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Oliver Bierhoff ist seit Juli 2004 Teammanager der deutschen Nationalmannschaft © getty

"Wir freuen uns auf das neue Stadion", sagt Teammanager Oliver Bierhoff vor dem Test in der Ukraine. Das DFB-Team ist heiß.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Kiew - Für Oliver Bierhoff ist die Reise nach Kiew eine Rückkehr, für die deutsche Nationalmannschaft soll sie ein Vorgeschmack sein.

"Ich erinnere mich an 1997 - es war ein hart umkämpftes 0:0", blickte der DFB-Teammanager am Donnerstagabend in Kiew zurück auf seine Zeit als Aktiver.

Besagtes Spiel fand noch im alten Dynamo-Stadion statt und war eine Partie der Qualifikation zur WM 1998, Bierhoff wurde kurz vor Schluss für Ulf Kirsten eingewechselt.

Am 10. November 2001, Bierhoff spielte nicht, legte die DFB-Auswahl in der ukrainischen Hauptstadt mit einem 1:1 im Hinspiel der Playoffs den Grundstein für die Teilnahme an der WM in Japan und Korea, die im Rückspiel perfekt gemacht wurde. Beim 4:1 in Dortmund wurde Bierhoff wieder eingewechselt.

Vorfreude beim DFB-Team

Zehn Jahre später will die DFB-Auswahl in Kiew (Fr., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) einen Probelauf im neu erbauten Olympiastadion absolvieren, wo am 1. Juli 2012 das Endspiel der Europameisterschaft ausgetragen wird.

"Wir freuen uns auf das neue Stadion und sind gespannt auf die Atmosphäre", sagte Bierhoff.

"Natürlich ist das in der Besprechung ein kurzes Thema, dass wir an jenem Ort spielen, an dem im kommenden Sommer das EM-Endspiel stattfindet", hatte Bundestrainer Joachim Löw schon vor dem Abflug erklärt.

Es sei "wichtig, dass wir nach unserem Spiel in Danzig gegen Polen auch einmal in der Ukraine zu Gast sind, um damit Erfahrungen im Land der beiden EM-Gastgeber gesammelt zu haben", betonte Löw.

Kühles Kiew

Die erste Erfahrung am Donnerstagabend war die, dass es in Kiew mindestens zehn Grad kälter ist als in Deutschland. Am frühen Abend fiel in den Außenbezirken sogar etwas Schnee.

Doch das Wetter soll die deutsche Mannschaft nicht von ihrem Vorhaben abbringen.

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"Wir wollen mit einem guten Auftritt Sympathien für die EM gewinnen", meinte Bierhoff. Die Partie sei für die vielen jungen Spieler zudem "noch einmal eine gute Gelegenheit, sich in den Vordergrund zu spielen."

Einige Stammkräfte fehlen

Das Spiel ist im doppelten Sinn ein Testlauf. Gleich mehrere Stammspieler sind nicht dabei, Löw kann seine zweite Garde ausprobieren 446046(DIASHOW: Der Kader für die Tests).

Kapitän Philipp Lahm bekam eine Verschnaufpause, sein Stellvertreter Bastian Schweinsteiger fällt wegen seines Schlüsselbeinbruchs aus und Torwart Manuel Neuer reist erst zum Duell mit den Niederlanden in Hamburg an.

Dazu fehlt Miroslav Klose, der an Knieproblemen laboriert und zusammen mit dem Gladbacher Marco Reus zum Spiel am Dienstag zum Team stößt (BERICHT: Sorgen um Klose - Löw wiegelt ab).

Entwarnung gab es bei Mario Gomez. Der Münchner, der am Mittwoch in Hamburg pausiert hatte, nahm am Donnerstag am Mannschaftstraining teil und schien voll einsatzfähig zu sein.

[kaltura id="0_8f3e9nj3" class="full_size" title="Gro e Konkurrenz im DFB Team"]

Özil und Götze sollen wirbeln

Gomez wird Klose zwar eins zu eins ersetzen, doch Löw hätte beide gern zusammen in einem 4-4-2-System aufs Feld geschickt.

Diese taktische Formation wird Löw wegen Kloses Ausfall eher nicht testen, wohl aber die Variante mit Mesut Özil und Mario Götze (BERICHT: "Gözil"-Debüt im "klassischen Weiß").

"Die Tendenz geht dahin", verriet der Bundestrainer. Mehr nicht. Sicher ist aber, dass Torwart Ron-Robert Zieler sein Debüt feiern wird. Ob er beginnen wird oder zunächst auf der Bank sitzt, ist noch offen.

Viele Umstellungen

Auf der rechten Abwehrseite, wo zuletzt Jerome Boateng oder Benedikt Höwedes spielten, könnte Christian Träsch eine Bewährungschance bekommen.

In der Innenverteidigung hat Löw die Wahl zwischen Mats Hummels, Holger Badstuber und Per Mertesacker, der zuletzt beim FC Arsenal nur auf der Bank saß.

Auf der linken Seite darf entweder Marcel Schmelzer oder Dennis Aogo den Platz von Lahm einnehmen, während Sami Khedira den verletzten Schweinsteiger ersetzen wird (EXKLUSIV: Marcel Schmelzer im Interview).

Bei der Besetzung des letzten freien Platzes im Mittelfeld muss sich Löw zwischen den Münchnern Toni Kroos und Thomas Müller entscheiden.

Kapitänsfrage offen

Auch wer die Mannschaft als Kapitän anführen wird, ist noch unklar. Als Favorit gilt Lukas Podolski.

"Jogi wird sich wieder etwas Interessantes einfallen lassen und wieder etwas Neues probieren", meinte Bierhoff.

"Für uns gibt es keine Freundschaftsspiele"

Ungeachtet aller Planspiele wünscht sich Löw, "dass wir ein erfolgreiches Jahr positiv abschließen".

Auch die Spieler haben sich für die Partien in Kiew und am Dienstag in Hamburg etwas vorgenommen.

"Für uns gibt es keine Freundschaftsspiele, deshalb wollen wir auch beide Spiele gewinnen", kündigte Kroos an und ergänzte: "Nur weil wir die EM-Qualifikation geschafft haben, heißt das nicht, dass wir jetzt locker lassen."

Voraussichtliche Aufstellungen:

Ukraine: Rybka (Schachtjor Donezk/24 Jahre/1 Länderspiel) - Butko (Illitschiwez Mariupol/20/4), Rakizki (Schachtjor Donezk/22/12), Kutscher (Schachtjor Donezk/29/26), Selin (Worskla Poltawa/23/2) - Rotan (Dnepr Dnepropetrowsk/30/54), Timoschtschuk (Bayern München/32/111) - Konopljanka (Dnepr Dnjepropetrowsk/22/13), Besus (Worskla Poltawa/21/0), Jarmolenko (Dynamo Kiew/22/15) - Milewski (Dynamo Kiew/26/40)

Deutschland: Zieler (Hannover 96/22/0) - Träsch (VfL Wolfsburg/24/9), Hummels (Borussia Dortmund/22/10), Badstuber (Bayern München/22/16), Schmelzer (Borussia Dortmund/23/5) oder Aogo/Hamburger SV (24/7) - Khedira (Real Madrid/24/22) - Müller (Bayern München/22/23), Götze (Borussia Dortmund/19/10), Özil (Real Madrid/23/28), Podolski (1. FC Köln/26/93) - Gomez (Bayern München/26/49)

Schiedsrichter: Carballo (Spanien)

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