Bundestrainer Löw belässt den DFB-Kapitän trotz des Buchs im Amt. An den Folgen wird der Bayern-Star aber lang zu knabbern haben.

"Der feine Unterschied" hat Philipp Lahm seine Autobiographie genannt.

Auf 265 Seiten legt er seinen Weg im Profifußball dar, 265 Seiten, die für ihn jetzt zum Ballast werden und ihn in der restlichen Karriere begleiten werden.

Der Makel, dass bei dem Bayern-Kapitän Internes nicht intern bleibt, wird an ihm haften bleiben.

Lahms Entschuldigung bei allen Beteiligten ändert daran wenig.

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Sie lässt sich zudem auf dreierlei Weise negativ lesen: Entweder steht Jungautor Lahm nicht zu dem, was er sich gemeinsam mit seinem österreichischen Ghost Writer überlegt hat.

Oder er reagiert sofort auf den ersten öffentlichen Druck.

Und sollte der Nationalspieler tatsächlich nicht die Folgen gesehen haben, wirft das ebenfalls kein gutes Licht auf ihn.

Von Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Teammanager Oliver Bierhoff wurde Lahm jetzt mächtig auf die Finger geklopft. Die beiden kritisieren das Buch, rügen den Verstoß gegen den Ehrenkodex der Branche.

Lahm darf aber die Kapitänsbinde behalten.

Diese Entscheidung ist als letzte Warnung zu interpretieren: Lahm ist angezählt, nur mit guter Führung kann der einstiger Musterschüler sich wieder Kredit zurückholen.

Dabei hat Lahm in seinem Buch wenig Sensationelles verbreitet, sondern vor allem Dinge bestätigt, die die Öffentlichkeit ohnehin bereits zu wissen schien.

Doch aus dem Mund eines Nationalspielers klingt die Kritik an Größen des deutschen Fußballs wie Jürgen Klinsmann eben besonders scharf.

Auch beim FC Bayern dürfte der 27-Jährige nun verstärkt unter Beobachtung gestellt werden.

Von Trainer Jupp Heynckes genauso wie von FCB-Präsident Uli Hoeneß ist bekannt, wie sehr sie Loyalität schätzen.

Lahms Buch war auch deshalb die größte Fehlentscheidung einer Karriere, die lange zuvor nur nach oben gegangen ist.

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