SPORT1-Redakteur Thorsten Mesch trifft vor dem Länderspiel auf überpünktliche Brasilianer und einen weniger pünktlichen Zug.

München - In Südamerika gehen die Uhren anders, heißt es. Wenn man "morgen" sagt, meint man dort oft "irgendwann". "Gleich" kann schnell einmal ein paar Stunden dauern.

Auch im riesigen Brasilien hat man andere Vorstellungen von Raum und Zeit. Zu einer Verabredung erscheint man häufig frühestens eine Viertelstunde nach dem vereinbarten Termin.

In Deutschland hat sich Brasiliens Nationalmannschaft aber wohl gedacht: Wir machen es ganz anders, passen uns an die landesüblichen Gewohnheiten an und kommen pünktlich.

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Nur leider ist die "Selecao" etwas über ihr Ziel hinaus geschossen.

Fast eine Stunde vor dem angenommenen Zeitpunkt trafen die Spieler des fünfmaligen Weltmeisters am Dienstagnachmittag an der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena ein.

Während viele Journalisten im schräg gegenüber liegenden Museum noch an ihren Texten über die Pressekonferenz von Bundestrainer Joachim Löw saßen oder kurz einen Snack einnahmen, waren Lucio, Robinho, Neymar und Co. schon aus ihrem Bus gestiegen.

Die kurze Fragerunde mit Neymar bekamen nur wenige mit.

Dumm gelaufen, kann man da sagen.

Fast so wie am Tag zuvor. Nur anders herum.

Der Zug von München nach Stuttgart am Morgen war im Internet eine halbe Stunde vor Abfahrt als pünktlich angekündigt. Bei der Ankunft am Bahnhof stand jedoch an der Anzeige: "Wird 15 Minuten später bereitgestellt". Daraus wurden dann 25.

Am Nachmittag kam die S-Bahn vom Stuttgarter Bahnhof zum Stadion mehr als zehn Minuten zu spät.

Brasilianische Verhältnisse in Deutschland? Damit hatte ich so nicht gerechnet.

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