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U-17-Verteidiger Nico Perrey (r.) spielt bei Arminia Bielefeld © getty

Der DFB empfängt die U17 nach Platz 3 bei der WM in Mexiko am Frankfurter Flughafen und Präsident Zwanziger packt Lob an Lob.

Aus Frankfurt berichtet Mathias Frohnapfel

Frankfurt/Main - Es musste einfach dieser Klassiker sein zum Ende der U-17-Weltmeisterschaft.

"Ein Freund, ein guter Freund ist das Beste, was es gibt auf der Welt", dröhnten die deutschen Junioren-Nationalspieler am Dienstagmorgen.

Und Steffen Freund, Trainer des Erfolgsteams, grinste, es lässt sich nicht anders sagen, bis über beide Ohren.

Als Dritter der U-17-WM sind Deutschlands Talente aus Mexiko zurückgekehrt, was der DFB mit einem kleinen, aber sehr herzlichen Empfang honorierte (NACHBERICHT: Deutsche Talente wecken Begehrlichkeiten).

Herzliche Begrüßung durch Zwanziger

"Da kommt ja der oberste aller Trainer!", scherzte Theo Zwanziger und herzte Freund mit einem kräftigen Schulterklopfen.

"Wir sind wahnsinnig stolz auf euch, eure Leistung und euren Charakter", wandte sich der DFB-Präsident dann an die Spieler.

Die verfolgten Zwanzigers Rede trotz des schlauchenden Flugs von Mexiko nach Frankfurt mit hellwachen Augen, schienen in diesem besonderen Moment ihrer gerade gestarteten Laufbahn jedes Wort aufzusaugen.

"Ihr müsst auf dem Boden bleiben"

"Ihr seid technisch gut ausgebildet, in der Lage mit Tempo und Leidenschaft zu spielen, wie es sich auch unser Bundestrainer Jogi Löw wünscht", verkündete Zwaniger und nannte die Nachwuchsspieler des VfB Stuttgart, FC Bayern und Co: "Weltmeister der Herzen".

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Und natürlich erinnerte Zwanziger an das packende Spiel um Platz 3, als die DFB-Bubis aus einem 1:3-Rückstand ein 4:3 machten. Der Gegner hieß nebenbei bemerkt: Brasilien (Spielbericht).

"Ihr habt die Anlagen zu ganz Großen, aber ihr müsst auch auf dem Boden bleiben", mahnte Zwanziger. Schließlich gewinne nicht der Einzelne, sondern nur das Team mit einer starken Performance.

Vorreiter-Rolle der Talente

Und Zwanziger war es auch wichtig, die gute Mischung der Mannschaft hervorzuheben, in der viele Talente mit Migrationshintergrund stehen.

Es gebe nur "Staatsbürger erster Klasse" hob der DFB-Präsident hervor, egal welche Wurzeln der einzelne habe. Und er gab zu bedenken: "Was im Fußball möglich ist, ist nicht überall in der Gesellschaft so".

Die DFB-Jungspunde könnten somit eine Vorreiter-Rolle spielen.

"Niederlage wird euch stärker machen"

Steffen Freund pries Zwanziger dann für eine "Top-Trainerleistung" und nannte die U-17-WM aus deutscher Sicht "ein kleines Sommermärchen". Wie dem Team gingen auch Freund diese Worte runter wie ein kühles Feierabendbierchen nach einer harten Arbeitswoche.

"Kompliment an euch. Diese Halbfinalniederlage wird euch stärker machen, vielleicht für den Titel mit der U19", pries der Ex-Nationalspieler seine Truppe.

Plötzlich wurde seine Stimme richtig laut und man konnte spüren, wie sehr er mit der Mannschaft in den vergangenen Monaten - während WM und EM- zu einer eingeschworenen Gemeinschaft geworden war.

"Ihr wisst, wie eng es war", trompetete Freund. "Ich werde die Zeit nie vergessen. Es war außergewöhnlich", stellte der Trainer fest, der mit seinen Jungs auch EM-Zweiter wurde.

Can dankt Freund

Bayern-Nachwuchsspieler Emre Can, der bereits Freunds Qualitäten hervorgehoben hatte, dankte dem Trainer dann im Namen der Mannschaft.

Aber das war nach der Gesangsleistung zuvor sowieso Ehrensache.

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