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Miroslav Klose hat bei Weltmeisterschaften bereits 14 Tore erzielt © getty

Die Karriere hat Spuren beim Routinier hinterlassen, den Knieprobleme plagen. Der Bundestrainer glaubt an eine baldige Genesung.

Von Martin Volkmar

München - Elf Jahre spielt Miroslav Klose bereits als Profi, zehn Jahre in der Nationalmannschaft.

112 Länderspiele hat er seitdem bestritten, die zweitmeisten in der DFB-Geschichte. Und mit bislang 62 Treffern jagt er auch den "ewigen" Rekord von Gerd Müller (68).

Doch die Dauerbelastung hat offensichtlich Spuren beim 33-Jährigen hinterlassen.

Nachdem der Routinier schon zuletzt gegen die Türkei und Belgien passen musste, fällt Klose nun auch am Freitag in der Ukraine und vermutlich auch am Dienstag gegen die Niederlande aus.

Anhaltende Probleme im linken Knie

Der Grund sind anhaltende Probleme im linken Knie, die bislang nicht kuriert werden konnten. "So kaputt ist Klose wirklich", schreibt die "Bild"-Zeitung.

Das gewöhnlich gut unterrichtete Blatt will erfahren haben, dass die Sehnenreizung viel schlimmer sei als angenommen.

Seit Wochen Schmerztabletten

Demnach habe Klose zuletzt mit links gar nicht mehr schießen können, nehme seit Wochen Schmerztabletten und werde daher bei Lazio Rom nur noch in der Liga über 90 Minuten eingesetzt.

Joachim Löw sieht das nach Gesprächen mit Teamarzt Josef Schmitt und Bayern-Mediziner Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt allerdings nicht so dramatisch. (DATENCENTER: EM-Quali).

"Es gibt keine dauerhaften Probleme"

"Was ich weiß, gibt es dauerhaft keine Probleme. Nach drei, vier Tagen Ruhepause ist er normalerweise wieder belastbar. Unser Doktor sagt auch: Das ist keine Verletzung, über die man sich große Sorgen machen muss", meinte der Bundestrainer.

"Es ist kein Schaden am Meniskus oder am Band oder am Knorpel, sondern einfach eine entzündete Sehne, die mal etwas Ruhe braucht. Von daher gehen wir davon aus, dass ihn das nicht dauerhaft hemmt oder zurückwirft."

[kaltura id="0_56uwkjyh" class="full_size" title="Die zweite Reihe darf ran"]

Doch nur strikte Ruhe kann für eine Besserung sorgen, ansonsten können sich Sehnenentzündungen über Wochen hartnäckig halten.

Und Lazio kann sich einen Verzicht auf seinen bisher so grandios eingeschlagenen Torjäger angesichts der Doppelbelastung in der Serie A und der Europa League eigentlich nicht leisten.

Behandlung bei Müller-Wohlfahrt

Klose kuriert sich derzeit erstmal in Rom bei der Familie aus. Am Montag unterzog er sich in München bei Müller-Wohlfahrt einer Spritzenkur, am Freitag wird er dort erneut untersucht.

Löw rechnet dann damit, dass der WM-Torschützenkönig am Tag danach in Hamburg zur aus der Ukraine zurückkehrenden Mannschaft stoßen und für das Prestigeduell gegen die Niederlande zur Verfügung stehen wird.

Doch sein Einsatz ist zumindest fraglich. Zumal Klose selbst immer betont hat, dass er nur im Vollbesitz seiner Kräfte Top-Leistungen abrufen könne. Doch auch Klose spürt den Zahn der Zeit.

Vergangene Saison häufiger verletzt

Nachdem er in den ersten Jahren seiner Karriere selten verletzt war, fiel er in der vergangenen Spielzeit lange wegen zweier aufeinanderfolgende Muskelfaserrisse im Oberschenkel aus und musste auch bei den beiden letzten Länderspielen der Saison wegen einer Rippenprellung passen.

Die erneute Verletzung wirft nun auch Löws Planung über den Haufen, der angesichts der Top-Form von Mario Gomez in den beiden Testspielen mal wieder ein System mit zwei Stürmern testen wollte.

Glücklicherweise ist Bundesliga-Torschützenkönig Gomez ein mehr als adäquater Ersatz für Klose. Doch spätestens bei einer Formkrise oder einer Verletzung des Bayern-Stars, könnte der Bundestrainer ein echtes Problem haben.

Dritter Stoßstürmer fehlt

Denn ein weiterer Stoßstürmer ist derzeit weit und breit nicht in Sicht, das machen auch die von Löw genannten Alternativen deutlich.

"Vorne kann Cacau spielen, auch wenn er eher neben einem Keilstürmer von hinten kommt. Schürrle ist ebenfalls eine Möglichkeit oder Podolski2, meinte er ? doch tatsächlich überzeugt keiner der Varianten.

Im vergangenen Monat wäre der "Worst Case" beinahe eingetreten, als Klose gegen die Türkei ausfiel und Gomez wegen seiner langwierigen Adduktorenprobleme bis zum Abschlusstraining fraglich war.

Löw dürfte also hoffen, dass Kloses optimistische Prognose über seine Zukunftsplanung eintreten wird. ?Wenn alles gut geht, spiele ich bei Lazio bis 2014, dann noch die Weltmeisterschaft?, hatte der gebürtige Pole kürzlich erklärt.

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