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Träsch und Podolski mit den drei Dortmundern Götze, Bender und Gündogan (v.l.n.r.) © imago

Gegen Brasilien setzt BundestrainerLöw auf acht Bayern und vier Dortmunder. Blockbildung sei hilfreich, "aber kein Muss", sagt Löw.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Stuttgart - Mit sechs Spielern des FC Barcelona und drei Profis von Real Madrid in der Startelf gewann Spanien das WM-Finale 2010 gegen die Niederlande.

Dazu David Villa, der nach dem Turnier vom FC Valencia zu Barca wechselte.

Die Blockbildung hat sich in der Vergangenheit auch für die deutsche Nationalmannschaften bewährt. Und mit ihr soll endlich der lang ersehnte nächste Titel gewonnen werden.(437804DIASHOW: Der DFB-Kader gegen Brasilien)

Bei den EM- und WM-Triumphen in den Siebzigern bildeten Bayern und Mönchengladbacher das Gros des Nationalteams, 1996 gewann die DFB-Auswahl mit sieben Münchner den EM-Titel.

Bundestrainer Joachim Löw setzte bei der WM in Südafrika ebenfalls auf sieben Bayern, und beim Länderspiel gegen Brasilien am Mittwoch (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) stehen gleich acht Bayern-Profis im Kader.

Dazu vier Dortmunder, die den zweiten großen Block bilden. In der voraussichtlichen Startelf werden sieben FCB- und zwei BVB-Profis erwartet.

Rummenigge für Block-Bildung

"Wann immer die Nationalelf solche Blöcke hatte, hat sie davon profitiert", sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge der "Bild am Sonntag".

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Es sei "ein Riesenvorteil für Jogi Löw, dass er auf zwei eingespielte Blöcke zurückgreifen kann", ist Rummenigge überzeugt.

Löw sieht die Situation ähnlich, wenn auch etwas differenzierter.

Für Löw kein "Muss"

"Ich denke, dass es von Vorteil sein kann, wenn eine Mannschaft mit einer gewissen Blockbildung agiert", sagte Löw am Dienstag auf der Pressekonferenz im Mercedes-Benz-Museum, betonte aber auch: "Blockbildung kann wichtig sein, ist aber für mich kein unbedingtes Muss."

Im DFB-Team hätten "die Spieler oft unterschiedliche Aufgaben im Vergleich zu ihren Vereinen", so Löws Erklärung. Der Bundestrainer sieht auch keinen Kampf um die Vorherrschaft zwischen Münchnern und Dortmundern.

"Ich sehe keinen Wettstreit der Blöcke", sagte Löw, der die Anfangsformationen gegen Brasilien schon zu großen Teilen festgelegt hat.

Götze wohl in der Startelf

"Sieben Positionen sind klar, bei vier überlege ich noch, verriet der Bundestrainer und kündigte an, dass Mario Götze gegen den Rekordweltmeister sein Startelf-Debüt feiern wird: "Meine Überlegungen sind, dass er von Beginn an spielt."

[kaltura id="0_mo6ymaso" class="full_size" title="Götze im Rampenlicht"]

Der Dortmunder wird im zentralen Mittelfeld die Rolle von Mesut Özil übernehmen, der wie sein Vereinskollege Sami Khedira nicht nominiert wurde, um sich mit Real Madrid optimal auf die spanische Liga vorzubereiten.

Am kommenden Wochenende steht mit dem Hinspiel um den Supercup gegen den FC Barcelona (LIVE im TV auf SPORT1) die erste Bewährungsprobe für Real an.

Viele Wechsel angekündigt

Löw gibt seinem spanischen Duett eine Pause und kündigte an, "im Hinblick auf die nächsten Wochen" einige seiner Akteure zu schonen.

"Ich weiß, dass die Spieler eine unheimlich hohe Belastung haben", sagte Löw mit Blick auf die anstehenden Spiele der Champions-League-Qualifikation gegen den FC Zürich.

Sechs Mal könnte Löw gegen Brasilien wechseln. "Ich denke, dass ich versuche, möglichst viele Wechsel zu machen", meinte der Bundestrainer.

Kein Problem durch unterschiedliche Spielweisen

Jupp Heynckes wäre dies sicherlich Recht. Der Bayern-Coach findet es zwar "wahnsinnig positiv, dass so ein Gerippe von uns in der Nationalmannschaft spielt", dies sei jedoch auch eine zusätzliche Belastung.

Es wäre möglich, dass Löw im Lauf des Spiels einen Großteil des Bayern-Blocks aus dem Spiel nimmt und weitere Dortmunder aufs Feld schickt.

Probleme durch die unterschiedlichen Spielweisen der Münchner und der Dortmunder sieht der Bundestrainer jedoch nicht.

"Wir in der Nationalmannschaft haben unseren eigenen Stil", sagte Löw. Diesen habe er den BVB-Spielern anfangs noch verdeutlichen müssen, "aber der Großteil der Mannschaft hat die Grundlagen unseres Spiels verinnerlicht."

Noch Steigerungs-Potenzial vorhanden

Die Verbesserung der individuellen Qualität bei einigen Spielern und der Taktik seien jedoch noch ausbaufähig.

Zweimal sei Deutschland zuletzt knapp an Spanien gescheitert, "das wollen wir ausmerzen und darauf werden wir hinarbeiten", gab Löw vor dem Auftakt zur EM-Saison die Marschroute vor.

Ob mit oder ohne Blockbildung, der Titel ist das Ziel.

Voraussichtliche deutsche Aufstellung gegen Brasilien:

Neuer - Höwedes, Hummels, Badstuber, Lahm - Schweinsteiger, Kroos - Götze, Müller, Podolski - Gomez

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