wenn wir unsere Leistung abrufen, haben wir eine Chance aufs Finale. Das wäre die Erfüllung unseres Traumes.

SPORT1: Nach den bisher starken Auftritten bei dieser WM kann das Ziel eigentlich nur der Titel sein. Oder wie sieht die Zielsetzung in der Mannschaft aus?

Aydin: Wir machen weiter wie bisher und schauen nur von Spiel zu Spiel. Zunächst müssen wir ins Finale einziehen und das wollen wir gegen Mexiko erreichen. Da müssen wir erst einmal Vollgas geben. 418786(DIASHOW: Das ist die U 17)

SPORT1: Was zeichnet Ihren Trainer Steffen Freund aus und wie ist Ihr persönliches Verhältnis zu ihm?

Aydin: Steffen Freund ist ein sehr guter Trainer. Er spricht viel mit uns, baut uns auf und kann uns super motivieren. Er hat als Profi viel erlebt und gibt seine Erfahrungen an uns weiter. Wir lernen viel von ihm und werden immer optimal auf den nächsten Gegner eingestellt. Er sorgt außerdem für Lockerheit im Team, weil er für jeden Spaß zu haben ist und immer eine positive Einstellung hat. Wir haben eine gesunde Mischung zwischen Spaß und Arbeit in der Mannschaft.

SPORT1: In der deutschen Mannschaft stehen viele Spieler mit einem Migrationshintergrund. Fühlen Sie sich wie eine deutsche Nationalmannschaft oder mehr wie ein internationales Team im deutschen Trikot?

Aydin: Wir haben uns für dieses Land entschieden und spielen mit dem ganzen Herzen für Deutschland.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel