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Mats Hummels (l.) gab im Mai 2010 gegen Malta sein Debüt im DFB-Dress © dpa

Gegen Brasilien spielte Mats Hummels stark. Bei SPORT1spricht er über Mario Götze, das DFB-Team und den BVB-Höhenflug.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Stuttgart - Beim 3:2-Sieg gegen Brasilien absolvierte Mats Hummels sein achtes Länderspiel.

Der 22-Jährige spielte sicher und routiniert, war zweikampfstark und stets um eine schnelle Spieleröffnung bemüht (Spielbericht).

Es war vielleicht die beste Vorstellung des Dortmunders im Trikot der Nationalmannschat 440145(DIASHOW: DFB-Elf in der Einzelkritik).

Im SPORT1-Interview spricht Hummels über die Defensivarbeit gegen den Rekordweltmeister, die nächsten Aufgaben in der EM-Qualifikation, die Leistung von Mario Götze, die Blockbildung im DFB-Team und den Höhenflug des BVB.

SPORT1: Herr Hummels, wie beurteilen Sie Ihre Leistung gegen Brasilien?

Mats Hummels: Ich glaube, dass ich heute zufrieden sein kann.

SPORT1: Mit dem Sieg gegen Brasilien und Dortmunds Saisonstart können Sie doch aber sogar sehr zufrieden sein, oder?

Hummels: Auf jeden Fall. Den Sieg im DFB-Pokal eingeschlossen, war das genau der Auftakt, den man sich hätte wünschen können. Es waren erst drei Spiele, aber bisher läuft alles so, wie wir es uns vorgestellt haben.

SPORT1: In der ersten Halbzeit lief im Spiel der deutschen Mannschaft noch nicht alles nach Wunsch. Die Brasilianer haben schnell und direkt nach vorne gespielt. 440144(DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Hummels: Natürlich sind das die schwierigen Situationen für einen Verteidiger, wenn der Gegner mit Tempo und manchmal auch noch in Überzahl auf einen zukommt. Das war in der ersten Halbzeit zwei, drei Mal der Fall. Wir haben jedes Mal das Tempo ganz gut rausnehmen können, das ist in dieser Saison das Wichtigste. Es ist schwer, jeden Ball perfekt zu verteidigen. Man muss einfach schauen, dass der Gegner nicht in die torgefährlichen Räume kommt. Das sind die kleinen Sachen, bei denen man wirklich herausgefordert wird.

SPORT1: Hat Ihnen das Spiel die letzte Gewissheit gegeben, die EM-Qualifikation im Sack zu haben?

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Hummels: Wir brauchen nur noch einen Punkt und sind uns relativ sicher, dass wir das schaffen werden. Das darf gar nicht mehr scheitern und wird auch nicht mehr scheitern. Wir wollen im September mit der letzten Konsequenz die Quali zumachen.

SPORT1: Was können Sie aus dem Spiel gegen Brasilien für die Partie gegen einen ganz anderen Gegner wie Österreich und die Türkei mitnehmen?

Hummels: Man kann vieles mitnehmen. Zum Beispiel, dass man mit Tempo und Zug nach vorn, wie beim zweiten Tor, jedem Gegner Probleme bereiten kann. Wenn man presst und nachsetzt, wie beim dritten Tor, dann hat jede Mannschaft ein Problem. Wenn das auf Brasilien zutrifft, dann wahrscheinlich auch auf Österreich.

SPORT1: Wie ist es für Sie, von hinten zuzusehen, wie Mario Götze vorne spielt?

[kaltura id="0_bagf35u2" class="full_size" title="Stimmen zum Sieg gegen Brasilien"]

Hummels: Es macht mir genauso Spaß wie allen anderen. Man darf aber zum Beispiel bei Marios Tor die Vorbereitung, ich glaube es waren Miro (Klose, d. Red.) und Toni (Kroos, d. Red.), nicht außer Acht lassen. Trotzdem ist Mario natürlich herausragend. Ich hoffe, ich spiele noch ein bisschen länger mit ihm zusammen. Nicht nur für Deutschland.

SPORT1: Vor dem Spiel wurde die Blockbildung von Münchner und Dortmunder Spielern häufig thematisiert. Die BVB-Spieler sind nicht alle zum Einsatz gekommen. Hoffen Sie, dass sich das in Zukunft ändert?

Hummels: Ich würde mir für die anderen wünschen, dass sie auch zum Einsatz kommen. Natürlich hätte ich Ilkay (Gündogan, d. Red.) heute das Debüt gegönnt, weil ich weiß, dass er ein guter Junge und ein guter Fußballer ist. Er hat aber gesagt, es sei für ihn schön gewesen, einfach dabei zu sein. Es wird mit Sicherheit nicht das letzte Mal für ihn in der Nationalmannschaft gewesen sein.

SPORT1: Das nächste Länderspiel gegen Österreich findet Anfang September in Gelsenkirchen statt. Ist es eine besondere Motivation, dort mit möglichst vielen Dortmundern auflaufen zu können?

Hummels: Ich freue mich über jeden von uns, der zum Einsatz kommt, weil wir in Dortmund auch sehr eng miteinander verbunden sind. Aber wir wissen, dass nicht alle von uns spielen können.

SPORT1: Kevin Großkreutz zum Beispiel war schon einmal bei der Nationalmannschaft dabei und hat gegen Hamburg ein super Spiel gemacht. Wie sehen Sie seine Chancen, wieder nominiert zu werden?

Hummels: Wir haben in Deutschland nicht nur 15 gute Spieler, sonst wäre jeder dabei. Kevin hat mit Andre (Schürrle, d. Red.) und Lukas (Podolski, d. Red.) harte Konkurrenz auf dieser Position. Wenn er in Form ist, wie er es gegen Hamburg und in der Vorbereitung gezeigt hat, gehört er mit Sicherheit zum Kandidatenkreis.

SPORT1: Ist es möglich, das Niveau, auf dem Dortmund zuletzt gespielt hat, auf Dauer zu halten? Auch in Bezug auf die bald beginnende Champions League und den hohen Krafteinsatz?

Hummels: Über die Kraft müssen Sie sich keine Sorgen machen, das wird nie das Problem sein. Zweimal in der Woche Vollgas geben macht am meisten Spaß.

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