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Trainer Steffen Freund tröstet Cimo Röcker nach der unglücklichen Niederlage © getty

Nach dem verlorenen Halbfinale lassen die U-17-Junioren ihren Gefühlen freien Lauf. Auf Trainer Freund wartet nun harte Arbeit.

Torreon - Die ansonsten so coolen Jungs schämten sich ihrer Tränen nicht.

Nachdem Schiedsrichter Omar Ponce aus Ecuador bei der U-17-WM nach 93 Minuten das dramatische Halbfinale zwischen Gastgeber Mexiko und Deutschland abgepfiffen hatte, sanken Cimo Röcker, Mitchell Weiser und Noah Korczowski wie vom Blitz getroffen auf dem Rasen zusammen.

Und hielten sich minutenlang die Hände vors Gesicht.

DFB-Kapitän Emre Can, der in der 77. Minute verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, stürmte nach der bitteren 2:3 (1:1)-Niederlage gegen die Mexikaner (Spielbericht) wutentbrannt auf den Referee zu, musste von Betreuern und Trainer Steffen Freund eingefangen werden.

"Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Die Spieler waren in der Kabine traurig und emotional. Meine Mannschaft hätte die Qualität gehabt, den Gastgeber zu schlagen und den WM-Titel zu holen. Meine Aufgabe ist es jetzt, die Mannschaft wieder aufzurichten und aufzubauen", sagte Freund, nachdem der Titeltraum praktisch in letzter Sekunde geplatzt war.

"Wir haben unser Bestes gegeben"

In der 90. Minute hatte Julio Gomez, der in der 3. Minute bereits das 1:0 erzielt hatte, mit einem spektakulären Fallrückzieher zum 3:2 den Finaleinzug der Gastgeber perfekt gemacht 418786(DIASHOW: Das ist die U 17).

Der Leverkusener Torjäger Samed Yesil (10.) und Can (60.) hatte zuvor die deutsche Mannschaft zwischenzeitlich auf die Siegerstraße gebracht, ehe Jorge Espericueta mit einer direkt verwandelten Ecke zum 2:2 (76.) den mit 30.000 Zuschauern ausverkauften Hexenkessel Nuevo Estadio Corona in Torreon zum Kochen brachte.

"Wir sind enttäuscht und traurig über die Niederlage gegen Mexiko. Wir haben unser Bestes gegeben", sagte Can, bei dem ebenso wie bei seinen Kollegen nach und nach der Frust wieder dem Stolz wich.

Mexikanische Journalisten applaudieren

Anerkennung hatte sich der deutsche Nachwuchs, der sich zuvor mit fünf Siegen und insgesamt 18:3 Toren selbst in die Favoritenrolle gespielt hatte, auch im Halbfinale verdient.

Nachdem die DFB-Junioren noch vor und während des Spiels vom mexikanischen Publikum gnadenlos ausgepfiffen worden waren, gab es nach der Partie Trost von gegnerischer Seite.

Mexikanische Journalisten applaudierten in der Mixed Zone, am Hotel gab es von rund 300 Fans aufmunternde Worte für das deutsche Team, das im Spiel um Platz drei am Sonntagabend im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt auf den dreimaligen U-17-WM-Champion Brasilien trifft.

Uruguay erreicht Finale

Coach Freund sah die Stimmung im Stadion allerdings als nicht so dramatisch an: "Wir wussten, dass 30.000 Menschendie mexikanische Mannschaft kräftig unterstützen werden. Es war eine tolle Atmosphäre im Stadion."

Im Anschluss findet an gleicher Stelle vor 100.000 Zuschauern das Finale zwischen Mexiko und Uruguay, das Brasilien im Halbfinale mit 3:0 ausschaltete, statt.

"Letztes gemeinsames Spiel"

Gegen Brasilien will sich die deutsche Mannschaft noch einmal von ihrer besten Seite zeigen, wenngleich Freund schon nach dem Semifinale ein positives Fazit zog.

"Die Mannschaft und ich arbeiten seit zwei Jahren zusammen. Die Spieler haben in dieser Zeit eine tolle Entwicklung genommen. Wir sind Vize-Europameister geworden und standen im WM-Halbfinale. Ich bin sehr stolz auf diese Jungs", sagte der Europameister von 1996.

Und gab für Sonntag dann auch gleich das Ziel aus: "Gegen Brasilien wird es unser letztes gemeinsames Spiel sein. Unser Ziel ist es, uns mit einem Erfolgserlebnis zu verabschieden und mit einer Medaille nach Hause zu fahren."

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