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Als Spieler erzielte der gelernte Stürmer in 52 Bundesliga-Partien sieben Tore © getty

Joachim Löw genießt nach fünf erfolgreichen Jahren im Amt höchstes Vertrauen. Doch sagen lassen möchte er sich nichts.

Frankfurt/Main - Exakt fünf Jahre dauert sie nun bereits an: Die Ära Löw.

Am 12. Juli 2006 übernahm der frühere Freiburg-Profi das Bundestraineramt von seinem Vorgänger Jürgen Klinsmann.

Doch in Fachkreisen galt Löw schon vorher als der eigentlich Chefcoach im Team, dem der Motivator Klinsmann vorgeschaltet wurde.

Seitdem er den Posten auch offiziell übernommen hat, nimmt die deutsche Nationalmannschaft eine Entwicklung, die sie zurück in die absolute Weltspitze geführt hat. Da verwundert es kaum, dass er auch von höchster DFB-Stelle wahre Lobeshymnen einheimst.

Vertrauen als Basis für weiteren Erfolg

"Joachim Löw ist ein Glücksfall für den deutschen Fußball. Man sieht einfach, dass es zwischen ihm und der Mannschaft passt, das Verhältnis absolut intakt ist", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger.

"Zudem schätze ich die fachlichen und vor allem die charakterlichen Eigenschaften von Joachim Löw. Zwischen dem Deutschen Fußball-Bund und Joachim Löw besteht ein großes Vertrauensverhältnis. Das ist die ideale Voraussetzung für weitere Erfolge", ergänzte Zwanziger und erklärte SPORT1 am Tag von Löws fünftem Dienstjubiläum:

"Ich bin absolut zufrieden mit seiner Arbeit und mit der Arbeit all unserer Trainer. Ich bin Jogi Löw sehr dankbar dafür, was er für den deutschen Fußball aufgebaut hat."

Nicht nur Lob für Löw

Doch bei allem sportlichen Erfolg wirkte Löws Umgang mit der ein oder anderen Personalie nach außen hin unglücklich.

Sein Verhalten gegenüber Torsten Frings, Kevin Kuranyi und auch Michael Ballack brachte ihm in der Öffentlichkeit durchaus Kritik ein. Löw tut sich schwer, klare Entscheidungen mitzuteilen.

Der Plan, seinen Ex-Kapitän Ballack beim Länderspiel gegen Rekordweltmeister Brasilien am 10. August würdig zu verabschiedet und das Thema zu den Akten zu legen, schlug fehl. Der Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen lehnt ein inoffizielles Abschiedsspiel weiter ab.

Zwanziger: Wie echte Männer

Aber auch bei diesem Streitthema kann sich der Bundestrainer der absoluten Rückendeckung seitens des Deutschen Fußball-Bundes sicher sein.

Vor allem DFB-Präsident Zwanziger sprang Löw mehrfach zur Seite und forderte von Ballack eine Entschuldigung.

"Die Sache liegt jetzt ausschließlich in den Händen von Michael Ballack. Er muss sich, wie das echte Männer machen, bei Joachim Löw entschuldigen", sagte Zwanziger, der mit seinen Forderungen bei Ballack bislang aber auf taube Ohren stieß.

Zeit für den Titel - das Potential ist da

Doch das interessiert Löw nach der so gut wie gelungenen EM-Qualifikation ohnehin nur noch am Rande.

Viel wichtiger ist dem Bundestrainer, der gleich bei seinem Debüt am 16. August 2008 einen 3:0-Erfolg gegen Schweden feierte, dass er mit der DFB-Auswahl bei der EURO 2012 endlich den ersten großen Titel holt.

Und die Chancen stehen gut. Denn nie konnte ein Bundestrainer auf solch einen Fundus an hochtalentierten und gut ausgebildeten Fußballern zurückgreifen.

Selbst die U 17 bewies mit dem Sieg gegen Brasilien im Spiel um Platz drei bei der WM, dass der DFB in allen Jahrgängen der Weltspitze immer näher rückt.

Erst zehn Niederlagen unter Löw

Ohnehin kann sich die Bilanz von Löw als Bundestrainer mehr als sehen lassen.

Das 3:1 gegen Aserbaidschan in Baku Anfang Juni war für Löw der 47. Sieg im 68. Länderspiel.

Dagegen stehen nur 10 Niederlagen und 11 Unentschieden zu Buche, die Tordifferenz beträgt 163:50.

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