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Kann Ayhan (l.) und Rhani Khedira gehören zu der Erfolgstruppe von Trainer Freund © getty

Die DFB-Junioren versöhnen im Spiel um Platz drei mit Energie und Teamgeist. Nach der U-17-WM geht die Jagd auf die Talente los.

München/Mexiko-Stadt - Als die stolzen Mexikaner im legendären Aztekenstadion den Siegerpokal in die Höhe reckten, hatten auch die deutschen Junioren ihren Frieden mit der U-17-Weltmeisterschaft geschlossen.

"Die Mannschaft hat eine tolle WM gespielt. Wir haben uns mit den besten der Welt gemessen und Deutschland gut repräsentiert. Meine erste WM als Trainer werde ich nie vergessen", sagte DFB-Trainer Steffen Freund nach der furiosen Aufholjagd beim 4:3-Erfolg im Spiel um Platz drei gegen Brasilien.

Sechs Siege in sieben Spielen, 24 Tore, toller Fußball - die Auftritte der deutschen Auswahl waren beste Werbung für den Nachwuchs und wecken Begehrlichkeiten bei Verbänden und Vereinen.

So hatte der Dortmunder Ex-Profi Erdal Keser, derzeitiger Europa-Scout der türkischen Nationalmannschaft, schon während des Turniers erklärt, dass zwei, drei Spieler bereits ihre Zusage für eine Zukunft in der Türkei gegeben hätten.

Jagd auf Talente eröffnet

Matthias Sammer tat diese Aussage zwar als "Blödsinn" ab, doch der Sportdirektor des DFB weiß auch, dass gerade die multikulturelle Zusammensetzung der Mannschaft das Interesse im Ausland geweckt hat.

Elf der 21 Spieler des WM-Aufgebots haben einen Migrationshintergrund. Aber auch die Spielerberater haben das Turnier mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und eröffnen nun die Jagd auf die Talente.

Der sechsfache Turnier-Torschütze Samed Yesil hat aber schon einmal ein Treuebekenntnis zu seinem Klub Bayer Leverkusen abgegeben und seinen Vertrag bis 2016 verlängert. Bei Bayer will er es in die Bundesliga schaffen. (BERICHT: Yesil will für DFB spielen)

Energieleistung mit Teamgeist

Von allen Spekulationen unbeeindruckt lieferte das DFB-Team gegen Brasilien eine Energieleistung ab und verwandelte einen 1:3-Rückstand noch in einen Sieg.

"Wir haben immer gewusst, dass wir die Qualitäten besitzen, das Herz und die Leidenschaft, auch in schwierigen Situationen zurückzukommen. Die Mannschaft hat wieder einmal bewiesen, welch großer Teamgeist in ihr steckt", sagte Freund.

Der Trainer und sein Team bildeten eine echte Einheit - auch die unglückliche 2:3-Niederlage im Halbfinale gegen Gastgeber Mexiko warf sie nicht aus der Bahn.

Trainer als guter Freund

"Der Trainer ist mittlerweile ein guter Freund geworden. Auch wenn sich unsere Wege jetzt trennen, werden wir immer zu ihm kommen können, wenn uns etwas am Herzen liegt", sagte Robin Yalcin vom VfB Stuttgart.

Kapitän Emre Can von Bayern München widmete Freund den Sieg gegen die Brasilianer. Es sei eine tolle Saison mit der Silbermedaille bei der EM und der Bronzemedaille bei der WM als Höhepunkt gewesen, sagte Can.

Euphorie bei Weltmeister Mexiko

Noch überschwänglicher feierten aber die Mexikaner nach ihrem 2:0-Finalerfolg vor 95.000 Zuschauern gegen Uruguay.

"Wir haben Geschichte geschrieben. Aber nicht nur im mexikanischen, sondern im weltweiten Fußball. Dass wir das Turnier als erster Gastgeber und mit Siegen in allen Spielen gewinnen konnten, erfüllt uns mit Stolz", sagte Jorge Espericueta.

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