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Mario Götze erzielte in bisher zehn A-Länderspielen zwei Treffer für den DFB © getty

Joachim Löw geht experimentierfreudig in die Länderspiel-Wochen. Gegen die Ukraine muss er auf Miroslav Klose verzichten.

München - Ohne die beiden Kapitäne, dafür mit dem Zauber-Duo Mario Götze und Mesut Özil sowie zwei Stürmern.

Bundestrainer Joachim Löw kündigte vor den beiden abschließenden Länderspielen des Jahres "einige personelle und taktische Änderungen" an.

Miroslav Klose fehlt wegen einer Sehnenreizung im linken Knie gegen die Ukraine (News). Sollte er die Verletzung bis nächsten Dienstag überwunden haben, wird er gegen Holland Seite an Seite mit Mario Gomez stürmen.

Taktisch hatte Löw zuletzt immer die Taktik mit nur einer Spitze bevorzugt, weshalb für Klose oder Gomez jeweils kein Platz war.

Experiment mit "Götzil" denkbar

"Bei allem Ehrgeiz, was gute Ergebnisse betrifft, sind mir Erkenntnisse sehr wichtig. Ich plane in einem der Spiele eine Systemänderung auf 4-4-2, das muss nicht zwangsläufig in der Ukraine sein", sagte Löw am Sonntag.

Das Experiment mit den hoch gelobten Özil von Real Madrid und Dortmunds Jahrhundert-Talent Götze in der Startformation hat Löw bisher gescheut.

Aber auch das "ist vorstellbar in einem dieser beiden Spiele", kündigte der Bundestrainer einen Versuch mit dem spielstarken Duo an.

So dürfen die beiden Spielmacher in einem der Tests gegen EM-Gastgeber Ukraine in Kiew am Freitag und am 15. November gegen den Erzrivalen Niederlande in Hamburg gemeinsam zaubern.

Zieler wird Debüt feiern

Sicher ist auch, "dass Zieler auf jeden Fall sein Debüt feiern wird", sagte Löw.

"Ob in der ersten oder zweiten Halbzeit werde ich mit Andi Köpke noch besprechen", so der Bundestrainer, den bis Sonntagnachmittag noch keine Absagen ereilt hatten.

Auf einen weiteren Einsatz darf sich auch der Gladbacher Marco Reus freuen.

"Größenwahn ist unangebracht"

Nach der glanzvollen Qualifikation für die Europameisterschaft mit zehn Siegen sei "Selbstzufriedenheit oder gar Größenwahn nicht angebracht", warnte Löw einmal mehr. (DATENCENTER: EM-Quali)

Dennnoch sieht er sein Team sieben Monate vor Turnierbeginn in einer komfortablen Situation.

"Wir haben bis zu EM-Vorbereitung noch drei Spiele, das ist relativ wenig. Aber gewisse Automatismen sitzen gut, wie ein paar bequeme Turnschuhe", sagte er.

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Ausfälle bereiten keine Sorgen

Selbst der Verzicht auf Kapitän Philipp Lahm und der verletzungsbedingte Ausfall von Bastian Schweinsteiger bereiten dem Bundestrainer längst keine schlaflosen Nächte mehr.

"Wir sind in den letzten ein, zwei Jahren eine Spitzenmannschaft geworden, wir können auch solche Ausfälle auffangen", meinte der Bundestrainer.

Gerade im Mittelfeld habe das DFB-Team in Götze, Özil, Toni Kroos, Sami Khedira oder Simon Rolfes Spieler, "die in der Lage sind, Akzente zu setzen".

"Für uns gibt es keine Freundschaftsspiele"

Mit mit voller Konzentration gehen die Nationalspieler selbst in die Spiele in der Ukraine und gegen die Niederlande.

"Für uns gibt es keine Freundschaftsspiele, deshalb wollen wir auch beide Spiele gewinnen. Nur weil wir die EM-Qualifikation geschafft haben, heißt das nicht, dass wir jetzt locker lassen", äußerte Toni Kroos.

Der Mittelfeldspieler von Bayern München wird in Kiew möglicherweise als einziger defensiver Mittelfeldspieler agieren.

Lahm begrüßt seine Verschnaufpause

Lahm begründete seine Nicht-Berücksichtigung für die beiden EM-Tests mit der Dauer-Doppelbelastung der vergangenen Jahre.

"Ich spiele seit sechs Jahren durch - in der Nationalmannschaft und beim DFB. Ich komme im Schnitt auf über 50 Spiele in der Saison, da ist es richtig, dass man auch mal pausiert", sagte der leicht erkältete Abwehrspieler.

Über Hamburg nach Kiew und zurück

Die DFB-Auswahl trifft sich am Dienstag im Hotel Side in Hamburg. Bis spätestens 13 Uhr müssen die Stars anreisen.

Am Abend findet dann das erste Training im Stadion "Hoheluft" des SC Victoria Hamburg statt.

Am Donnerstag fliegt die DFB-Auswahl dann von Hamburg nach Kiew, am Samstag kehrt sie in die Hansestadt zurück.

Gleiche Prämien für Spieler und Stab

Vor dem Länderspiel-Doppelpack bestätigte Löw derweil, dass für ihn und sein Trainerteam bei der Europameisterschaft 2012 die gleiche Prämienregelung wie für die deutschen Nationalspieler gelten würde.

"Das Trainerteam ist in der Regelung inbegriffen", sagte er.

Damit erhalten Löw sowie seine Assistenten Hansi Flick und Andreas Köpke im Falle eines EM-Triumphes 2012 in Polen und der Ukraine jeweils 300.000 Euro. Bei einem Aus in der Vorrunde würde auch der Bundestrainer leer ausgehen.

Für das Erreichen des Viertelfinals hat der Deutsche Fußball-Bund 50.000 Euro, für das Halbfinale 100.000 Euro und für das Finale 150.000 Euro ausgelobt.

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