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Manuel Neuer wird gegen Österreich sein 22. Länderspiel bestreiten © dpa Picture Alliance

Der Nationaltorwart tritt erstmals seit seinem Wechsel an alter Wirkungsstätte an. Zieler erinnert ihn an seine DFB-Anfangszeit.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Düsseldorf - Der Freitagabend wird für Manuel Neuer kein Abend wie jeder andere sein.

Wenn Neuer mit der Nationalmannschaft im EM-Qualifikationsspiel auf Österreich (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) trifft, tritt der ehemalige Schalker Torwart erstmals seit seinem Wechsel zum FC Bayern an seiner alte Wirkungsstätte an.

"Ich freue mich auf das Spiel und darauf, in die Arena auf Schalke zurückzukehren", sagte Neuer am Mittwoch auf der DFB-Pressekonferenz im Düsseldorfer Congresscenter 446046(DIASHOW: Der DFB-Kader für Österreich).

Karten für Freunde und Verwandte

Er habe für Freunde und Verwandte "20 Karten bestellt", verriet der gebürtige Gelsenkirchener: "Ich werde meine Familie besuchen und denke, die Leute freuen sich, mich wiederzusehen."

Misstöne wegen seines Wechsels zum auf Schalke nicht gerade beliebten FC Bayern befürchtet der 25-Jährige nicht.

Er wisse zwar "nicht, was mich erwarten wird", meinte Neuer, aber "ich denke, dass die deutschen Fans hinter der deutschen Mannschaft und hinter dem deutschen Torwart stehen werden."

Bierhoff ruft Fans zur Fairness auf

Das sieht Oliver Bierhoff ähnlich. "Es ist vielleicht ganz gut, dass das erste Spiel auf Schalke nicht im Bayern-Trikot stattfindet, sondern im Trikot der Nationalmannschaft", mutmaßte der DFB-Teammanager.

"Es ist beeindruckend, wie Manuel mit der Situation umgeht. Das wird sicherlich ein emotionales Spiel für ihn", glaubt Bierhoff: "Wir appellieren an die Fans, fair zu sein."

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Mit Bayern knapp vor Schalke

Mit dem FC Bayern steht Neuer nach vier Spieltagen an der Tabellenspitze. Schalke folgt punktgleich auf Rang zwei.

In den Bundesligapartien, dem Pokalspiel in Braunschweig und den beiden Playoff-Duellen der Champions-League-Qualifikation gegen Zürich kassierte Neuer nur ein Gegentor.

Sein Fehler beim 0:1 gegen Mönchengladbach machte Schlagzeilen, ist aber längst vergessen.

"Nicht so ganz einfach"

Bei den Bayern bekäme er "zurzeit nicht so viel zu tun, aber ich muss trotzdem immer auf der Höhe sein, mich über 90 Minuten konzentrieren", erklärte Neuer und ergänzte: "Das ist nicht so ganz einfach für mich."

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Etwas mehr zu tun als Neuer beim FCB bekommt Ron-Robert Zieler bei Hannover 96. Der 22 Jahre alte Schlussmann von Hannover 96 wurde für die Spiele gegen Österreich und in Polen erstmals von Bundestrainer Joachim Löw nominiert.

Zieler macht guten Eindruck

"Er macht einen sehr guten Eindruck und ist mit Sicherheit zu Recht nominiert worden", meinte Neuer über Zieler.

Der gebürtige Kölner, der als 16-Jähriger zu Manchester United gewechselt war, habe "in seinen jungen Jahren immer seinen Mann" gestanden.

Wenn er Zieler sehe, fühle er sich "zurückversetzt in die Zeit, als ich als junger Torwart dabei war", meinte Neuer und betonte, es sei schön zu wissen, "dass wir in Deutschland auf der Torwart-Position keine Probleme haben".

Löw lobt junge Torhüter

Der Bundestrainer hatte Zieler schon länger im Visier. "Wir haben ihn seit vielen Monaten intensiv beobachtet. Er gefällt uns gut, ist sehr stabil und konstant und hat eine gute Strafraumbeherrschung", sagte Löw am Dienstag.

Zieler ist einer der vielen jungen Keeper, die mittel- bis langfristig zu Konkurrenten für Neuer heranreifen können.

Löw nannte Mönchengladbachs U-21-Nationaltorwart Marc-Andre ter Stegen als ein weiteres positives Beispiel. "Wenn ich ter Stegen in der Bundesliga sehe, finde ich den auch überragend gut, wie er zum Teil hält", meinte Löw.

Weidenfeller bleibt außen vor

So gut wie keine Chance mehr auf eine Einladung zur Nationalmannschaft dürfte BVB-Keeper Roman Weidenfeller haben.

"Andi Köpke, Hansi Flick und ich haben die Torhüter wirklich intensiv beobachtet", berichtete Löw. "Weidenfeller ist ein guter Torhüter, aber Zieler halten wir für den besseren Torhüter."

"Ich bin im besten Torwart-Alter"

Weidenfeller selbst erklärte am Dienstagabend, er brauche "dazu nichts zu sagen. Da gibt es nichts anzufügen, Jens Lehmann hat sich dazu geäußert (er hat Weidenfeller gelobt, d. Red.)", sagte Weidenfeller bei SPORT1.

Er sei sicherlich nicht zu alt für die Nationalmannschaft, erklärte der 30-Jährige. "Ich bin im besten Torwart-Alter und liege nicht zwischen den Generationen. Es sollte nur das Leistungsprinzip im Vordergrund stehen", sagte Weidenfeller, der von SPORT1 mit dem Torwart-Award "Die weiße Weste" für die Saison 2010/2011 ausgezeichnet wurde.

Er wolle die Leistung des Dortmunders nicht schmälern, betonte Löw, "Weidenfeller spielt sehr, sehr gut, keine Frage. Aber Zieler wurde eingeladen, weil wir ihn leistungsmäßig hier bei der Nationalmannschaft wollen."

Zieler muss sich noch gedulden

Entwickelt sich Zieler so rasant weiter wie seit seiner Rückkehr nach Deutschland, wird es nicht mehr lange bis zu seinem Debüt im DFB-Team dauern.

Vorerst muss sich Zieler noch gedulden. Gegen Österreich darf er aber zumindest schon einmal auf der Bank sitzen.

Auch für ihn wird der Freitagabend also ein ganz besonderer werden.

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