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2004 begann Jogi Löws (rechts) DFB-Karriere als Co-Trainer unter Jürgen Klinsmann © getty

Der Bundestrainer kann sich eine Vertragsverlängerung beim DFB vorstellen. Eine Hürde muss davor jedoch genommen werden.

Frankfurt/Main - Bundestrainer Joachim Löw stellt die Weichen für die Zukunft und kann sich noch vor Beginn der WM 2010 eine vorzeitige Vertragsverlängerung beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) vorstellen.

"Für mich persönlich hat das eigentlich keine Priorität. Aber wenn wir die WM-Qualifikation geschafft haben, muss man mal sehen: Was ist machbar? Was passiert in der Zukunft. Es ist ganz sicher in beiderseitigem Interesse, wenn gewisse Dinge vor der WM abgeklärt werden", sagte der 48-Jährige der Bild am Sonntag.

Damit bleibt Löw seiner Linie treu. Auch seinen aktuellen Vertrag mit dem DFB hatte der Bundestrainer nur zwölf Tage nach der gelungenen EM-Qualifikation im Oktober 2007 um zwei weitere Jahre verlängert.

Sollte sich die DFB-Auswahl nun wie erwartet für die WM 2010 in Südafrika qualifizieren, plant der Verband mit Löw bis zur EM-Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine.

Fürsprecher im Verband

DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte in seiner Bilanz des Jahres 2008 zuletzt erneut die Stärken von Löw hervorgehoben. Bei einer erfolgreichen Qualifikation für die WM 2010 gilt eine Verlängerung des Bundestrainer-Vertrags als reine Formsache.

"Seine Kompetenz und seinen Charakter schätze ich sehr. Joachim Löw ist ein Glücksfall für den deutschen Fußball. Mit seinem Team ist er für die WM 2010 in Südafrika auf einem guten Weg", sagte Zwanziger.

Zuletzt hatte auch Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff eine frühzeitige Verlängerung des Löw-Kontrakts empfohlen.

"Das würde ich mir wünschen. Eine Konstanz, wie zu Zeiten von Helmut Schön oder Sepp Herberger, würde der Mannschaft und auch dem DFB gut tun", sagte Bierhoff, der aber selbst derzeit noch nicht über eine Verlängerung seines ebenfalls 2010 endenden Vertrags verhandeln will: "Für die Zukunft kann ich mir alles vorstellen."

Trainingslager in Johannesburg

Abseits möglicher Vertragsgespräche Ende des nächsten Jahres treibt die sportliche Führung der Nationalmannschaft die Planungen für die WM 2010 weiter voran.

So wird der dreimalige Welt- und Europameister für den Fall einer gelungenen Qualifikation ihr WM-Quartier in Johannesburg beziehen. "Klimatisch gibt es dort die besten Voraussetzungen. Die Stadt liegt mit 1800 Metern relativ hoch, die meisten WM-Spiele werden in dieser Höhe ausgetragen.

Alle Mediziner haben uns deshalb geraten, ebenfalls ein Quartier in dieser Höhe zu beziehen", sagte Löw in der "Bild am Sonntag".

WM-Quali vor der Brust

Georg Behlau, Leiter des Büros Nationalmannschaft, hatte zuletzt erklärt, dass das gesuchte Quartier für die DFB-Auswahl möglichst exklusiv sein sollte. "Zudem sind die Nähe zum Trainingsgelände, einem Medienzentrum und einem Flughafen wichtige Kriterien", verdeutlichte Behlau.

Allerdings muss sich der dreimalige Welt- und Europameister erst noch für die WM 2010 in Südafrika qualifizieren. Derzeit liegt das Team von Bundestrainer Löw jedoch aussichtsreich nach vier Spielen in der Europa-Gruppe 4 mit 10 Punkten auf Platz eins vor Russland.

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