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Joachim Löw stieg 2006 vom Co-Trainer Jürgen Klinsmanns zum Chef auf © getty

Der DFB-Coach will den Konkurrenzdruck erhöhen, um beim WM-Kader mehr Auswahl zu haben. Oben auf der Liste sind drei Youngster.

Frankfurt - Benimm-Regeln, Fitness-Tests und ein gnadenloser Konkurrenzkampf.

Bundestrainer Joachim Löw zieht auf dem Weg zur Fußball-WM 2010 in Südafrika gleich zu Beginn des Jahres 2009 die Zügel an.

"Unsere Formel für noch mehr Erfolg lautet: Umso mehr Alternativen, umso mehr Konkurrenzkampf und umso mehr Qualität. Wir wollen im Gegensatz zur EM 2008 in Zukunft einfach mehr Auswahlmöglichkeiten haben", sagte Löw (DFB-Elf bis 2012 unter Löw?) .

Weis soll Debüt geben

Um den Konkurrenzkampf beim Vize-Europameister weiter zu forcieren, wird Löw voraussichtlich schon beim ersten Länderspiel gegen Norwegen am 11. Februar in Düsseldorf den einen oder anderen Neuling nominieren (MOBILE: Alle News zum DFB-Team per SMS).

Auf der Liste stehen Benedikt Höwedes von Schalke 04 und Patrick Ochs von Eintracht Frankfurt.

Zudem soll der Hoffenheimer Tobias Weis, der beim 1:2 im abschließenden Länderspiel im November gegen England nicht zum Einsatz kam, gegen Norwegen sein Länderspiel-Debüt feiern.

Mit Blick auf die WM 2010 plant Löw, seinen Kreis der potenziellen Nationalspieler auf rund 35 Spieler auszuweiten. Damit will der 48-Jährige verhindern, dass er bei der Nominierung seines WM-Kaders wie vor der EM 2008 Kompromisse eingehen muss.

Klima-Faktor verhindert zweiten "Fall Metzelder"

Aufgrund des Klimas in Südafrika kann es sich der Bundestrainer bei seiner Spielerauswahl nicht mehr leisten, Spieler wie Christoph Metzelder oder David Odonkor, die beinahe ohne Spielpraxis in die EM gegangen waren, zu nominieren.

"In Zukunft wollen wir, dass die Spieler bereits in dem halben Jahr vor einem großen Turnier einen guten Rhythmus haben. Das ist in Richtung WM 2010 vor allem wegen der klimatischen Bedingungen in Südafrika wichtig", meinte Löw.

"Dort wird auch in sehr großer Höhe gespielt, auf diese Bedingungen müssen alle Nationalspieler vorbereitet sein. Die Spieler müssen so fit sein, dass sie die Belastungen aushalten können."

Rückkehr der Fitness-Tests

Damit sich auch die etablierten Nationalspieler wie Kapitän Michael Ballack nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, führt Löw vor den ersten WM-Qualifikationsspielen im Jahr 2009 gegen Liechtenstein in Leipzig (28. März) und gegen Wales in Cardiff (1. April) die wenig beliebten Fitnesstests wieder ein.

Aus Zeitgründen hatte Löw im EM-Jahr darauf verzichtet.

"Die Fitness-Tests geben uns den körperlichen Zustand der Spieler betreffend einen guten Anhaltspunkt. Vor dem Doppelspieltag im März werden wir den Status quo der Spieler bestimmen, um unsere Daten dann mit denen der Bundesligisten zu vergleichen", erklärte Löw.

Mit Hilfe der Daten könne man die Trainingseinheiten noch gezielter gestalten und zu einer individuellen Verbesserung der einzelnen Spieler beitragen".

Öffentliche Kritik nicht mehr geduldet

Beim ersten Treffen Anfang Februar wird Löw die Nationalspieler zudem noch einmal darauf aufmerksam machen, dass er öffentliche Kritik nicht mehr dulden wird.

Zwar sind die Probleme mit Kapitän Ballack vorerst ausgeräumt, das grundsätzliche Vertrauen ist aber noch angekratzt.

"Wenn die Spieler in der Öffentlichkeit etwas sagen, dann muss das wohl überlegt sein. In Zukunft wird eine Situation wie die mit Michael Ballack nicht mehr passieren. Die Spieler wissen, dass Probleme erst einmal intern geklärt werden", sagte Löw, der im Weihnachtsurlaub das turbulente Jahr 2008 erst einmal sacken lassen will.

Adrion neuer U-21-Coach?

Bevor Löw in seiner Freiburger Heimat die Feiertage richtig genießen kann, muss zunächst noch eine wichtige Personalie geklärt werden.

Gesucht wird nach der Entlassung von Dieter Eilts ein neuer U-21-Nationaltrainer.

Bis zuletzt stand U-19-Nationaltrainer Heiko Herrlich bei DFB-Sportdirektor Matthias Sammer ganz oben auf der Kandidatenliste, nun scheint sich die Nationalmannschafts-Führung aber auf Rainer Adrion festgelegt zu haben.

"Muss sorgfältig durchdacht werden"

Der Trainer des VfB Stuttgart II hat bei den Schwaben um seine sofortige Vertragsauflösung gebeten, da er eigenen Angaben zufolge ein interessantes Angebot vorliegen habe.

"Wir treiben den Prozess ständig voran und es sieht so aus, dass wir in nicht allzu langer Zeit zu einem Vertragsabschluss kommen. Diese Position ist eine ganz wichtige Schnittstelle zwischen der A-Nationalmannschaft und den Teams im Juniorenbereich", erklärte Löw.

Deshalb sei die Besetzung des U-21-Trainers ein ganz wichtiges Thema, "das sorgfältig durchdacht werden muss".

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