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Cacau stand bisher in 17 Spielen für Deutschland auf dem Platz © getty

Das Länderspiel in Stuttgart gegen sein Geburtsland Brasilien ist für den VfB-Profi "kein ganz normales Freundschaftsspiel".

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Stuttgart - Nein, ein normales Spiel ist der Test gegen Brasilien (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) für Cacau auf keinen Fall.

"Gegen Brasilien zu spielen ist für mich ein Traum, der in Erfüllung geht", sagt der gebürtige Brasilianer, der in seiner zweiten Heimat einen beeindruckenden Aufstieg schaffte.

"Vor zwölf Jahren bin ich als Niemand nach Deutschland gekommen, jetzt spiele ich in der deutschen Nationalmannschaft gegen mein Heimatland", blickt der 30-Jährige zurück.

Am 12. Juli 1999 landete Cacau, der mit bürgerlichem Namen Claudemir Jeronimo Barreto heißt, auf dem Flughafen in München.

Cacaus Trainer in Brasilien hatte ihm einen Verwandten empfohlen, der den damals 18-Jährigen unter seine Fittiche nahm.

Samba und Amateurfußball

Osmar de Oliveira, der seit 1981 in Deutschland lebt und als Musiker arbeitet, kümmerte sich wie ein Vater um Cacau, der ihm anfangs bei Auftritten seiner Band half.

Doch Cacaus Traum war es, einmal als Fußballprofi zu arbeiten. Im Jahr 2000 brachte de Oliveira seinen "Ziehsohn" beim Fünftligisten Türk Gücü München unter, ein Jahr später wechselte Cacau zu den Amateuren des 1. FC Nürnberg.

Von den Profis des FCN wechselte er 2003 zum VfB Stuttgart, mit dem er 2007 Deutscher Meister wurde. Cacau erhielt nach locker bestandenem Integrationstest neben der brasilianischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft.

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Und am 29. Mai 2009 feierte der Brasilianer, der als kleiner Junge auf dem Bolzplatz im Trikot der "Selecao" seinem Vorbild Romario nacheiferte, beim 1:1 in China sein Debüt in der DFB-Auswahl.

"Ich hoffe, dass ich spiele"

Bei der WM 2010 traf er im ersten Spiel gegen Australien als Joker und wurde mit dem Team von Bundestrainer Joachim Löw Dritter. Am Mittwoch soll ein weiterer Höhepunkt seiner außergewöhnlichen Laufbahn folgen - im Stadion seines Heimatvereins gegen seine Landsleute.

"Der Bundestrainer hat noch nicht mit mir gesprochen, aber ich hoffe, dass ich spiele und versuche mich im Training zu empfehlen", meinte Cacau, der am Samstag den VfB beim 3:0 gegen Schalke 04 als Kapitän anführte und ein Tor erzielte.

[kaltura id="0_zvnjsja5" class="full_size" title="DFB-Elf freut sich auf Klassiker"]

Nach einer schwierigen Saison mit den Schwaben und nach zwei Leistenoperationen in der Sommerpause zeigte Cacau am Wochenende, dass weiter mit ihm zu rechnen ist.

"Ich habe keine Probleme mehr und bin topfit", sagt der Familienvater, sein Können am Mittwoch allzu gern seinen Verwandten und Freunden im Stadion zeigen möchte.

Viele Freunde und Verwandte im Stadion

"Mein Schwiegervater, sein Bruder, mein Schwager und meine Schwägerin haben sich Urlaub genommen", berichtet Cacau. "Insgesamt habe ich 60 Karten für Freunde und Verwandte für dieses Spiel bestellt, aber nur unter der Bedingung, dass alle für Deutschland sind."

In der Nähe von Sao Paulo fiebern seine Mutter Ana und seine beiden Brüder Vlademir und Ademir, die Cacau regelmäßig "in der Sommer und in der Winterpause" besucht, mit der DFB-Auswahl.

"Wir haben miteinander telefoniert, alle freuen sich mit mir, dass ich gegen Brasilien nominiert wurde und drücken mir die Daumen", erzählt Cacau.

"Habe meine Wurzeln nicht vergessen"

Für die deutsche Mannschaft ist der Vergleich mit dem fünfmaligen Weltmeister ein Prestigeduell und ein wichtiger Test für die kommenden Spieler der EM-Qualifikation. (437804DIASHOW: Der DFB-Kader gegen Brasilien)

Für Cacau ist die Partie "kein ganz normales Freundschaftsspiel, es ist eine sehr emotionale Begegnung", meint der 17-malige Nationalspieler.

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