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Mesut Özil erzielte in elf Spielen für die deutsche U21 vier Tore © imago

Der türkische Nationaltrainer verstärkt sein Werben um Bremens Mittelfeld-Juwel. Beim DFB gibt man sich weiterhin zurückhaltend.

Von Andreas Kloo

München - Mit seinen Leistungen in den letzten Spielen vor der Winterpause stellte Bremens Mesut Özil sogar den eigentlichen Werder-Spielmacher Diego in den Schatten.

Nun geht das Wettrennen zwischen dem DFB und dem türkischen Verband um den kleinen Mittelfeld-Wirbler in die entscheidende Phase.

Am 11. Februar trifft die Türkei in einem Testspiel auf die Elfenbeinküste. Eine Einladung Özils für das Spiel wird immer wahrscheinlicher.

Nationaltrainer Fatih Terim wirbt im türkischen TV äußerst offensiv um den gebürtigen Gelsenkirchener: "Wir bemühen uns sehr um ihn, er spielt in unseren Planungen eine große Rolle. Wir werden alles tun, damit er für uns spielt."

Sammer zurückhaltend

Der DFB sollte sich also beeilen, um dem Mittelfeld-Wirbler eine endgültige Entscheidung abzuringen.

Bislang zeigen sich die Verantwortlichen auf deutscher Seite aber zurückhaltend. "Der DFB heißt alle Spieler, auch mit Migrationshintergrund, herzlich willkommmen. Aber wir werden niemanden zwingen, für Deutschland zu spielen", äußert sich Sportdirektor Matthias Sammer in der "Bild".

Noch ist im Duell um Özil (Spielerporträt) nichts entschieden. Zwar hat der 20-Jährige schon elf Partien für die deutsche U 21 absolviert. Aber erst wenn er für Deutschland oder die Türkei ein Pflichtländerspiel mit der A-Auswahll bestritten hat, darf er nicht mehr das Nationaltrikot des jeweiligen anderen Landes tragen.

Identifikation wichtig

Özil ist in Deutschland aufgewachsen, geboren und hat bislang nur für deutsche Vereine gespielt.

Doch diesen leichten Vorteil für den DFB will Sammer offenbar nicht nutzen: "Es ist nicht die Philosophie des DFB, einen Spieler mit einem Einsatz an uns zu binden."

Vielmehr geht es dem Europameister von 1996 darum, dass sich Özil mit der deutschen Nationalmannschaft wirklich idenfiziert: "Wenn ich mich für den Adler auf der Brust entscheide, dann heißt das: 'Ich erkenne dieses Land an, kämpfe und spiele für dieses Land.'"

Özil entscheidet nach der Winterpause

In dieser Hinsicht sieht sich die türkische Gegenseite im Vorteil: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Özil sich als Deutscher fühlt", ist sich Hakan Eseroglu, Europabüro-Chef des türkischen Verbandes sicher.

Vor der Winterpause wollte sich Özil nicht mehr konkret äußern: "Ich möchte zu diesem Thema im Moment nichts sagen. Ich habe jetzt Urlaub und will einfach nur abschalten", lässt auf der Homepage von Werder Bremen verlauten.

Vielleicht findet Özil im Urlaub heraus, für wen sein Herz wirklich schlägt.

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